Titel: Satisfy my Desire
Autor: Silentthunder
Inhalt: Eine Weihnachtsgeschichte. Buffy hat eigentlich nur einen Weihnachtswunsch… aber wird der sich auch erfüllen?
Altersfreigabe: keine
Teile: 1
Beta: Lorias
Storypic: Silentthunder
Hauptcharakter(e): Alle Scoobies

 

 

Satisfy my Desire

 

„Buffy? Alles okay?" Willow sah ihre beste Freundin aufmerksam an. „Du sieht nicht gerade glücklich aus."

Zusammen standen sie im zugeschneiten Garten des neuen Summers-Hauses, dick eingemummelt in Schal, Mütze und Handschuhen und sahen dabei zu, wie Kennedy, Dawn, Xander und seine neue Freundin Jacky einen enorm großen Schneemann bauten.

Jacky war eine nette junge Frau, die alle mehr oder weniger gleich ins Herz geschlossen hatten. Sie studierte an der hiesigen Uni und war, ganz anders, als sie es von Xander gewohnt waren, keine Dämonin, sondern ein ganz normaler Mensch und war stets hilfreich und gut gelaunt.

„Alles bestens", beeilte sich Buffy zu sagen, doch das Lächeln, dass sie versuchte, verunglückte kläglich.

„Du musst mit ihm reden", flüsterte Willow, die sofort geschaltet hatte, weswegen ihre Freundin so bedrückt war. Wieder einmal. Schon seit Monaten ging das nun schon so und sie konnte nicht verstehen, warum Buffy sich so quälte. „So geht das nicht weiter und das weißt du auch."

„Ich kann das nicht", Buffy drehte sich weg und ging ein paar Schritte auf die Terrasse zu. Es war schon schlimm genug, dass Willow sie sofort durchschaut hatte. Den anderen wollte sie die Vorweihnachtszeit nicht auch noch vermiesen.

Aber die Rothaarige gab so schnell nicht nach und folgte ihr. „Buffy. Wie lange willst du noch Trübsal blasen?" Sie hob die Hand und bremste die Einwände der Jägerin aus. „Ich weiß. Du willst ihn nicht belasten. Du willst, dass er endlich seine Ruhe findet. Das alles hast du mir oft genug gesagt und vielleicht glaubst du mittlerweile selbst daran. Aber ich denke, er hat ein Recht darauf, es zu wissen. Hast du mal daran gedacht, dass er mit dem Thema vielleicht gar nicht abschließen kann, so wie du es dir wünschst? Er liebt dich und das weißt du."

„Nicht mehr", sagte Buffy leise und blickte angestrengt in den Himmel. „Ich habe es ihm gesagt. Damals… über dem Höllenschlund. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn liebe. Er hat mir nicht geglaubt. Warum sollte er es jetzt tun?" Sie seufzte, sah ihre Freundin an und schüttelte den Kopf. „Willow, ich weiß, du meinst es gut. Aber wir lassen alles so, wie es ist. Er hat seine Ruhe und ich werde meine auch irgendwann finden." Sie drehte sich um, betrat das Haus und eilte in die Küche.

Kennedy hatte am Abend zuvor einen Weihnachtspunsch zubereitet, der es in sich hatte und das konnte sie jetzt gut gebrauchen. Sie nahm eine Tasse aus dem Küchenschrank und goss sich eine große Portion des Punsches ein. ‚Ich muss endlich mit dem Thema abschließen. Ich muss ihn endlich vergessen!’ Doch so sehr sie auch versuchte, ihn zu vergessen, sie wusste, es würde ihr nicht gelingen und sie seufzte schwer.

Die Terrassentür wurde aufgestoßen, ein Schneeball flog durch die Küche, knallte an die Kühlschranktür und Dawn kam lachend herein gesprungen. Sie wirbelte herum, stieß die Tür wieder zu und sprang zurück, als ein weiterer Schneeball an die Scheibe klatschte. „Schnee ist toll", grinste sie Buffy an. „Ich hatte lange nicht mehr soviel Spaß."

