
Titel: Unexpected Gifts
Autor: Silentthunder
Inhalt: Kleine Osterüberraschungen für Buffy und Spike.
Altersfreigabe: keine
Teile: 7
Beta: Lorias
Storypic: Silentthunder
Hauptcharakter(e): Buffy/Spike
Unexpected gifts
„Mist", murmelte Buffy fast lautlos und sah an sich herunter. Heute war der erste wirklich warme Frühlingstag gewesen. Endlich kein kaltes, nasses Schmuddelwetter mehr und sie hatte am Morgen mit Freuden eine Sommerhose und ein luftiges T-Shirt aus dem Schrank gezogen. Tja, und heute, gerade heute mussten sie und Spike bei ihrer üblichen Patrouille eine Horde Schleimdämonen auf dem Friedhof treffen. Und damit nicht genug, nein! Diese bescheuerten Dämonen mussten sich auch noch unbedingt mit ihnen anlegen. Nun, die Dämonen existierten jetzt nicht mehr, aber dafür waren Buffy und Spike über und über voll gesudelt mit stinkendem, klebrigem gelben Schleim.
„Gelb steht dir nicht", grinste Spike und versuchte sich die Überreste der hässlichen Monster abzuwischen. Sein Haar triefte geradezu vor Schleim und von den üblichen Stacheln war nichts mehr zu sehen. Es sah eher aus, als wäre er in einen großen Topf voller Haargel gefallen.
„Sehr witzig", meckerte die Jägerin. „Haha! Als ob du auch nur einen Deut sauberer wärst."
„Ich bin aber nicht so angepisst wie du deswegen. Eine Dusche und die Sache hat sich erledigt."
„Eine Dusche? Bestimmt! Aber nur mit einem Warmwasservorrat für mindestens drei Stunden. Und dann am besten gleich mitsamt Kleidung. Bei dem Gestank den diese mistigen Dämonen aussondern, wundert es mich sowieso, dass sich überhaupt jemand mit denen abgibt!" Buffy versuchte noch immer, ihre Hose von der klebrigen Masse zu säubern und jammerte leise vor sich hin.
„Verdammt, Slayer. Reiß dich mal zusammen. Du stehst auf dem Friedhof und klagst über Flecken auf deinen Sachen. Warum takelst du dich jedes Mal so auf, als würde im nächsten Moment eine Modenschau beginnen?"
„Modenschau? Nicht jeder läuft in Klamotten rum, die man schon vor
Jahrzehnten besser verbrannt hätte."
„Und ich hab noch nie eine Jägerin gesehen, die sich wie eine Barbiepuppe
auftakelt, wenn sie auf Dämonenjagd geht." Seine alte Leidenschaft für
Wortgefechte drängte mit Macht hervor und er grinste gehässig.
„Barbiepuppe?", fragte Buffy erbost und guckte ihn bitterböse an. „Nicht jeder steht auf diesen schwarzen Scheiß, den du gewöhnlich trägst. Geh und friss Rattengift, du Blödmann!" Leicht beleidigt machte sie sich auf den Heimweg. ‚Idiot’, schoss es ihr durch den Kopf. ‚Ich habe nun mal keine Lust, als Kartoffelsack verkleidet herumzulaufen. Pfff! Der Blödmann hat doch keine Ahnung!’
„Was denn?", rief Spike ihr hinterher. Er war ein wenig enttäuscht. Eigentlich hatte er mit einem netten Streit gerechnet, aber niemals damit, dass sie eingeschnappt von dannen zog.
„Hab ausnahmsweise keine Lust, mit dir zu zanken", erwiderte Buffy kurzangebunden. Sie hatte seine Absicht durchaus erkannt, aber dieses Mal wollte sie seine kleinen Spielchen nicht mitmachen. Ohne sich umzudrehen ging sie weiter auf den Ausgang zu und stieß in dem Moment das Tor auf, in dem Spike sich an ihre Seite gesellte.
