
Titel: White Days
Autor: Silentthunder
Inhalt: Spike hat eine kleine Überraschung für Buffy.
Altersfreigabe: keine
Teile: 1
Beta: Lorias
Storypic: Silentthunder
Hauptcharakter(e): Buffy/Spike
White Days
Vollkommen genervt fuhr Buffy sich durch das wirre nasse Haar und versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war. Der Platzregen hatte sie auf dem Heimweg erwischt und sie war binnen weniger Sekunden völlig durchnässt gewesen. Es war kalt und die nassen Klamotten machten es nicht gerade besser.
‚Wie sollte es auch anders sein’, meckerte sie lautlos vor sich hin und wischte sich dabei das eisige Regenwasser aus dem Gesicht. ‚Wenn es morgens schon so los geht, dann kann aus dem Tag nichts werden.’
Sie hatte verschlafen. Am letzten Tag der Arbeitswoche hatte sie verschlafen. Nicht einmal Spike, der sie sonst jeden Morgen sanft wachküsste, hatte auch nur einen Piep von sich gegeben und so hatte sie sich abhetzen müssen, um gerade noch pünktlich in der Schule anzukommen. ‚Was übrigens auch auf Dawn zutrifft’, überlegte sie verärgert. Tara und Willow konnten länger schlafen, denn ihre ersten Kurse begannen erst um neun. Dementsprechend hatte am Morgen nicht das übliche hektische Treiben im Haus geherrscht. ‚Was mich aber vielleicht gerettet hätte’, seufzte sie.
Nun gut, es war spät geworden letzte Nacht. Sehr spät sogar. Und eigentlich sollte das als Ausrede etwas wert sein, aber nein. Dem war natürlich nicht so.
Spike und sie hatten einen Mujeryn- Dämon durch die gesamte Stadt gejagt und Buffy musste dem Wesen neidlos zugestehen, dass es sich lange und ausdauernd gegen seine Vernichtung gewehrt hatte.
‚Außerdem war es eklig, stinkig und extrem schleimig’, erinnerte sie sich angewidert. Doch dann legte sich ein sanftes Lächeln auf ihr Gesicht. Die darauf folgende, wirklich sehr ausführliche Dusche mit ihrem Lieblingsvampir hatte sie mehr als nur entschädigt. Sie wusste nicht mehr allzu viel, denn ihr Verstand hatte komplett abgeschaltet. Allerdings konnte sie sich vage daran erinnern, dass es nicht mal mehr einen einzigen Tropfen warmes Wasser gegeben hatte. Die letzte wunderschöne Erinnerung war, dass Spike sie in ein Handtuch gewickelt und sie zu ihrem Bett getragen hatte.
Sie seufzte wieder. Das erinnerte sie nun wieder an ihr Verschlafen. Sie hasste es, sich zu verspäten. Und ausgerechnet heute Morgen hatte sie einen Termin mit einer sehr netten Schülerin gehabt, auf den sie sich nicht mehr vorbereiten hatte können. Das arme Ding hatte im Moment einige Probleme und Buffy versuchte schon seit Wochen, ihr das Leben etwas zu erleichtern.
Sie mochte ihren Job in der Sunnydale- High, aber so manches Mal fragte sie sich, ob eine ausgebildete Psychologin nicht besser für die Stelle gewesen wäre. Gerade heute Morgen, in der ersten Pause, hatte sie Patrick Stewart ein Jagdmesser abgenommen. Nun ja, so konnte man es nennen, wenn man es vorsichtig ausdrücken wollte. Der draufgängerische Fünfzehnjährige hatte zwei jüngere Schüler hinter der Schwimmhalle damit bedroht und sie hatte ihn unsanft gegen die Wand geschubst, ihn dann einige Zentimeter hoch gedrückt und ihn so einige Sekunden baumeln lassen. Danach hatte sie ihm das Messer abgenommen und die Klinge kurzerhand abgebrochen. Die große Frage war nur: War er wirklich nur ein widerlicher Angeber, der dringend mal einen Dämpfer brauchte, oder hatte er ein Problem, von dem sie nichts wusste?
‚Buffy! Du hast Feierabend’, rief sie sich in Erinnerung. Und nicht nur das, sie hatte eine Woche Urlaub. Eine ganze Woche keine nervigen Kids. Das Wetter war nicht gerade berauschend, aber was sollte man Anfang Dezember schon erwarten. Allerdings hoffte sie, dass auch die Dämonen sich einmal friedlich verhalten würden. Ein bisschen Entspannung konnte sie im Moment gut brauchen.