„Jaaa", meinte Buffy und trank einen weiteren Schluck Punsch. Sie verzog das Gesicht, als der viele Rum darin in ihrem Hals brannte, doch dann stellte sie die Tasse in die Spüle und stellte sich neben ihre kleine Schwester, um ebenfalls durch die Scheibe der Tür nach draußen zu sehen. „Eine Schneeballschlacht", nickte sie und versuchte, ihre schlechte Laune von sich zu schieben. „Und warum bist du dann hier?" Sie schnappte sich Dawn und schob sie wieder nach draußen. „Wir gegen alle", lachte sie, griff in den Schnee und bildete den ersten Ball. „Los! Gib alles, was du hast", grinste sie ihre Schwester an und warf Xander die Schneekugel an den Kopf. „Volltreffer", lachte sie und ging in Deckung, als Bälle von Kennedy, Willow und Jacky auf sie zuflogen. „Wir machen euch fertig", rief sie lachend. „Passt nur auf, wenn wir erstmal richtig anfangen, dann habt ihr keine Chance!"

 

                                                                                            *~*~*

 

„Was meinst du? Ist der Baum groß genug?" Xander stand mit überlegendem Gesichtsausdruck vor einer riesigen Tanne und wandte sich dann Buffy zu. „Oder sollen wir weitersuchen?"

„Ich denke, dieser passt nicht einmal ins Wohnzimmer", lachte Buffy. „Da müssten wir unten mindestens einen Meter absägen." Sie zog einen kleineren Baum aus dem Wust des Angebots und stellte ihn hin. „Der hier ist doch klasse", meinte sie dann.

„Viel zu klein", grinste Xander und sah mit seiner Augenklappe recht verwegen aus. „Da passen die ganzen Geschenke gar nicht drunter."

Willow hatte ihm damals angeboten, sein Auge durch Magie wieder herzustellen, doch er hatte abgelehnt und Buffy wusste auch warum. Zumindest konnte sie es erahnen. Ihrer Meinung nach war es für ihn wie ein Tribut für Anyas Tod und sie konnte es ihm nicht einmal verübeln. Auch sie hatte, wie fast alle, etwas Wichtiges in Sunnydale verloren, doch sie wischte die schmerzvollen Gedanken beiseite und nickte. „Dann müssen wir ein Mittelding finden."

Sie wanderten weiter durch die unzähligen Reihen von Weihnachtsbäumen und blieben hin und wieder stehen, um ihre Auswahl zu begutachten. „Der könnte es sein", überlegte Buffy laut. „Der passt bestimmt, und schau mal, du hast auch genug Platz, um deine ganzen Geschenke darunter zustellen."

„Jepp, der ist gut. Den nehmen wir", nickte Xander und rief den Verkäufer herbei. „Stimmt es, das Dawn Andrew eingeladen hat?", fragte er, während der Händler den Baum zum Parkplatz schleifte.

„Allerdings", nickte Buffy und unterdrückte ein Lachen. „Ich glaube, sie mag ihn. Auch wenn ich nicht ganz verstehe, warum."

„Du meinst… du meinst Dawn und … und Andrew? Das kann nicht sein!" Xander schüttelte bestürzt den Kopf. „Der Kerl ist doch total irre. Absolut durchgeknallt. Und an seine Vergangenheit darf ich gar nicht erst denken."

„Wir haben fast alle so eine Vergangenheit", erwiderte Buffy leise. „Danach sollten wir ihn nicht beurteilen. Wir haben fast alle Dinge gemacht, auf die wir nicht besonders stolz sein können." Sie dachte daran, wie sie Spike behandelt hatte, daran, was Willow mit Warren gemacht hatte, aber auch daran, wie Xander Anya vor dem Altar stehen lassen hatte. „Die Vergangenheit sollte endlich ruhen", sagte sie fest und auch Xander nickte.

„Du hast Recht. Aber so ganz kann ich ihre Wahl nicht nachvollziehen." Er zuckte bedeutungsvoll mit den Schultern. „Naja, wer weiß… vielleicht ist es nur eine Schwärmerei und sie überlegt es sich noch anders."

„Kommt Jacky eigentlich auch?", fragte Buffy, drückte dem Verkäufer das Geld für den Tannenbaum in die Hand und sah ihren besten Freund lächelnd an. „Oder wollt ihre Beide Weihnachten etwa alleine feiern?"

Xander hatte nur für ein paar Wochen mit ihnen zusammen in einem Haus gewohnt. Dann hatte er sich eine eigene Wohnung gesucht. Es waren einfach zu viele Frauen gewesen und er fühlte sich arg im Nachteil. Vor allem, wenn es um die Badezimmereinteilung ging.