„Mein Gott, du bist aber langweilig heute!", nörgelte der Vampir. Seit Tagen war es der erste ordentliche Kampf gewesen. In Sunnydale herrschte momentan absolute Ruhe und er hatte sich gefreut wie ein Schneekönig, als er das Rudel Schleimdämonen gesehen hatte. Endlich konnte er mal wieder ein wenig Frust abbauen. Das Problem war nur, der Kampf hatte für seinen Geschmack nicht lange genug gedauert und wirklich ausgelastet fühlte er sich nicht gerade.
„Ich habe auch noch genügend andere Dinge zu tun", erwiderte Buffy. „Morgen der Osterbrunch zum Beispiel. Ich habe versprochen, bei den Vorbereitungen zu helfen und genau das werde ich jetzt tun."
„Glaubst du wirklich, dass ausgerechnet du in der Küche eine große Hilfe bist?", triezte der Vampir weiter und Buffy blieb stehen. Allerdings sah sie nicht zu ihm, sondern zu mehreren halbstarken Jungen, die ihnen auf dem Gehweg entgegenkamen und sich scheinbar furchtbar mächtig vorkamen.
Spike zählte aus den Augenwinkeln fünf Teenager und er war schon sehr gespannt darauf, was diese Bengel nun vorhatten. Das Mondlicht war ausgesprochen hell und man erkannte deutlich die nervöse Anspannung der Jungen, die versuchten, betont lässig zu wirken.
„Hey Jim, guck mal", rief ein rothaariger, etwas pummeliger Junge von etwa vierzehn Jahren. „Sieht so aus, als hätten die Beiden sich seit Wochen nicht mehr gewaschen."
„Nein", lachte der Angesprochene. „Es sieht eher so aus, als hätten sie Schlammcatchen in ein Wackelpuddingcatchen verwandelt."
Buffy starrte die Teenager einen Moment sprachlos an, blickte dann zu Spike und verdrehte genervt die Augen. ‚Was denn noch?’, fragte sie sich. ‚Kann es noch schlimmer werden?’
Wenn sie es richtig einschätzte, so hatten diese Kids gerade mächtig Spaß und sie wusste nicht wirklich, wie sie darauf reagieren sollte. Bei Dämonen hatte sie keinerlei Probleme und vor allem brauchte sie sich da nicht zurückzuhalten. Hier allerdings war die Situation etwas anders und sie war sich nicht sicher, ob und wie sie sich verhalten sollte.
„Ich hätte nichts dagegen, die Alte mal in Wackelpudding zu tauchen. Allerdings trägt sie noch Unterwäsche. Das sollte sie vorher ändern." Er blonder Junge, der die anderen um einen Kopf überragte, warf sich in die Brust.
„Ja, ganz genau, Alter. Man, das wäre doch mal was", grinste ein Anderer anzüglich.
„Ja, ganz bestimmt. Mal etwas völlig anderes, als im Sandkasten zu buddeln", fauchte Buffy und versuchte sich an den Jungen vorbei zu schieben. Diese jedoch fühlten sich in der Gruppe mächtig stark und rückten ein Stück näher zusammen.
Vollkommen genervt sackte Buffys Kopf nach unten und sie schüttelte ihn langsam hin und her.
„Was denn, Slayer? Machen dir die Gören etwa Ärger?", lachte Spike plötzlich. Er amüsierte sich königlich und hatte schon kurz überlegt, sich an die Friedhofsmauer zu lehnen und gemütlich eine Zigarette zu rauchen. So ein Schauspiel bot sich ihm ja nun nicht unbedingt jeden Tag.
„Warum nennst du sie Slayer?", brachte der Rothaarige neugierig heraus.
„Wahrscheinlich, weil sie jeden Abend irgendwelchen Nachtisch ermordet!", grinste der, der anscheinend auf den Namen Jim hörte.
Das Grüppchen lachte und Spike sah deutlich, dass Buffy so langsam die Geduld verlor.
„Darf ich das erledigen?", wandte er sich ihr zu und wackelte anzüglich mit den Augenbrauen. Er konnte nicht viel, vor allem Menschen gegenüber nicht mehr. Dieser dämliche Chip in seinem Kopf bremste ihn aus und er verfluchte die Initiative noch heute dafür. Auch wenn sein dämonisches Erbe arg beschnitten worden war, so war ihm doch eines geblieben und das ließ er sich von niemandem wegnehmen.
