
Secret Dream
Sie hatten sich getrennt. Während Angela sich in südlicher Richtung nach Danny umsehen wollte, wandten sich Brennan und Booth nach Osten. „Wir hätten zusammen bleiben sollen," brummte Seeley missmutig, während sie durch den Sand stapften. „Was, wenn Angela sich verirrt, oder sie könnte stürzen und sich verletzen."
„Sie ist jedes Jahr drei Wochen in der Wüste und kennt die Gefahren, also ist es unnötig, sich Sorgen zu machen. Sehen wir besser zu, dass wir diese Danny finden, bevor es dunkel wird. Denn einen weiteren Tag wird sie nicht überleben." Temperance blieb stehen und schaute vor sich auf den felsigen Boden. „Der Fels weist Kratzer auf. Scheint sich um Schleifspuren zu handeln."
Booth beugte sich hinunter, um die Spuren genauer zu betrachten. „Sie führen nach Südwest, folgen wir ihnen. Vielleicht haben wir Glück und sie führen uns zu Danny."
Eine Stunde folgten sie der Fährte durch unwegsames Gelände, bis sie auf einer Bergkuppe standen, auf der sich die Spur jedoch verlor.
Der FBI-Agent schnaubte und nahm einen Schluck aus der Wasserflasche, danach sah er Bones bekümmert an. „Lange reicht das Wasser nicht mehr und, wenn wir zurück sind, werde ich mich einwässern."
„Das verstehe ich nicht," entgegnete Temperance stirnrunzelnd und trank ebenfalls.
„Erst werde ich duschen, so lange, bis meine Haut das Wasser, welches ich ausgeschwitzt habe, wieder aufgefüllt hat."
„Das ist unlogisch, Booth. Der Körper kann von außen kein Wasser aufnehmen."
Der Agent verdrehte die Augen. „Das. Weiß. Ich. Sei nicht immer so... fantasielos."
„Ich bin nicht fantasielos, was du sagst, ist nur unlogisch."
„Es geht um das Gefühl, verstehst du? Stell dir vor, wie das Wasser über deinen Körper fließt, kühl, erfrischend, belebend. Dann noch ein kühles Bier in der Hand und schon ist diese Hitze leichter zu ertragen," erklärte Booth und öffnete einige Knöpfe seines Hemdes.
„Ich verstehe, Selbstsuggestion. Das ist irrational und wenig hilfreich."
„Natürlich," ereiferte sich Booth auf dem schmalen Felsgrad umherlaufend und mit den Händen fuchtelnd. „Alles was nicht rational, technisch nachweisbar oder wissenschaftlich erklärbar ist, übersteigt deine Vorstellungskraft. Wenn ich es nicht anders wüsste, würde ich sagen, du bist ein Roboter. Vorstellungskraft, Bones, das ist es, was unser Leben bereichert. Fantasien. Träume. Wünsche. Verstehst du? Nein, das tust du nicht, du kannst nur...."
Ein kleiner falscher Schritt war es, der Booth`s Redeschwall stoppte. Er rutschte ab, und bevor er sich fangen konnte, schlidderte er den Fels hinunter. Verzweifelt versuchte er sich an einem der kleinen Vorsprünge zu halten, doch vergebens.
„BOOTH!", hörte er Temperance noch erschrocken rufen, bevor sein Kopf auf die Felsplatte knallte und er das Bewusstsein verlor.
~*~
„Seeley, du hast genug geschlafen. Komm schon und mach die Augen auf. Wir sind an einem See gelandet und ich möchte schwimmen."
Booth schlug die Augen auf und schaute Temperance verwirrt an. „See? Schwimmen? Wovon redest du?" Vorsichtig richtete er sich auf, verwundert, dass er nach diesem Sturz keine Schmerzen hatte. Er sah an sich herunter. Keine Verletzungen und nicht mal seine Kleidung hatte etwas abbekommen. ’Da habe ich mehr als Glück gehabt,’ dachte er und stand vollends auf.
„Ich rede davon, dass wir die Gelegenheit nutzen sollten. Wer als erstes im Wasser ist," lachte Temperance gut gelaunt und begann sich auszuziehen.
Booth starrte sie an, als wäre sie das achte Weltwunder. „Was ist nur mit dir los? Seit wann machst du Witze und bist so sorglos? Die Sonne. Vermutlich ein Sonnenstich." Der Agent griff Temperance besorgt an die Stirn, doch sie schlug ungehalten seine Hand weg. „Rede keinen Unsinn. Mir geht es gut. Wenn ich einen Sonnenstich hätte, wäre mir schlecht und ich würde mich irgendwo im Schatten verkriechen. Und jetzt komm endlich ins Wasser."