„Heiligabend kommen doch alle zusammen", meinte er und stieg in seinen Wagen. Er wartete, bis Buffy auf dem Beifahrersitz Platz genommen hatte und fuhr rückwärts vom Parkplatz. „Das ist doch schon fast eine Tradition. Wir essen einen Weihnachtsbraten, sollte er ausnahmsweise mal gelingen, trinken Punsch und verteilen unsere Geschenke. Ich liebe dieses Wichteln untereinander. Auch wenn das nicht unbedingt der richtige Ausdruck dafür ist. Immerhin beschenkt ja jeder jeden."

„Stimmt", nickte die Jägerin bedächtig. „Nur schade, dass Giles dieses Jahr nicht dabei sein wird."

„Ist er immer noch in Schottland?" Xander lächelte. „Ich kann mir vorstellen, wie der alte Haudegen vor dem Kamin sitzt, einen seiner gewaltigen Wälzer in den Händen hält und darauf wartet, dass der ganze Schnee schmilzt."

Buffy lachte. „So ähnlich habe ich mir das auch vorgestellt", nickte sie und bestaunte mit hochgezogenen Augenbrauen die kitschig bunte Weihnachtsdekoration eines Zeitungskiosks, an dem sie gerade vorbeifuhren. „Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob Eingeschneit sein wirklich so toll ist. Du kennst das doch. Alles, was man nicht kann, will man umso mehr. Und auch, wenn sich Giles für sein Leben gerne durch Bücher ackert… immer nur in einem Haus zu sein, wird sogar ihn langweilen."

„Wohl wahr", bestätigte Xander und fädelte sich geschickt in den Verkehr auf der Hauptstraße ein. „Vielleicht fühlt er sich auch alleine und ist ganz wehmütig, weil er nicht bei uns sein kann." Er sah Buffy an und lachte. „War ein Scherz. Immerhin ist er nicht alleine da und hat bei den Schneemengen einen Höllenspaß. Immerhin sind ihm die ganzen neuen Wächteranwärter hilflos ausgeliefert. Weglaufen kann ja keiner und er wird sie ordentlich drillen."

„Wahrscheinlich", lachte Buffy. „Sag mal, hast du schon ein Geschenk für Jacky? Ich meine, ihr seid ja erst seit einem Monat zusammen und da ist es bestimmt nicht einfach, etwas Passendes zu finden."

„Ich hatte Glück", erzählte Xander. „Wir standen letztens zufällig vor einem Klamottengeschäft und sie mochte den Pullover in der Auslage. Ich habe ihn gleich am nächsten Tag gekauft." Er zuckte mit dem Schultern. „Solange sie mir keine Feinripp-Unterwäsche und Socken schenkt, sollte also alles gut gehen."

„Soll sie wohl nicht!", lächelte Buffy. „Dazu ist sie viel zu schlau. Ich schätze mal, sie weiß mittlerweile, auf welche Art Unterwäsche du stehst."

„Was soll das denn heißen", erwiderte Xander gespielt entrüstet. „Tse, wo deine Gedanken dich wieder hinführen."

„Ehrlich gesagt, denke ich gerade ans Plätzchenbacken. Ich habe es Dawn versprochen, aber ich muss gestehen, ich habe gar keine Lust dazu. Am liebsten würde ich mich drücken." Sie wartete, bis Xander seinen Wagen vor dem Haus geparkt hatte und stieg aus. „Naja, versprochen ist versprochen."

„Gutes Mädchen", lächelte Xander aufmunternd und klopfte ihr auf die Schulter. Er öffnete seinen zugebundenen Kofferraumdeckel und hievte den Weihnachtsbaum auf den frisch geräumten Gehweg. „Außerdem mag ich Plätzchen. Also denk an mich und back eine Ladung für mich extra."

„Mach ich", nickte Buffy und folgte ihm hinauf zum Haus. „Schokolade?"

„Du hast mich durchschaut", grinste er und öffnete die Haustür. „Halloooo. Der Weihnachtsmann, sein Assistent und der Baum sind da. Wer hilft beim Aufstellen und Schmücken?"

Dawn kam aus der Küche geeilt, doch ihr Gesicht war ernst. Sie beachtete Xander gar nicht, sondern wandte sich sofort an Buffy. „Dad hat gerade angerufen!"

Verblüfft sah die Jägerin ihre kleine Schwester an. „Dad? Was wollte er?"