„Was willst du Grufti denn übernehmen?", feixte ein dunkelhaariger Junge, der bisher im Hintergrund gestanden hatte. „So wie du aussiehst, gehörst du glatt in einen Sarg!"
Wieder lachte das Grüppchen, doch der Vampir lachte am lautesten. „Du weißt gar nicht, wie Recht du damit hast!" Mit einem einzigen Schlenker des Kopfes ließ er seinen Dämon frei und er grinste über das ganze Gesicht, als die Augen der Jungen praktisch aus ihren Höhlen quollen. Er machte einen kleinen Ausfallschritt und schrie aus vollem Halse buh!
Spike lachte schallend, als die Teenager laut kreischend das Weite suchten. Tja, man hatte ihm so einiges genommen, aber erschrecken konnte er noch immer. Und das sogar verdammt gut. Wäre Buffy jetzt nicht dabei gewesen, so wäre er ihnen mit Sicherheit gefolgt, hätte sie ein wenig kreuz und quer durch Sunnydale gejagt und ihnen eine Todesangst verpasst, die sie nie im Leben wieder losgeworden wären.
„Gut! Dann können wir ja jetzt gehen", brummte Buffy missmutig. „Die hatten soviel Angst, dass sie die nächsten drei Jahre wieder mit ihrem Playmobil verbringen."
„Playmobil?", fragte Spike und sah sie erstaunt an. „Was zur Hölle ist das?"
„Das kennst du nicht?", fragte Buffy verblüfft und lachte dann. „War schon irgendwie klar. Barbiepuppen kennst du, aber keine kleinen Plastikpüppchen für Jungen. Na ja, nicht nur für Jungen, aber…"
„Ich bin hundertzwanzig Jahre alt. Was soll ich mit…Playmobil?", erwiderte Spike und verzog das Gesicht.
„Warum nicht?", feixte Buffy. „Dann kannst du auch mal mit Puppen spielen."
„Die einzige Puppe, die in meine Gruft käme, wäre aufblasbar." Spike grinste hinterlistig. Er hatte sein Ziel wieder einmal erreicht. Den angewiderten Gesichtsausdruck hatte er sehen wollen und wie er selbst bemerkte, war dieser um Welten besser als der übliche.
„Nein, darauf lass ich mich jetzt nicht ein. Auf das Niveau begebe ich mich heute nicht", sagte Buffy und winkte ihm zu. „Schönen Abend noch. Oder was auch immer." Sie ließ ihn einfach stehen. Morgen war Ostern und da wollte sie nicht mehr mit diesem widerlichen Schleim bedeckt sein. Jetzt hieß es für sie nur noch eins: Nach Hause, duschen und dann Giles anrufen. Allerdings hoffte sie, dass der Wächter ausnahmsweise einmal keine schlechten Nachrichten hatte, wie es sonst eigentlich zu den Feiertagen Standart war.
Spike sah ihr enttäuscht hinterher. Ganz so hatte er sich den Abend nicht vorgestellt, immerhin hatte er eigentlich gerade erst angefangen. Jetzt musste er sich doch glatt etwas einfallen lassen, denn er hatte keinerlei Lust, schon wieder vor dem Fernseher zu vergammeln. Unerwartet legte sich ein überlegenes Grinsen auf sein Gesicht. Er hatte eine Idee. Oh ja, das wäre doch mal was. Eine richtig nette kleine Überraschung! Er schmunzelte und lachte dann. Das würde ein Spaß!
****************************
Der Osterbrunch war vorüber. Alle hatten gute Laune gehabt und sogar Xander hatte ausnahmsweise nicht gemeckert, als Spike unter seiner Decke und mit samt einer kleinen Rauchwolke auftauchte. Der Vampir hatte sich seltsamer Weise ebenso ruhig verhalten und sich einfach auf einen Stuhl gesetzt. Er hatte gemütlich seine Tasse Kakao getrunken und mit Begeisterung seine heiß geliebten Marshmallows gegessen, die er sich selbst mitgebracht hatte.
