
Titel: One special wish
Autor: Silentthunder
Inhalt: Spikes besondere Vorbereitungen für das Weihnachtsfest… Wird es ihm
gelingen Angel zu überraschen?
Altersfreigabe: keine
Teile: 1
Beta: Dana
Storypic: Indiansummer
Hauptcharakter(e): Angel/Spike
One special wish
„Das kann jetzt nicht dein verfluchter Ernst sein! Wie kommst du auf so eine bescheuerte Idee? Nie im Leben!" Spike fluchte grantig und sah seinem Gegenüber böse ins Gesicht. „Vergiss es!"
„Du hast gesagt, dass es dir wichtig ist und du jeden Preis dafür bezahlst", erwiderte der Angesprochene mit ausdrucksloser Stimme.
„Ich meinte Geld, verdammt noch mal. Nicht so einen Mist!"
„Das ist kein Mist. Das gehört nun mal dazu."
„Dazu? Für wen? Du bist ein verdammter Hexenmeister, kein Mitglied der Heilsarmee." Immer noch wütend begann der blonde Vampir im Raum auf und ab zu laufen.
„Entweder du sagst hier und jetzt zu, oder wir vergessen die ganze Angelegenheit."
„Es gibt keine andere Möglichkeit?", fragte Spike verzweifelt.
„Nein."
Wieder begann Spike mit seiner Wanderung. Er kramte seine Zigaretten aus der Manteltasche, nahm eine davon heraus und war gerade im Begriff sie anzuzünden, als der Hexer ihn unterbrach.
„Du weißt, hier ist das Rauchen nicht gestattet."
„Verfluchte Hölle! Was denn noch?" Der Vampir fauchte einmal böse, steckte dann genervt die Zigarette zurück in die Schachtel und verstaute sie wieder in seiner Tasche.
„Verdammt. Du weißt genau wie wichtig das für mich ist. Warum ausgerechnet das?"
„Weil genau das wichtig für mich ist, darum. Du hast sowieso keine große Möglichkeit nein zu sagen. Also hör auf dich dagegen zu wehren, es hat keinen Zweck", erklärte der Zauberer gelassen und grinste Spike hämisch an."
„Das wirst du mir büßen. Eines Tages. Ganz sicher."
„Ich betrachte das mal als Zusage", lachte der Hexenmeister gelassen und entblößte eine Reihe blitzend weißer Zähne.
„Ja, verdammt!"
„Gut", erwiderte der Zauberer ernst und drückte Spike einen Karton in die Hand. „Pünktlich morgen früh um neun."
„Und du bist dir sicher, dass das Sonnenlicht kein Problem darstellt? Ich habe keine Lust als Staubwolke zu enden. Vor allem nicht wegen so einem Mist."
„Nein, es ist kein Problem. Ganz bestimmt nicht. Höchstens der Hinweg, aber ich denke, das bekommst du hin", grinste der Zauberer hinterlistig. „Bis morgen."
Der Vampir hatte keine Zeit mehr etwas zu erwidern, der Hexenmeister hatte sich in Luft aufgelöst und war einfach verschwunden. Spike seufzte tief. Niemals in seinem Unleben hätte er gedacht, jemals so tief zu sinken. Mit spitzen Fingern öffnete er vorsichtig den Karton und starrte auf den Inhalt. Er schüttelte sich, eine Gänsehaut hatte seinen gesamten Körper überzogen und er war angewidert. Angewidert, von dem, was er sah und noch viel mehr von dem, was er tun musste.
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Angel hatte Spike ankommen sehen, hatte gesehen wie merkwürdig vorsichtig er sich verhielt und sich dauernd verstohlen umblickte. ‚Was hat er jetzt schon wieder vor’, überlegte der ältere Vampir und lief durch den Gebäudekomplex zum Hintereingang, um Spike in Empfang zu nehmen. Locker lehnte er sich, dort angekommen, an eine Wand, ganz so, als stehe er dort einfach nur zum Spaß, als hätte er nichts Besseres zu tun.
Der dunkelhaarige Vampir hatte sich über das Verhalten seines Geliebten in letzter Zeit sehr gewundert und wollte jetzt auf Antworten auf die Fragen, denen Spike sonst immer aus dem Weg ging. ‚Und darin ist er sehr geschickt’, schmunzelte Angel und dachte an den vorherigen Abend. Wieder einmal war es dem Blonden gelungen ihn völlig aus dem Konzept zu bringen und alles um sich herum zu vergessen.
„Dieses Mal nicht", schwor er sich. „Dieses Mal nicht."