„Ich habe keine Ahnung", brummte die kleine Summers. „Ich habe aufgelegt. Er hat sich seit Jahren nicht um uns gekümmert. Dann brauch er jetzt nicht mehr damit anfangen."

„Hast du gut gemacht", nickte Buffy und nahm ihre Schwester in den Arm. „Wir brauchen ihn nicht. Nicht mehr. Er soll bleiben, wo der Pfeffer wächst." Sie zog ihre dicke, warm gefütterte Jacke aus und hängte sie an die Garderobe. „Was meinst du? Wollen wir den Baum schmücken?"

„Klar", nickte Dawn sofort begeistert. „Und dazu stellen wir uns den Fernseher an. Im Moment läuft Der Grinch und was passt besser dazu? Er wird uns in die richtige Stimmung bringen."

„Okay, Mädels", meinte Xander und grinste beide Frauen an. „Ich verschwinde dann erstmal. Wir sehen uns spätestens morgen Abend. Bis dann!" Er hob zum Abschied die Hand und öffnete wieder die Haustür. „Und vergesst nicht, eure Stiefel vor die Tür zu stellen. Vielleicht bringt euch Santa ja noch ein Extra-Geschenk." Er grinste breit und verschwand.

„Also gut", sagte Buffy und klatschte tatkräftig in die Hände. „Dann mal los. Erst den Baum schmücken und dann wollen wir Plätzchen backen."

„Du hast Glück", feixte Dawn, die wusste, wie wenig Lust Buffy dazu hatte. „Kennedy und ich haben schon angefangen. Der Teig muss nur ein bisschen ruhen, bevor wir weitermachen können."

„Ich muss nicht backen?", erkundigte sich Buffy und seufzte erleichtert, als ihre kleine Schwester wissend nickte. „Gott sei Dank. Das ist auch wirklich nicht das Richtige für mich. Aber wenn Kennedy mit dir Plätzchen backt… wo ist dann Willow? Die beiden wollten doch heute Nachmittag auf den Weihnachtsmarkt."

„Keine Ahnung." Dawn zuckte mit den Schultern. „Sie hat irgendwas von Besorgungen erledigen gemurmelt und dann war sie auch schon verschwunden." Zusammen mit Buffy zog sie den Baum auf den extra dafür freigeräumten Platz und lächelte. „Er wird bestimmt wunderschön."

„Wenn er erstmal fertig ist", nickte Buffy.

„Ganz genau. Wenn er fertig ist."

 

                                                                                                 *~*~*

 

Die Stunden bis zum heiligen Abend vergingen schneller, als Buffy gedacht hatte und ihre Laune wurde immer schlechter. Am liebsten wäre sie in ihr Bett gekrabbelt und hätte die Decke über den Kopf gezogen. Aber das konnte sie wohl kaum machen und so zog sie sich um und lauschte dabei auf die aufgeregten Stimmen, die aus der unteren Etage zu ihr hinauf drangen.

„Ich bin kein Weihnachtsmuffel", beschwerte sich Andrew gerade bei Xander, der ihn unablässig aufzog. „Ich mag dieses Fest einfach nicht. Weihnachten ist der Orgasmus des Kapitalismus!"

„Wie bist du denn drauf?", knurrte Xander. „Welchen Baum hast du geraucht? Also ehrlich. Wenn wir jemals Freunde werden wollen, dann fängst du lieber so langsam damit an, dich wie ein normaler Mensch zu benehmen."

„Lass ihn", warf sich Dawn schützend vor ihren neuen Freund. „Du verstehst ihn einfach nicht."

Buffy brauchte Xanders Gesicht nicht sehen, um zu wissen, was er gerade im Moment dachte und sie musste schmunzeln. Seine kleine Dawn, die ihn so lange angehimmelt hatte, hatte sich zu einer jungen Frau entwickelt und es war vorherzusehen, dass ihm ihre Auswahl für einen Freund nicht gefallen würde. Allerdings musste Buffy sich eingestehen, dass es ihr dabei ebenso erging und sie darauf hoffte, dass es wirklich nur eine Schwärmerei von Dawn war. Andrew passte nicht zu ihr. Sie waren so unterschiedlich, wie es nur ging und schienen aus zwei verschiedenen Welten zu kommen.

Für einen kurzen Augenblick erlaubte sie es sich an Spike zu denken, dann blickte sie ein letztes Mal in den Spiegel und sah sich selbst beim Schulterzucken zu. „Weihnachten. Eigentlich habe ich nur einen Wunsch. Aber den werde ich nicht einmal laut aussprechen!" Sie seufzte leise. „Auf in den Kampf."