Buffy und Willow räumten zusammen die Küche auf, während Tara und Dawn sich um das Esszimmer kümmerten. Spike war seit einigen Minuten verschwunden und Buffy wunderte sich etwas darüber. ‚Wo ist der denn schon wieder abgeblieben?’, überlegte sie und runzelte die Stirn. ‚Meistens heißt das nichts Gutes!’
„Bist du gestern Abend noch mal weg gegangen?", riss Willow sie aus ihren Gedanken.
„Ja, aber nur kurz. Ich hatte noch etwas zu erledigen", erwiderte Buffy und stellte die große Glasschüssel zurück in den Schrank.
„Gab es einen besonderen Grund?", bohrte die rothaarige Hexe weiter.
„Nein, ich musste nur etwas besorgen", meinte Buffy. „Brauchst du den Blecheimer noch? Sonst bringe ich ihn zurück in den Keller."
Willow verneinte und die Jägerin machte sich auf den Weg. Als sie die Treppe herunterstieg, hoffte sie, dass die Hexe keine weiteren Fragen mehr stellen würde. Wirklich erklären konnte sie ihre Aktion gestern Abend niemandem. Buffy lachte leise. Was für eine verrückte Idee! Sie stellte den Eimer zurück ins Regal und blieb verwundert stehen. Sie runzelte die Stirn. ‚Warum ist hier auf dem Regal Kerzenwachs?’, überlegte sie und löste mit dem Fingernagel etwas davon. ‚Ob Willow und Tara auch hier unten zaubern? Und wenn ja, warum? Etwas erstaunt ging sie langsam die Treppe wieder hoch und zuckte mit den Schultern. Darum würde sie sich später kümmern, jetzt musste sie erst einmal nachsehen, wo Spike sich rum trieb.
Willow war noch immer dabei, die letzten Reste in die Spülmaschine einzusortieren und Tara und Dawn saßen plaudernd am Tisch. Buffy lächelte einmal kurz und verschwand schnell in den Flur. Spikes Mantel hing noch immer über dem Treppengeländer und sie blickte kurz die Treppe hinauf. Verstohlen warf sie einen kurzen Blick ins Wohnzimmer, schlich auf Zehenspitzen weiter und schaute ins Esszimmer. Kein Vampir. Sie kramte schnell in einer Schublade, drehte sich herum und griff in dem Moment nach dem Ledermantel, als Spike aus der Küche in den Flur kam.
„Was machst du da?" Spike sah sie verdattert an und runzelte die Stirn. „Jetzt sag mir nicht, du wolltest ausprobieren, ob dir das Teil steht."
„Haha, sehr witzig", giftete Buffy sofort. ‚Warum hab ich ihn in der Küche nicht gesehen?’, schoss es ihr durch den Kopf. ‚ Er muss gerade vom Esszimmer aus in die Küche gegangen sein, als ich in den Flur gegangen bin.’ „Ich wollte ihn nur an die Garderobe hängen. Warum kannst du das eigentlich nicht selber? Warum schmeißt du das gammelige Ding immer überall hin?"
„Geht’s dir gut?", fragte der Vampir und legte den Kopf schief. „Du hast
nicht zufällig zuviel von diesem ekelhaften Punsch getrunken, oder? Sonst
interessiert es dich auch nicht, wo ich meinen Mantel hinlege."
„Heute stört es mich aber", erwiderte die Jägerin beleidigt, hing den Mantel auf
und ging ohne ein weiteres Wort zurück in die Küche.
Der Vampir schüttelte den Kopf, nahm den Mantel wieder vom Haken und zog ihn über. Seine Aufgabe hier war erledigt und er konnte beruhigt gehen. Allerdings gestand er sich ein, dass er das Gesicht der Jägerin zu gerne sehen würde, wenn sie seine kleine Überraschung entdeckte. Er klemmte sich seine Decke unter den Arm, denn der Wettergott meinte es gut mit ihm. Es regnete in Strömen und er würde keinen Sonnenschutz bis zum nächsten Einstieg in die Kanalisation brauchen. Er warf einen letzen Blick in das Summershaus und grinste. „Viel Spaß", wünschte er leise und verschwand.