Die Eingangstür öffnete sich einen kleinen Spalt und der ältere Vampir wartete gespannt auf das, was jetzt kommen würde.
Spike drückte sich rückwärts durch die Tür, hielt sie mit seinem Fuß auf und balancierte den Karton hinein. Kurz blieb er stehen und Angel wusste, dass er lauschte. Die Stille nach Geräuschen und herannahenden Schritten absuchte.
„Glück gehabt", flüsterte Spike leise und ging lautlos, einen Schritt vor den anderen setzend durch den Raum.
„Wobei hast du Glück gehabt?", fragte Angel laut.
Vor Schreck hatte der blonde Vampir den Karton in die Luft geworfen und jagte jetzt dem fliegenden Paket hinterher.
„Verdammt, musst du mich so erschrecken?", meckerte Spike, nachdem er sein Mitbringsel wieder sicher aufgefangen hatte.
„Warum schleichst du dich durch den Hintereingang rein?"
„Ich schleiche nicht. Wie kommst du darauf?"
„Lügen konntest du noch nie gut", meinte Angel ernst. „Du verhältst dich merkwürdig in letzter Zeit und ich hätte gerne eine Erklärung."
Spike überlegte fieberhaft, was er seinem Geliebten nun erzählen sollte. Die Wahrheit durfte es auf keinen Fall sein. Dann nahm der Trotz die Überhand. „Ich benehme mich nicht merkwürdig, ich bin merkwürdig", schnauzte er und wollte sich an dem Dunkelhaarigen vorbeischieben, der ihn jedoch eisern an der Schulter festhielt.
„Spike, was ist in dem Karton?"
‚Scheiße’! „Nichts, was dich was angeht", zischte der Blonde böse, sackte aber in sich zusammen, als er das traurige Gesicht des Älteren gesehen hatte.
„Angel, Luv. Glaub mir nur einmal! Das möchtest du wirklich nicht wissen."
„Glaub du mir nur einmal. Das möchte ich doch", erwiderte Angel und riss Spike kurzerhand den Karton aus der Hand.
„Nicht", schrie der Blonde noch und sah dann hilflos dabei zu, wie der Andere das Paket öffnete.
Angel hatte mit allem Möglichen gerechnet, aber nicht mit dem, was er vorfand. „Was hast du damit vor? Das kann nicht dein Ernst sein?"
„Ist es auch nicht. Darf ich jetzt meine Sachen wiederhaben?" Spike war genervt, sogar mehr als das. Konnte er nicht einmal Glück haben? Warum hatte Angel ihn jetzt erwischen müssen. ‚Verdammt!’
Angewidert sah er dabei zu, wie Angel mit spitzen Fingern einen flauschigen roten Stoff aus dem Karton zog und auf den Boden fallen ließ.
„Ich wäre dir wirklich dankbar, wenn du mir jetzt mal die Wahrheit sagen würdest", sagte Angel ernst und wirbelte mit einem weißen Rauschebart vor dem Gesicht seines Gegenübers.
„Das kann ich nicht. Wirklich nicht", antwortete Spike leise, nachdem er die Enttäuschung in dem Gesicht seines Geliebten sah. „Gott, verdammt. Luv! Es hat etwas mit Weihnachten zu tun. Reicht das?"
„Das war mehr als offensichtlich", antwortete Angel beleidigt und dachte an die Feiertage, auf die er so gut verzichten könnte. Morgen war Heiligabend und ihm graute schon jetzt vor der Weihnachtsfeier, die seine Angestellten mit Sicherheit veranstalten würden.
„Also, sagst du mir jetzt endlich, wofür du den Krempel brauchst?"
‚Scheiße, Scheiße, Scheiße’. „Na gut, verflucht! Ich werde morgen einen ganzen verdammten Tag lang den Weihnachtsmann spielen."
„Du wirst was?", fragte der Dunkelhaarige und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, nachdem sein Verstand aufgenommen hatte, was Spike gerade gesagt hatte. „Den Weihnachtsmann? Du?"
„Ja. Ich. So, und jetzt lach noch eine Runde und lass mich in Ruhe", schnaubte der jüngere Vampir, riss Angel den Bart aus der Hand und warf ihn wütend zurück in den Karton.
„Warum machst du das?" Angel hatte Mühe sich zusammenzunehmen und sah seinen Geliebten fragend an.
„Weil ich Idiot dir was ganz Besonders zu Weihnachten schenken will. Deswegen", zischte Spike, schmiss den Mantel in den Karton, hob ihn dann auf und verschwand beleidigt.
