Titel: Snow White
Autor: Silentthunder
Inhalt: Eine etwas andere Geschichte, die nicht ganz so ernst zu nehmen ist.
Altersfreigabe: keine
Teile: 1
Beta: Lorias
Storypic: Silentthunder
Hauptcharakter(e): Buffy

 

    

                                                                          Snow white

Gläser klirrten und der köstliche Geruch von frisch geröstetem Popcorn durchflutete jeden Winkel des Hauses. Buffy lächelte müde. Das war ein Halloweenabend ganz nach ihrem Geschmack. Keine Dämonen, keine Vampire, nur die kleinen, verkleideten Monster, die laut kreischend durch die Straße rannten und ‚Trick or Treat’ brüllten.

„Und du bist dir sicher, dass du heute nicht doch noch irgendwelche Gespenster, Geister oder sonstige Spukgestalten jagen und vernichten musst?", riss Willow die Jägerin aus ihren Gedanken. Sie sammelte sämtliche Leckereien zusammen, die die Küchenschränke hergaben und stapelte sie turmhoch.

„Ich hoffe nicht", seufzte Buffy, gähnte herzhaft und nahm der Freundin das schwere Tablett aus den Händen. Chips, Gummibärchen und jede Menge anderes ungesundes Zeugs schichtete sich übereinander und sie überlegte, wer das alles essen sollte.

„Das ist gut", meinte Willow und nickte. „Eine kleine Pause steht dir auch mal zu. Immerhin waren die letzten Wochen verdammt anstrengend."

„Allerdings", murmelte die Blonde, öffnete mit der Schulter die Tür und machte sich auf den Weg ins Wohnzimmer. Es stimmte, die letzten Wochen waren anstrengend gewesen. Kaum eine Nacht hatte sie mehr als drei Stunden Schlaf bekommen und so langsam brauchte sie mal eine Atempause. Auch die Kraft der Jägerin war nicht unerschöpflich.

Dawn durchsuchte im Wohnzimmer bereits sämtliche DVDs, die Xander und Anya mitgebracht hatten, lächelte ihre ältere Schwester an, als diese den Raum betrat und nickte wild.

„Ich habe genau den richtigen Film für uns gefunden", meinte sie dann strahlend. „Den wollte ich schon lange einmal sehen."

„Was für einer ist es denn?", erkundigte Xander sich und zog seine Freundin neben sich auf das Sofa.

„Snow white", grinste Dawn. „Endlich! Irgendwie habe ich den immer verpasst. Und dabei wollte ich den so gerne sehen."

„Ist das nicht ein Märchen?", fragte Buffy verblüfft. „Schneewittchen? Passt das überhaupt zu Halloween?" Sie versuchte, sämtliche Schüsseln auf dem kleinen Couchtisch zu verteilen, gab schließlich auf und reichte den Rest an die Personen weiter, die bereits einen Platz vor dem Fernseher gefunden hatten.

„Es ist schon ein Märchen", erklärte Anya. „Aber nicht so, wie du es dir vielleicht vorstellst. Der Film ist für Erwachsene gemacht und nicht für Kinder." Die Ex-Dämonin nickte.

„Wenn du das sagst", murmelte Buffy und setzte sich auf den bequemen Fernsehsessel.

„Sind dann alle da?", erkundigte sich Xander, als Willow in den Raum trat und er sah sich um. „Dann können wir nämlich unseren gemütlichen Abend starten." Er grinste breit und machte sich über die verschiedenen Schüsseln her.

„Spike fehlt noch", meinte Dawn. „Ansonsten sind alle da."

„Ich glaube nicht, dass es ihn stört, wenn wir schon anfangen", sagte Xander und man konnte seine Ablehnung deutlich sehen. „Obwohl… immerhin ist es ein Märchen und wir wissen ja alle, wie er auf so was abfährt." Er lachte verschmitzt.

„Auf was fahre ich voll ab?", erkundigte sich der Vampir, der gerade durch die Haustür trat.

„Auf nichts", erwiderte Buffy schnell und warf Xander einen warnenden Blick zu. Sie hatte keinerlei Lust auf eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Streithähnen und schüttelte den Kopf. „Setz dich einfach hin." Sie wandte sich um. „Tara, die Fernbedienung liegt direkt neben dir. Könntest du…?"

„Aber sicher", lächelte sie und kuschelte sich an ihre Freundin. „Eine böse Hexe lassen wir uns niemals entgehen."