Buffy stellte erleichtert fest, dass das Haus wieder einen normalen Zustand eingenommen hatte und alle Aufräumarbeiten erledigt waren. Die beiden Hexen wollten am Nachmittag Willows Eltern besuchen und Dawn hatte schon angekündigt, dass sie den Rest des Tages bei Janice verbringen würde. Die Jägerin freute sich darüber, einmal ganz alleine zu sein und so verabschiedete sie ihre Freunde und ihre Schwester merkwürdig schnell und verschwand dann nach oben. Endlich einmal Zeit. Sie würde sich jetzt Badewasser einlaufen lassen und gemütlich und sehr ausgiebig baden. Sie öffnete ihre Zimmertür und sah schon beim ersten Blick ein kleines Paket auf ihrem Bett liegen. Es war eingepackt in ein hellgrünes Geschenkpapier, das mit hunderten bunter Ostereier bedruckt war. Oben drauf thronte ein kleiner Osterhase aus Schokolade.
Buffy runzelte die Stirn. Wer hatte das wohl hier hingelegt? Sie nahm den Hasen, stellte ihn auf ihr Nachtschränkchen und griff nach dem Paket. Sie setzte sich auf ihr Bett, schüttelte es hin und her und lauschte. Schließlich zuckte sie mit den Schultern und riss das Papier ab. Schon beim Öffnen lachte sie und steigerte sich in einen wahren Lachkrampf, als sie die Verpackung ganz entfernt hatte. Spike!
Er hatte ihr eine Barbiepuppe geschenkt. Allerdings keine Herkömmliche! Diese hier war mit einer schwarzen Lederhose und einem Top bekleidet, außerdem mit Stiefeln, die ihr bis über die Knie reichten. Der Vampir hatte sich zusätzliche Mühe gemacht und einen Werkzeuggürtel, der vormals bestimmt Ken gehört hatte, in eine Halterung für Pflöcke umgearbeitet. Rundherum war er bespickt mit abgeschnittenen Schaschlikspießen, alle fein säuberlich in einem dunklen Braun angemalt. Sie wischte sich die Lachtränen aus den Augen und überlegte, ob er seine Überraschung auch schon gefunden hatte. Immerhin war Ostern, an diesem Tag versteckte man gewöhnlich Geschenke und genauso hatte sie es auch gemacht.
************************
Spike hingegen war nach einem kurzen Abstecher in einen Drugstore in seiner Gruft angekommen, hatte seinen Fernseher angestellt und war gerade dabei, es sich auf seinem Fernsehsessel gemütlich zu machen. Er griff nach seinem Ledermantel, der wie üblich über der Lehne baumelte und durchwühlte seine Taschen auf der Suche nach seinen Zigaretten. Etwas Unbekanntes kam ihm zwischen die Finger und er zog überrascht ein kleines Päckchen aus der Innentasche.
Sie hatte doch nicht…? Das konnte nicht sein, oder…? Er riss das bunte Geschenkpapier ab und starrte auf den kleinen Karton. Er schüttelte ungläubig den Kopf und lachte dann herzhaft. Sie hatte tatsächlich! Es war ein kleiner blauer Karton, auf dem in großen Buchstaben Playmobil stand. Mit einem Edding hatte sie die Bezeichnung Zauberer durchgestrichen und das Wort Vampir darunter geschrieben.
Spike öffnete die Schachtel und zog die kleine Figur heraus. Das Männchen war ganz in Schwarz gekleidet, trug einen langen Umhang und einen Zylinder. Außerdem hatte Buffy der Figur einen neuen Mund verpasst, mit samt vier kleinen Reißzähnchen. Sogar drei kleine Blutstropfen rannen seinen Mundwinkel herunter und Spike lachte und überlegte, ob die Jägerin ihr Geschenk schon gefunden hatte. Er stand wieder auf, stellte das Männchen auf den Fernseher und besah es mit schräg gelegtem Kopf. Die Stelle war gut und genau da würde es von nun an stehen. Sein Vampir hatte seinen Platz gefunden und ihm war egal, was andere über sein Spielzeug sagen würden. Geschenke der Jägerin waren selten und dieses hier würde er für immer in Ehren halten.
Ende