Sie lief die letzten Meter bis zu ihrem Haus, schoss die Treppenstufen hoch und öffnete die Tür.
„Ich bin wieder da", rief sie in die Stille, doch niemand antwortete ihr. Sie zog den nassen Mantel aus und warf ihn kurzerhand über das Treppengeländer.
Auf dem Küchentisch lagen zwei Nachrichten für sie. Die erste war von Dawn. Ich bin bei Janice. Wir gehen ins Kino. Bis heute Abend! Die zweite war von Spike. Ich nutze das Wetter aus. Bin bald wieder da.
Die Jägerin grinste breit. Tara und Willow waren noch im College und das bedeutete, sie hatte das ganze Haus für sich alleine. Endlich einmal Zeit für sich selbst. Sie würde in die Badewanne gehen und es sich gemütlich machen. Einfach mal die Ruhe genießen, die sonst so selten war im Summershaus.
„Buffy? Buffy, wo bist du?" Willows Stimme riss sie zurück in die Wirklichkeit. Verdattert setzte sie sich auf. Sie war eingeschlafen. In der Badewanne! Das Wasser war fast kalt und sie schüttelte sich, als eine Gänsehaut über ihren Körper lief.
„Ich bin hier", rief sie mit krächzender Stimme und beeilte sich aus der Wanne zu kommen. Schnell wickelte sie sich in ein großes Badetuch und öffnete die Tür. „Willow? Ich bin hier oben!", rief sie und sah im gleichen Moment ihre beste Freundin die Treppe heraufkommen.
„Oh! Gut, dass ich dich so schnell finde. Spike hat Schwierigkeiten und du musst sofort los."
„Schwierigkeiten? Was für Schwierigkeiten?", fragte die Jägerin und machte sich auf den Weg in ihr Schlafzimmer.
„Ich weiß es nicht. Ich habe nur seine Nachricht bekommen, dass ich dich schnell zu ihm bringen soll. Es klang ziemlich ernst. Wir sollten uns beeilen." Willow setzte sich mit ernstem Gesichtausdruck auf die Bettkante und sah ihrer Freundin beim Anziehen zu.
‚Auch das noch. Mist! Was kann da schon wieder passiert sein?’ Sie warf einen Blick in den Spiegel und erschrak. Durch den Regen und das Schlafen in der Badewanne sah ihre Frisur aus wie ein Vogelnest. Sie griff nach ihrer Bürste, fuhr sich damit durch die Haare und band sie schließlich zu einem Pferdeschwanz zusammen.
Zusammen mit der Rothaarigen eilte sie die Treppe herunter und griff nach einer trockenen Jacke. „Okay, wir können los", meinte sie aufs äußerste gespannt. „Wo müssen wir hin?"
Willow antwortete nicht und das letzte, was Buffy sah, war das hintergründige Lächeln der Freundin. Alles um sie herum verschwand und wurde immer nur für kurze Momente wieder stofflich. Ihr Magen rebellierte und ihr war klar, dass Willows magische Art zu reisen nichts für sie war. Irgendwann war es soweit und sie spürte wieder festen Boden unter den Füßen. Das erste was sie außerdem bemerkte, war eine schneidende Kälte. Außerdem wurde sie schon wieder nass. Ganz langsam öffnete sie ihre Augen und alles, was sie sah, war Schnee. Soweit das Auge reichte, war nichts anderes zu sehen. Verschneite Bäume, Felsen und Wiesen. Nur Schnee! Und es schneite noch immer!
Vollkommen verwirrt sah sie die Hexe an, doch diese lächelte nur und murmelte ein leises „bye", bevor sie verschwand.
„Na, ganz toll", meckerte Buffy.
„Was ist toll?", fragte eine wohlbekannte Stimme hinter ihr.
Sie wirbelte herum und sah Spike, der dick eingemummt in eine Daunenjacke, vor einer großen Holzhütte stand.
„Was… Ich… Was soll das?" Buffy war vollkommen verwirrt und sie fühlte sich irgendwie fehl am Platz.