Sie streifte sich das T-Shirt über den Kopf und lief nur mit ihrer Unterwäsche bekleidet auf den See zu, um mit einem Kopfsprung hineinzutauchen.
Stirnrunzelnd schaute Seeley ihr nach. „Okay, entweder habe ich ein Blackout über die letzten Wochen, oder Monate, oder..."
„Komm endlich rein, Seeley, oder muss ich dich holen?" Temperance stand im Wasser, das ihr gerade bis zu den Beckenknochen reichte und daher eine gute Sicht auf ihre Brüste ermöglichte, da der dünne Stoff ihres BH`s so gut wie nichts verbarg.
Der FBI-Agent schluckte bei diesem erotischen Anblick. Vergessen waren eventuelle Blackouts oder andere Ungereimtheiten. Diese Frau, die er schon seit so langem begehrte, wollte ihn, oder zumindest wollte sie zusammen mit ihm schwimmen, was schon mehr war, als Seeley sich je erträumt hatte und so beeilte er sich aus seinen Kleidern zu kommen.
Kaum hatte er sich bis auf die Boxer–Short ausgezogen, sprang er auch schon ins Wasser und tauchte erst knapp vor Temperance auf.
Lachend legte sie ihre Hände auf seinen Kopf und drückte ihn wieder unter Wasser. Als er prustend wieder hochkam, hatte sie sich mit ein paar raschen Schwimmstößen von ihm entfernt und er schwamm ihr nach. Doch, sobald Seeley ihr zu nahe kam, tauchte sie weg.
‚Sie spielt mit mir,’ dachte Seeley amüsiert und stieg sogleich auf ihr Treiben ein.
Letztendlich gelang es ihm, Temperance zu fassen, seine Arme auf ihre Hüften zu legen und sie an sich zu ziehen. Lachend drehte sie sich zu ihm um und küsste ihn kurz auf den Mund.
Dadurch völlig überrascht ließ er sie los und ihr Spiel begann von Neuem, bis sie erschöpft ans Ufer schwammen und sich in den warmen Sand fallen ließen. Seeley auf den Rücken, Temperance neben ihm auf dem Bauch liegend, begann sie mit ihrem Finger Muster auf seine Brust zu zeichnen, doch er fing ihre Hand ein und führte sie zu seinem Mund, um jeden einzelnen Finger zu küssen. „Hier gefällt es mir, wir sollten bleiben," flüsterte er und ihre Blicke trafen sich. Ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit breitete sich in seinem Körper aus, als sie ihn anlächelte, bevor sie ihren Kopf auf seine Brust bettete und zufrieden seufzte, „Ja, ich bin ganz deiner Meinung, wir sollten bleiben."
Nun war es Seeley, der Temperance unsichtbare Muster auf den Rücken malte, mit den Fingern durch ihr feuchtes Haar strich und murmelte: „Es ist schön, dir so nah zu sein, du hast keine Ahnung, wie lange ich mir das schon wünsche und nun, endlich."
Temperance hob den Kopf und lächelte ihn an, bevor sie hoch krabbelte und sich mit ihrer ganzen Länge auf Seeley legte. „DAS ist nahe," lachte sie leise und küsste Booth zart auf den Mund. „Und das, und das..." flüsterte sie jedes Mal, wenn sie die verschiedenen Stellen seines Gesichts küsste.
Und Booth ließ sich fallen, genoss jede einzelne Zärtlichkeit, die Temperance ihm zukommen ließ und als sie ihn auch noch aufforderte, sich nicht zu bewegen, während sie ihre Hände einsetzte und sie hauchzart über seinen Oberkörper wandern ließ, seufzte er ergeben.
Doch es gelang ihm nicht lange, ihrer Aufforderung Folge zu leisten. Zu aufregend war das, was sie mit ihren Händen und ihrem Mund anstellte und er umfasste ihren Kopf mit seinen großen Händen, zog sie vorsichtig zu sich und küsste sie mit einer Intensität, die sie zum Keuchen brachte.