Sie war kaum die Treppe heruntergegangen, da stürmte Willow aus der Küchentür. „Wir haben ein Problem. Das Essen ist fertig, der Braten allerdings…", sie seufzte leise und sah furchtbar enttäuscht aus, „der Braten ist…ähm, verbrannt."

„Nicht schon wieder", stöhnte Xander und nahm die Hand seiner Freundin. „Weißt du, ich liebe Traditionen, aber die gehört definitiv nicht dazu. Es scheint wie eine Art Fluch. Fleisch gibt es hier zu Weihnachten nie, weil es immer vorher schon verbrennt."

„Aber diesmal war ich schlauer", lächelte Buffy und nahm Willow tröstend in die Arme. „Ich habe jede Menge Würstchen gekauft und sie im Keller versteckt. Wir werden alle satt werden. Kein Problem."

 

                                                                                           *~*~*

 

Das Weihnachtsessen hatte schließlich doch jedem geschmeckt und alle waren satt und gut gelaunt, als sie zurück ins Wohnzimmer gingen. Dawn war allen vorausgeeilt und hatte Musik angestellt und sämtliche Kerzen angezündet, die sie hatte finden können.

Es war ein wunderschöner, sehr gemütlicher Anblick. Doch Buffy fühlte sich das erste Mal an diesem Abend wie das fünfte Rad am Wagen und da konnte auch das Weihnachtslied, das im Hintergrund dudelte, nicht helfen, genauso wenig wie der goldene Kerzenschein, der von auf den hellen Wänden widerspiegelte. Egal wo sie hinsah, überall standen glückliche Pärchen und sie seufzte leise.

Willow hatte Kennedy fest im Arm und sie wiegten sich im Takt der Musik hin und her, Xander strahlte über das ganze Gesicht und drückte Jacky einen flüchtigen Kuss auf die Stirn und Dawn alberte mit Andrew herum und setzte ihm eins dieser kitschigen Elchgeweihe auf.

Okay’, dachte Buffy und ließ sich auf das Sofa fallen. ‚Tu einfach so, als wärst du bestens zufrieden. Es ist Weihnachten und heute willst du keinen in deine miese Stimmung hereinziehen.

Sie kramte ein Geschenk unter dem Baum weg und überreichte es Dawn. „Aber denk dran", meinte sie zwinkernd, „heute wird nur eins ausgepackt."

„Bin doch kein Baby mehr", motzte die Jüngste im Raum, doch dann riss sie das Paket auf und hüpfte aufgeregt, als sie genau die Strickjacke darin fand, die sie sich gewünscht hatte. „Danke, Buffy", rief sie begeistert und umarmte ihre Schwester stürmisch. „Du bist die Beste!"

Alle stürmten auf ihre Geschenke los und es war wieder Dawn, die sich als erstes zu Wort meldete. „Ähm, was ist das?", fragte sie laut und hielt einen knappen roten Stofffetzen in die Luft."

„Ach du meine Güte." Willow sprang mit knallrotem Gesicht aus und riss es ihr aus der Hand. „Das war ein Versehen. Das war für Kennedy gedacht. Entschuldige bitte." Sie warf Buffy einen ängstlichen Blick zu, doch die lachte nur. Schnell verstaute sie das sexy Santa Kostüm wieder in dem Karton und schob ihn unters Sofa. „Wo ist sie überhaupt? Kennedy, meine ich."

„Ich bin hier." Die Stimme der zweiten Jägerin war sehr leise und sehr sanft. Alle wandten sich sofort um und sahen zu, wie sie mit einem kleinen schwarzen Kätzchen auf dem Arm aus dem Esszimmer kam. „Eine richtige Hexe braucht eine Katze", lächelte sie Willow entgegen, die aufgeregt aufsprang und in die Hände klatschte.

„Ach du meine Güte. Wie süß." Sie nahm das kleine schwarze Fellknäuel entgegen und versteckte sofort ihr Gesicht in dem kuscheligen Fell. „Danke", sagte sie leise und lächelte ihre Freundin glücklich an. „Das ist so… so süß von dir."

„Haben dann alle ihre Geschenke ausgepackt?", fragte Xander, der sich mit seiner Freundin auf dem großen Sofa lümmelte. „Oder haben wir wen vergessen?" Erwartungsvoll sah er zu Buffy, doch sie zuckte nur mit den Schultern.