„Du hast Urlaub", lachte der Vampir. „Also werden wir ausnahmsweise auch Urlaub machen." Er ging auf sie zu, nahm ihre Hände und legte den Kopf schräg. „Was meinst du? Hast du Lust, dir deine Unterkunft einmal anzugucken?" Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er los und zog sie hinter sich her. Er öffnete die schwere Holztür und schob sie dann sanft in das Innere der Hütte. „So sprachlos habe ich dich selten erlebt", lachte er und zog seine Jacke aus.
„Wie? Warum? Ich kann doch nicht…"
„Was kannst du nicht?"
„Eine Woche Urlaub machen", sagte Buffy betrübt. „Wer soll sich denn um das übliche Problem in Sunnydale kümmern?"
„Das ist alles geregelt", erklärte Spike und schüttelte den Kopf, als sie ihn unterbrechen wollte. „Dawn geht es bei Willow und Tara bestens. Außerdem werden sie zusammen mit Xander und Anya die Dämonen in Schach halten. Wenn alle Stricke reißen, wird Angel kommen. Das ist mit ihm abgesprochen und er hat zugesagt."
„Wow", sagte Buffy und zog ebenfalls ihre Jacke aus. Ganz langsam legte sich ein Lächeln auf ihr Gesicht, das immer breiter wurde. „Ich habe also wirklich Urlaub und ich brauch mich um nichts kümmern?"
„Um gar nichts", erklärte Spike grinsend und zog sie an sich. „Dieses eine
Mal wirst du es auch zulassen und mich alles Nötige erledigen lassen."
„Okay", erwiderte Buffy leise und biss sich auf die Lippen. Sie stellte sich auf
die Zehenspitzen und küsste ihn sanft. „Aber nur ausnahmsweise."
Spike lachte. „Okay", meinte er und führte sie zum Kamin, den er bereits angezündet hatte. „Wie wäre es mit aufwärmen, bevor wir heute Abend wieder raus in die Kälte müssen?"
„Raus in die Kälte?", fragte Buffy und runzelte die Stirn. „Ich habe nicht unbedingt die richtigen Sachen mit, um durch den Schnee zu stiefeln."
„Doch, die hast du", erwiderte Spike und drückte ihr grinsend ein Glas mit Sekt in die Hand. „Aber zuerst stoßen wir auf unseren Urlaub an. Außerdem habe ich da noch eine klitzekleine Überraschung für dich."
„Überraschung? Na, da bin ich aber gespannt", lachte die Jägerin. „Als wären das bisher nicht genügend gewesen." Sie setzte das Glas an die Lippen und trank es in einem Zug leer.
„Du scheinst es aber sehr eilig zu haben", lachte er und nahm ihr das Glas ab, um es auf dem Kaminsims abzustellen. „Na gut, dann los." Spike nahm ihre Hand und führte sie zu einer Tür. „Soll ich, oder willst du?", fragte er und deutete auf die Klinke.
Nun, sie hatte vielleicht Urlaub, aber das änderte nichts daran, dass sie neugierig war. Sie drückte den Türgriff und stieß die Tür auf. Fassungslos sah sie auf das, was sich vor ihr auftat. Ein riesiger Whirlpool stand in der Ecke des gemütlichen Raumes und Spike hatte mindestens hundert Kerzen aufgestellt, die alles in ein warmes Licht tauchten. Fast im gleichen Moment fühlte sie Finger, die unter ihren Pullover fuhren und ihn dann über ihren Kopf zogen.
„Eine nette Art, um sich aufzuwärmen", flüsterte er nah an ihrem Ohr. Er stand direkt hinter ihr und zog sie an sich heran. Langsam wanderten seine Finger über ihren Bauch. „Was meinst du?"
Seine Stimme klang heiser und Buffy überkam eine Gänsehaut, die sich kriechend über ihren gesamten Körper zog. Antworten konnte sie nicht. Sie hatte einen Kloß im Hals und deswegen nickte sie einfach. Wenige Momente später fühlte sie kalte Finger, die ihren BH öffneten und ihn sanft über ihre Schultern und Arme gleiten ließ. Es dauerte nicht lange und Spike hatte sie und sich selbst komplett entkleidet. Er küsste sie lang und aufregend und hob sie dann in seine starken Arme, um sie zum Whirlpool zu tragen.
Lange Zeit später lehnte Buffy entspannt an seinem Bauch. „Müssen wir wirklich noch raus gehen?", fragte sie leise und fuhr mit ihren Fingerspitzen über seine Unterarme.
„Ja", antwortete er und Buffy konnte sein Lächeln spüren. „Wenn wir schon einmal hier sind, dann können wir uns das nicht entgehen lassen."