Willow lächelte und zwinkerte ihr zu. „Dann wollen wir mal", sagte sie und lehnte sich in die Arme ihrer Geliebten.

Buffy starrte auf den Bildschirm. Na gut, es war definitiv kein Kinderfilm. Aber ob es einer war, der sie noch lange wach halten konnte? Ihr fielen langsam die Augen zu und wahrscheinlich wäre einer mit mehr Action besser gewesen. Sie blickte sich vorsichtig um. Alle Anwesenden, einschließlich ihrer kleinen Schwester, schienen geradezu gebannt von dem zu sein, was sich gerade vor ihren Augen abspielte. Die Ruhe, die das Wohnzimmer erfüllte, wurde nur von den Geräuschen unterbrochen, die Finger in einer Popcornschüssel machten und sie lehnte sich erschöpft zurück.

Eigentlich hatte Dawn Recht. Der Film war genau das Richtige. ‚Zumindest zum Einschlafen’, dachte Buffy und gähnte wieder. Ihre Augenlider senkten sich langsam herab, öffneten sich für einen kurzen Moment wieder und schlossen sich schließlich ganz.

 

                                                                      **********

 

Nur langsam wurde Buffy wieder wach. Sie hörte Vögel zwitschern, eine leise Brise wehte und ließ die Blätter an den Bäumen bedächtig rauschen. Alles klang friedlich und doch … irgendwie falsch. Vorsichtig öffnete sie die Augen und erkannte schemenhaft die Krone eines riesigen Baumes. Sie lag in einem Wald. Einem undurchdringlichen, wild wuchernden Wald.

Erschrocken setzte sie sich ruckartig auf und sah sich verwirrt um. „Verdammt! Wo bin ich?" Sie rappelte sich auf, sah dabei an sich herunter und schüttelte den Kopf. ‚Das darf ja wohl nicht wahr sein’, dachte sie und strich mit der Hand über das rauschende Kleid, das sie trug. Es war smaragdgrün, reichte bis zum Boden und hatte einen Ausschnitt, der mehr zeigte als verbarg.

„Hab ich dich endlich gefunden", hörte sie hinter sich eine krächzende Stimme.

Buffy drehte sich um, sah mit großen Augen die Armbrust, die geladen auf sie zeigte und rannte los. „Scheiße! Was zur Hölle ist das hier?", fluchte sie.

„Du kannst mir nicht entkommen", rief die Stimme und Buffy hörte, wie dicht hinter ihr trockene Zweige knackten. „Ich finde dich überall!"

Ich kann dir nicht entkommen?’, dachte Buffy. ‚Das wollen wir doch mal sehen.’ Wut kochte in ihr hoch.

Sie beschleunigte ihre Schritte, sprang über abgestorbene Bäume und herumliegende trockene Äste und versteckte sich hinter einem dichten Gebüsch. Sie sah sich um, sprang dann hoch und knickte einen dicken Ast von dem Baum ab, der ihr am nächsten war. „Das sollte reichen", murmelte sie leise und wog das schwere Stück Holz in der Hand. Vorsichtig spähte sie um das Dickicht herum, sah den Mann, der als altmodischer Jäger verkleidet war, und holte aus, als er näher kam.

Ein mächtiger Schlag traf seine Magengrube und er klappte zusammen. Buffy sprang aus ihrem Versteck, landete direkt neben ihm und trat ihn mit Wucht in die Seite. „Ich kann dir nicht entkommen?", schrie sie und trat erneut zu. „Wer bist du Idiot überhaupt?"

„Aua, verflucht!", schrie der Weidmann. „So geht das nicht. Das war so nicht abgemacht! Hör sofort auf damit!"

„…nicht abgemacht?", wiederholte sie verblüfft. „Was war so nicht abgemacht?"

„Herr Gott noch mal. Wir machen das jetzt seit… wie vielen Jahren?", fluchte der Mann. „Wieder und wieder? Jeden Gott verdammten Tag!" Er rappelte sich auf, sah sie an und seine Augen wurden groß. „Wer bist du und wo ist die Prinzessin?"

„Prinzessin?" Buffy war nun komplett verwirrt. ‚Was für eine Prinzessin?’