„Ich denke, wir sind durch", meinte sie und stapelte ihre neuen Sachen vor sich auf dem Tisch auf.

„Nicht ganz", lächelte Willow undurchsichtig. „Ein Geschenk fehlt noch. Buffy hat von mir noch keins bekommen."

„Nicht?", fragte die Jägerin verblüfft.

„Nein. Mein Geschenk ist draußen." Wieder lächelte sie. Sie zwinkerte Kennedy zu, die daraufhin zur Haustür ging und sie öffnete.

„Frohe Weihnachten", murmelte Willow, doch Buffy hatte keine Zeit um zu antworten.

Vor der Tür stand eine wohlbekannte Person und sie schluckte schwer. „Spike!" Kein Laut drang über ihre Lippen, sie formten das Wort und er hatte es offenbar erkannt, denn er nickte kurz. Buffy war schwindelig und ihre Beine fühlten sich an, als wären sie aus Pudding.

„Jetzt aber", grinste Xander, der keineswegs überrascht war. Alle hatten gewusst, wo Willow am Nachmittag zuvor gewesen war. Alle, bis auf Buffy.

Buffy wurde von Dawn auf die Füße gezogen, sanft in Richtung Tür geschoben und die Jägerin bekam gerade noch mit, dass ihr jemand eine Jacke über die Schultern legte. „Ihr habt dann wohl so einiges zu besprechen", grinste Willow, schob Buffy durch die Tür und schloss sie hinter ihr. „Den Rest machst du alleine", rief sie ihr hinterher und drehte sich dann den Anderen zu. „Ob sie es schafft?"

 

                                                                                        *~*~*

 

„Hey", sagte Spike vorsichtig. „Frohe Weihnachten." Er war sich nicht ganz sicher, was er hier überhaupt machte. Willow war am Tag vorher zu ihm gekommen und hatte ihm erzählt, dass Buffy unglücklich war und bescheuert, wie er war, hatte er zugesagt zu kommen. Wenn er die Jägerin jetzt allerdings so ansah, dann war es offensichtlich ein Fehler gewesen. Ihr Gesicht spiegelte eine Menge wider, aber nach Freude sah es nicht gerade aus.

„Spike", wieder war kein Laut zu hören und Buffy fühlte Tränen in sich aufsteigen. War das alles hier nur ein verrückter Traum? Oder war er wirklich da? Sie musste es herausfinden, musste wissen, ob es real war und so fuhr ihre Hand sanft über seine Wange. „Oh mein Gott, du bist es wirklich."

„Wer sollte es sonst sein?", fragte er verblüfft, doch da hatte ihn Buffy schon an sich herangezogen und in einen atemraubenden Kuss verwickelt. „Wow", sagte er überwältigt, als sie von ihm abließ. „Das war eine… recht nette Begrüßung." Er wackelte mit den Augenbrauen und zwinkerte ihr zu. „Dann bin ich hier also willkommen?"

„Mehr als das", krächzte Buffy, denn ihre Stimme wollte ihr nicht mehr gehorchen. „Spike ich… ich habe dir soviel zu sagen. Ich muss soviel erklären und mich für noch viel mehr entschuldigen." Tränen rannen nun ungehindert über ihre Wange. „Es tut mir alles so leid und ich…"

„Schhhh", bremste er sie und schloss sie in seine Arme. „Wir haben alle Zeit der Welt." Er küsste ihre Stirn und sie sah zu ihm auf.

„Willow hat… hat dir alles erzählt?"

„Einiges", nickte er. „Aber bestimmt nicht alles."

„Nein. Das ist auch gut so. Das ist meine Sache. Das muss ich tun", nickte Buffy und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Etwas unsicher sah sie ihn an. „Bist du nur zu Besuch oder…?"

„Das kommt darauf an", erwiderte Spike leise und sah ihr tief in die Augen. „Darauf, ob du…"

Buffy ließ ihn nicht ausreden. Sie küsste ihn ein weiteres Mal stürmisch und strahlte ihn an. „Ich werde dich bestimmt nicht noch einmal gehen lassen!" Sie lächelte glücklich. „Du bist das beste Geschenk, das ich je bekommen habe." Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste seine Nasenspitze. „Frohe Weihnachten, Spike. Ich liebe dich!"