„Was können wir uns nicht entgehen lassen und wo sind wir eigentlich?"
„Wir sind in der Schweiz", erklärte er leise. „Allerdings sollte das andere
eine Überraschung werden."
„In der Schweiz?", fuhr Buffy herum. „Das ist nicht dein Ernst."
„Doch, ist es", meinte er lachend. Langsam fuhr seine Hand durch ihr wirres Haar. „Dank Willow war es möglich, so weit zu reisen. Wir können in weniger als einer halben Stunde wieder in Sunnydale sein. Allerdings brauchst du da nicht auch nur einen einzigen Gedanken dran verschwenden. Das kannst du sofort vergessen", sagte er mit ernster Miene. „Es ist alles geregelt und auch Jägerinnen dürfen einmal im Leben Urlaub machen."
„Nicht einen einzigen Gedanken? Aber nur, wenn du mir die Überraschung verrätst", neckte sie ihn und küsste ihn flüchtig auf den Mund.
„Hm", machte er und rieb sich das Kinn. „Es ist furchtbar kitschig", sagte er dann und lachte, als sie ein verwirrtes Gesicht machte. „Es ist beinahe albern, aber genau das, was man gewöhnlich mit seiner Freundin unternimmt, wenn man sie sehr liebt."
Buffy wurde nicht schlau aus seinen Worten und sie überlegte hin und her. „Das ist gemein", erklärte sie ihm dann und boxte ihm spielerisch in die Seite. „Das ist mehr als gemein, es ist unfair."
„Ich bin nie unfair", grinste Spike und lachte, als sie ihm die Zunge rausstreckte. „Wir werden mit einen Pferdeschlitten durch die Nacht fahren", murmelte er leise und es schien, als wäre es ihm beinahe peinlich, es laut auszusprechen.
„Das ist wirklich kitschig", gab Buffy zu und lachte dann, als er beleidigt guckte. „Aber auch eine wunderschöne Idee." Sie drehte sich komplett um und lag schließlich auf seinem Bauch. „Einmal das tun, was alle Verliebten machen. Keine Dämonen jagen und ihnen die Köpfe abreißen", grinste sie dann und zog sie an seinem Hals ein Stück höher. „Machen wir noch mehr solcher Sachen?", fragte sie dann und sah ihn aufmerksam an.
„Alles, was mir sonst noch einfällt", meinte er und zog sie an sich. „Auf jeden Fall werde ich dir eine Schneekugel kaufen."
„Eine Schneekugel?", lachte Buffy und küsste ihn sanft auf die Nasenspitze.
„Mindestens eine", grinste Spike. „Außerdem habe ich noch eine Menge solch kitschiger Ideen. Und nein", sagte er, als sie ihn neugierig ansah. „Ich werde sie dir nicht vorher verraten."
„Hm", machte Buffy scheinbar beleidigt. Sekunden später strahlte sie über das ganze Gesicht. „Gut, dann werde ich mich eben überraschen lassen. Aber nur, weil du es bist."
„Wäre ja auch noch schöner", schmunzelte er. „Mir ist da gerade ein wirklich toller Gedanke gekommen", meinte er grinsend, als sie ihn fragend ansah. „Und diesmal kannst du betteln, soviel wie du willst. Ich werde es dir nicht verraten." Er verwickelte sie in einen atemraubenden Kuss. „Versuch es gar nicht", meinte er, als sie nach Luft schnappte. „Dieses eine Mal werde ich entscheiden. Und zwar ganz alleine!"
„Bist du dir ganz sicher?", fragte sie neckend und ließ ihre Hand langsam seinen Bauch hinunterwandern.
„Ganz sicher", erwiderte und drehte sie beide mit einem Ruck herum. Er eroberte ihren Mund und ließ erst nach mehreren Minuten von ihr ab. „Diese eine Mal werden wir ein ganz normales Paar sein und wir werden nur das tun, was eben auch normale Menschen machen", sagte er und blickte sie ernst an. „Und wir werden das kitschigste Paar sein, das dieses Land je gesehen hat."
„Einverstanden", murmelte Buffy und zog seinen Kopf zu sich herunter. „Aber nur, wenn du mir noch mal zeigst, was man Nettes in einem Whirlpool machen kann."
„Auch zweimal", erwiderte er und küsste sie. „Oder auch noch viel öfter."
Ende