Zufrieden, diese Reaktion in ihr ausgelöst zu haben, glitt er mit seinen Händen über ihren Rücken. Seine Finger suchten und fanden den Verschluss ihres Bh`s, er öffnete ihn geschickt und streifte ihr die Träger von den Schultern. Sie fest umarmend drehte er sich und als Temperance daraufhin auf dem Rücken lag, entfernte er das nasse Teil ganz, um nun seinerseits eine Spur von heißen Küssen auf ihren Brüsten zu verteilen. Mund, Zunge und Hände abwechselnd einsetzend, schenkte er jedem Zentimeter dieses makellosen Körpers besondere Aufmerksamkeit. Temperance stöhnte leise, begann sich unter seinen Liebkosungen zu winden und als Seeley ihr den Slip abstreifte, bog sie sich ihm willig entgegen.
Die Luft knisterte vor erotischer Spannung, Booth konnte es förmlich spüren. Jeden Augenblick würde sich erfüllen, wovon er schon seit so vielen Nächten träumte. Nein, das hier war viel besser als jeder seiner Träume. Hier, in der Wirklichkeit war Bones sanft, anschmiegsam, willig, ganz anders als.....
„Irrationales Denken und Handeln. Nur deswegen bist du abgestürzt. Was beweist, dass meine Art zu denken, die Richtige ist."
„WAS?" Völlig orientierungslos öffnete Booth die Augen, erkannte Bones, die ihn kritisch musterte und ärgerlicher Weise völlig angezogen war.
Seeley brauchte eine Weile, um zu begreifen, dass das, was er jetzt, in diesem Augenblick erlebte, die Realität war. ‚Geträumt, ich habe schon wieder alles nur geträumt,’ stellte er im Gedanken fest und tiefe Traurigkeit machte sich in seinem Herzen breit.
„Du bist abgestürzt, weil du dich irrational verhalten hast und warst ein paar Minuten bewusstlos," fühlte sich Temperance gemüßigt zu erklären und der Agent lächelte freudlos. „Ich wusste, dass du das sagen würdest. Rational und mit einer kurzen Begründung. Aber nett, dass du mich wenigstens weich gebettet hast," murmelte er, da er bemerkte, dass sein Kopf in Temperance`s Schoß lag und sie ihm die Haare aus der Stirn strich. ‚Besser als nichts,’ dachte er noch, als Temperance schon weiter erläuterte. „Ich musste deinen Kopf untersuchen und so war es einfacher. Kannst du dich bewegen?"
„Nein," erklärte er entschieden, ohne es überhaupt zu versuchen, denn der Gedanke, ihre streichelnden Hände nicht mehr zu spüren, bereiteten ihm fast körperliche Schmerzen.
„Ich denke schon, also stell dich nicht so an und versuche es," verlangte sie jedoch und Booth fügte sich widerwillig, als sie ihm half, sich aufzurichten.
„Denkst du, dass hier einmal ein See war?", fragte er, in die Weite blickend, während er langsam auf die Füße kam. Sein Gesicht verzog sich vor Schmerz, als er bemerkte, dass seine linke Schulter ordentlich weh tat.
„Diese Fragen kann ich nicht beantworten. Dazu müsste ich in den alten Landkarten nachsehen."
„Oder einmal einer entstehen wird. Irgendwann?", setzte er nach, noch immer in seinem Traum verhaftet.
„Unwahrscheinlich, denn durch die globale Erwärmung müssen wir davon ausgehen, dass sich die Wüste immer weiter ausbreitet. Also rechne nicht damit, dass du deine Haut mit Wasser auffüllen kannst, wie du es unsinniger Weise nanntest."
„Du bringst mich immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, Bones. Wie erfreulich," knurrte er unzufrieden und klopfte sich vorsichtig den Staub von der Kleidung.
„Das verstehe ich nicht," entgegnete Temperance ehrlich und runzelte die Stirn.
„Mach dir keine Gedanken, das ist unwichtig, gehen wir." Vorsichtig setzte Booth sich in Bewegung. Temperance bemerkte, dass er leicht schwankte, eilte auf ihn zu und musterte ihn eingehend, während sie seine Hand fürsorglich in die ihre nahm. „Dir geht es nicht so gut. Kann sein, dass du eine Gehirnerschütterung hast."
„Hm," brummelte er nur, umschloss ihre Finger aber fester und ein warmes Gefühl machte sich in ihm breit. Auch wenn er zuvor nur geträumt hatte, das hier war real, wenn auch nicht so, wie er es sich wünschte. Aber immerhin hielten sie sich an den Händen und auch, wenn Bones das nur als Hilfestellung tat, Seeley weigerte sich, das so zu sehen. Für ihn war es der Beginn seiner Träume und er hoffte einfach, dass sie sich mit der Zeit erfüllen würden.
Ende!