Die Prinzessin! Wer denn sonst?", fluchte der Jäger und wischte sich die trockenen Blätter von seiner Kleidung. „Ich jage sie, scheuche sie durch den Wald und lass sie schließlich doch laufen", erklärte er dann. „Mein Herz ist einfach zu weich für diesen Job!" Er reckte sich, murmelte leise vor sich hin und fasste schließlich an seinen Bauch. „Das hat verflucht weh getan", grummelte er dann und sah Buffy aufmerksam an. „Dir ist nicht zufällig jemand begegnet? Lange, ebenholzfarbene Haare, langes weißes Kleid?", fragte er halb hoffnungsvoll, halb erleichtert.

Ich glaube, ich bin im falschen Film’, dachte Buffy und schüttelte verwirrt den Kopf. ‚Moment mal. Film. Schneewittchen. Scheiße!’ Sie sackte in sich zusammen. ‚Ich bin in einem bescheuerten Film! Das kann nur ein Traum sein!’

„Hast du sie nun gesehen, oder nicht?", riss der Jäger sie aus ihren Gedanken.

„Nein, habe ich nicht", murmelte Buffy. ‚Ich will jetzt aufwachen. Jetzt! Auf der Stelle!

„Okay, dann mache ich Feierabend für heute", seufzte der Mann erleichtert. „Schönen Tag noch." Er wandte sich um, hob seine Armbrust auf und machte sich auf den Weg zurück in die Tiefe des Waldes.

„Moment!", rief Buffy ihm hinterher. „Was soll ich denn jetzt machen?"

„Keinen blassen Schimmer", meinte der Jäger und grinste fies. „Das ist nicht mehr mein Problem. Keine Prinzessin…also habe ich einen Tag frei." Er schob sich durch das Dickicht und verschwand.

„Na ganz toll", nörgelte die Jägerin und rümpfte die Nase. ‚Okay, ich träume. Vielleicht sollte ich mich einfach hier hinsetzen und warten, bis ich wieder aufwache. Und warum überhaupt wache ich nicht einfach auf?’

Eine ganze Weile stand Buffy da. Beobachtete Eichhörnchen und Vögel und blickte schließlich mit genervtem Gesichtsausdruck in den Himmel. ‚Okay. Bescheuerter Traum und ich wache nicht auf. Verdammt!’ Sie runzelte die Stirn und überlegte, was sie machen sollte. ‚Schneewittchen. Was zum Geier…?’ Die Jägerin seufzte schwer. „Na gut, dann gehe ich jetzt mal die Zwerge suchen."

Sie kämpfte sich einen Weg durch das Unterholz, verfing sich mit dem langen Kleid des öfteren in dornigen Ranken und fluchte schließlich laut. Sie blickte sich verstohlen um, hob dann den Rock des Kleides hoch und riss den Stoff rundherum in Höhe des Knies ab. Mit sich selbst zufrieden stiefelte sie weiter, verhedderte sich erneut und sah herab. Das Kleid war nachgewachsen! Es war wieder bodenlang und sie kniff wütend die Augen zusammen. Wieder und wieder zerriss sie den samtenen Stoff, aber so oft sie den Stoff auch zerfetzte, ständig wuchs das Kleid wieder zu seiner vollständigen Länge.

„Verdammt", schimpfte sie. „Und kein Monster in der Nähe, an dem ich meine Wut auslassen kann."

„Das kommt ganz darauf an, wen oder was du für ein Monster hältst", piepste eine Stimme.

Buffy sah sich um. Hinter einem dicken Felsen versteckte sich eine kleine Person und so absurd die ganze Situation auch war, sie musste einfach lachen. „Zwerge zählen nicht dazu", meinte sie schließlich und sah dem kleinen Männchen entgegen, das sich langsam aus seinem Versteck bewegte.

„Wer bist du?", piepste der Kleine. „Dich habe ich hier noch nie gesehen."

„Mein Name ist Buffy", stellte sie sich vor. „Und eigentlich sollte ich nicht hier sein."

„Buffy? Was für ein blö…, ähm merkwürdiger Name. Ist dir zufällig unterwegs eine Prinzessin begegnet? Sie ist überfällig." Der Zwerg kratzte sich die runde Nase und sah sie freundlich an.

„Nein. Anscheinend ist sie heute nicht hier. Ich habe schon mit dem Jäger gesprochen, er sucht sie auch. Oder hat sie gesucht, oder was auch immer. Es scheint fast so, als wäre ich an ihrer Stelle hier." Die Jägerin runzelte die Stirn. ‚Was mache ich hier überhaupt? Das kann doch alles nicht wahr sein! Langsam drehe ich durch..’ Sie wandte sich an das Männchen. „Du kannst mich nicht zufällig wecken, oder?"

„Du bist doch wach", piepste der Kleine. „Bist du sicher, dass es dir gut geht?" Er runzelte die Stirn.

„Ja. Nein. Es geht mir nicht gut. Ich gehöre nicht hierher und ich will sofort wieder zurück nach Hause!" Sie verzog das Gesicht. „Vergiss es. Sag mir einfach, wie ich von hier wegkomme!"

„Wo willst du denn hin? Ich kann dir höchstens den Weg zum Schloss zeigen, aber ich denke nicht, dass du da hingehen solltest. Wenn du wirklich den Platz der Prinzessin eingenommen hast… vielleicht solltest du dann lieber mit mir gehen."

„Ja, ja. Ich weiß schon", grummelte Buffy. „Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen…" Sie rollte mit den Augen. Wenn das hier ein Scherz von Willow war, dann, dann…! Nein, das würde ihre beste Freundin ihr niemals antun. Es konnte nur ein Traum sein. Sie kniff sich in den Oberarm, zuckte zusammen, als der Schmerz ihren Arm durchzog und sackte in sich zusammen. „Im Schlaf spürt man keine Schmerzen, oder?"

„Ich glaube wirklich, es wäre besser, wenn du mit mir kommst", meinte das kleine Kerlchen und nickte ihr aufmunternd zu. „Ein kleines bisschen Schlaf tut oft Wunder."

„Ich habe bis eben geschlafen", erwiderte Buffy leicht angesäuert.

„Vielleicht brauchst du ein wenig mehr Schlaf…"

„Ich bin nicht verrückt", meckerte die Jägerin. „Du hast doch auch gemerkt, dass ich hier fehl am Platz bin. Eigentlich erwartet ihr eine Prinzessin. Nun, ich bin definitiv keine."

„Wie auch immer", meinte das Männchen und tätschelte beruhigend ihre Hand. „Folge mir. Ich bringe dich zu unserem Häuschen."

In Buffy schoss die Wut hoch, als er sich umdrehte und auf seinen Stummelbeinchen davon marschierte. Am liebsten hätte sie ihm einen kräftigen Tritt verpasst, der ihn mehrere Meter weiter befördert hätte, aber sie kämpfte ihren Zorn nieder. ‚Er kann nichts dafür! Er ist nur ein blöder Zwerg aus einem noch blöderen Märchen!’

Sie folgte ihm über Stock und Stein und der Wald lichtete sich langsam. Ein kleiner ausgetretener Trampelpfad kam zum Vorschein und in der Ferne konnte sie eine Rauchwolke ausmachen, die in den Himmel empor stieg.

„Wir sind bald da", erklärte der Zwerg und deutete auf einen kleinen Hügel. „Die anderen warten schon", meinte er dann. „Chef, Hatschi, Schlafmütze, Happy, Brummbär und ähm… Spike. Mein Name ist übrigens…"

„Pimpi. Ich weiß", murmelte Buffy, die sich noch gut an die Namen der Zwerge erinnern konnte. Immerhin hatte sie den Film als Kind oft genug gesehen. Moment. Hatte der Zwerg gerade wirklich Spike gesagt? Das konnte ja wohl nur ein schlechter Scherz sein! ‚Oh, bitte. Lass das nicht wahr sein!’, dachte sie und fröstelte bei dem Gedanken, einem Minivampir zu begegnen. Musste er sie denn auch noch in ihren verrückten Träumen begleiten? Am liebsten wäre sie sofort umgedreht und weit weggelaufen. Das Problem war nur, sie hatte keinerlei Ahnung, wohin. Ihr würde also nichts anderes übrig bleiben…

„Woher kennst du meinen Namen?", erkundigte sich Pimpi erstaunt.

„Unwichtig", meinte Buffy und wischte die Frage mit einer Handbewegung beiseite. Aber ,da der Zwerg stehen blieb, sah sie ihm fest in die Augen. „Glaub mir, das willst du gar nicht wissen."

„Wenn du das sagst", grummelte der Kleine. Er öffnete eine kleine Gartenpforte und Buffy starrte wie gebannt auf das kleine Häuschen.

Das kann ja heiter werden’, dachte sie und hörte im nächsten Moment eine quietschende Stimme.

„Du hast sie gefunden", rief das Stimmchen aus dem Inneren des windschiefen Hauses. Die Haustür wurde aufgerissen und die Zwerge rannten ihr entgegen.

Der erste in der Riege, Happy, stockte. „Wer ist das?", krähte er und stoppte mitten im Lauf. Brummbär, der direkt hinter ihm lief, konnte nicht mehr bremsen und rannte ihn über den Haufen. Die anderen Zwerge folgten und wenige Sekunden später kullerten fünf Zwerge im Vorgarten wild durcheinander.

Aber Buffy achtete gar nicht darauf. Ihr Blick heftete sich auf Spike, der lässig an der Türzarge lehnte und eine Zigarette rauchte.

Es war tatsächlich Spike. Mitsamt seinem Ledermantel und der Springerstiefel. Allerdings war er etwa einen Meter kleiner als gewöhnlich und trug eine leuchtend rote Zipfelmütze.

Buffy sah ihn an, schloss dann fast verzweifelt die Augen und versuchte den drohenden Lachanfall zu verdrängen. Sie presste die Lippen fest aufeinander, pfiff pfeifend durch die Nase und klappte zusammen. Ob sie es nun wollte oder nicht, sie brach in schallendes Gelächter aus. Gröhlend drehte sie sich weg, klopfte sich auf die Schenkel und versuchte, sich selbst wieder unter Kontrolle zu bekommen. ‚Spike mit roter Zipfelmütze! Göttlich!’

„Was ist denn so komisch?", hörte sie ihn beleidigt rufen und sie presste ihre Hand auf den Mund. Es war definitiv Spikes Stimme. Nur klang sie, als hätte er einen riesigen Heliumballon verschluckt.

Die Jägerin konnte nicht antworten. Sie hatte schon Schwierigkeiten überhaupt zu atmen und brach komplett zusammen. Tränen flossen in Strömen aus ihren Augen und ihr Bauch schmerzte vom vielen Lachen.

„Verdammt! Was ist denn so komisch?" So quietschend seine Stimme auch war, man konnte deutlich heraushören, dass er eingeschnappt war.

Sie versuchte zu antworten, aber sie brachte kein Wort heraus. Ihre Arme ruderten wild und sie krümmte sich vor Bauchschmerzen.

„Slayer! Verdammt, was ist denn so lustig?"

Beinahe erleichtert fühlte sie eine kalte Hand auf ihrer Schulter, die sie sanft hin und her schaukelte.

„Buffy! Hey!"

Sie riss die Augen auf, starrte in die stahlblauen Augen des Vampirs und lachte wieder. Sie war zurück. Der Traum war vorbei und sie saß noch immer auf dem Fernsehsessel im Wohnzimmer. Buffy sah sich um. Die anderen waren scheinbar alle schon gegangen und sie war mit Spike alleine.

„Entschuldige", murmelte sie leise, konnte das Grinsen aber nicht aus ihrem Gesicht verbannen. „Anscheinend habe ich ziemlich lange geschlafen." Sie holte tief Luft. „Was machst du überhaupt noch hier?"

„Ich wollte mir den Film noch in Ruhe zu Ende ansehen", meinte er mit verwirrtem Gesichtsausdruck und deutete auf den laufenden Fernseher. „Allerdings verliert so ein Horror-Streifen gewaltig, wenn jemand die ganze Zeit laut lacht." Er wackelte mit den Augenbrauen. „Du hast von mir geträumt, richtig?"

Buffy lachte, stand auf und reckte sich. „Allerdings. Und du kannst dir nicht vorstellen, wie dankbar ich dir bin, dass du mich geweckt hast." Sie gähnte herzhaft und machte sich daran, den Raum zu verlassen. „Spike", sagte sie und wartete, bis er sie ansah. „Tu mir bitte einen Gefallen und kauf dir niemals eine rote Mütze!"

Mütze? Was für eine bescheuerte Mütze?’, überlegte er und hörte, wie die Jägerin kichernd die Treppe hinaufstieg. „Vollkommen durchgeknallt", murmelte er böse, nahm die Fernbedienung vom Tisch und stellte den Ton etwas lauter. „Eine rote Mütze! Bäh! Wer oder was bin ich denn? Vielleicht ein Zwerg? Pffft. Als würde ich so etwas jemals aufsetzen!"

 

Ende