Angel blieb wie angewurzelt stehen. So ganz begriffen hatte er noch immer nicht, was Spike da gerade von sich gegeben hatte. Aber eins wusste er nun sehr genau. Spike liebte ihn. Sehr sogar. Freiwillig würde der Blonde niemals so einen Blödsinn machen. Ob Angel wollte oder nicht, er war sehr gespannt auf sein Weihnachtsgeschenk.
Und dann war er es, der laut „Verflucht" schrie. Er hatte gar kein Geschenk für seinen Geliebten. „Verdammt! Wie konnte ich nur so blöd sein?" Das musste er ändern und zwar sofort.
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Angel hatte gewusst, er hätte es nicht tun dürfen, aber seine Neugierde war größer gewesen und er war Spike am frühen Morgen gefolgt. Er war ihm durch die Abwässerkanäle durch die halbe Stadt nachgeschlichen und hatte schließlich versteckt hinter einer Holzwand gestanden, auf dessen Vorderseite ein kleines Häuschen aufgemalt worden war.
Vollkommen überrascht hatte er Spike, der als Weihnachtsmann verkleidet auf einem Sessel saß, beobachtet. Eigentlich hatte Angel damit gerechnet, dass der Blonde die Kinder praktisch verjagen würde. Erst war es auch so gewesen, bis zum dem kleinen Mädchen, mit den großen braunen, traurigen Augen.
„Was wünscht du dir denn zu Weihnachten", hatte Spike undeutlich gebrummt.
„Eigentlich gar nichts", hatte die Kleine niedergeschlagen erklärt.
„Hm, das verstehe ich nicht. Alle Kinder wünschen sich doch Irgendetwas."
„Ich nicht", hatte die Kleine mit feuchten Augen erklärt. „Ich wollte dich aber fragen, ob du meine Mama von mir grüßen kannst, wenn du im Himmel vorbei fliegst?"
Angel hatte dabei zugesehen, wie der verkleidete Spike das Mädchen auf seinen Schoß gezogen und fest gedrückt hatte. Er hatte ihr etwas ins Ohr geflüstert und ihr sanft zugenickt. „Erzähl mir davon", hatte er sie leise aufgefordert.
Sie hatte gezögert, ihn prüfend angesehen und überlegt. Aber sie hatte es ihm erzählt. Von der Wut auf ihre Mutter, die einfach so gegangen war. Keine Kraft mehr gehabt hatte gegen die Krankheit anzukämpfen und vor drei Tagen gestorben war. Von der Trauer, die sie empfand und von dem Unverständnis, das ausgerechnet ihre Mutter gestorben war.
Dem Elf, der für die Abwicklung der vielen Kinder zuständig war, hatte es zu lange gedauert. Er war ungeduldig geworden, nah an Spike herangetreten und hatte ihm etwas zugeflüstert.
‚Das macht er bestimmt nie wieder’, hatte Angel gelächelt. Er hatte sehen können, dass die Augen seines Geliebten einen kurzen Moment gelb aufgeblitzt hatten und der Elf erschrocken einen Meter rückwärts gesprungen war.
„Weißt du", hatte Spike der Kleinen verschwörerisch zugeraunt. „Eigentlich darf ich dir das gar nicht erzählen, aber für dich mache ich mal eine Ausnahme. Ich habe heute schon mit deiner Mama gesprochen. Sie ist furchtbar traurig, dass sie dich zurücklassen musste. Aber ich soll dir sagen, dass sie immer bei dir sein wird, ganz tief in deinem Herzen. Sie wird jetzt vom Himmel herab auf dich aufpassen und auf dich achten. Sie hat dich lieb. Vergiss das nie. Hörst du, niemals."
Angel war erstaunt gewesen. Mehr als das, er war überrascht gewesen. Niemals hatte er damit gerechnet, dass es Spike gelingen würde, der Kleinen ein Lächeln abzuringen. Aber er hatte es geschafft. Die kleinen braunen Augen hatten geradezu gestrahlt und glücklich war die Kleine ihrem Vater in die Arme gesprungen, der abseits gestanden hatte.
Auch der Mann hatte gelächelt und seine Tochter im Kreis gedreht. Angel hatte sehen können, dass dem Vater ein großer Stein vom Herzen gefallen war. Der Fremde hatte Spike dankbar zugenickt und seine Lippen hatten ein lautloses Danke geformt, das der blonde Vampir mit einem kurzen Nicken beantwortet hatte.
Angel war gegangen. Er hatte seinem Geliebten noch einen kurzen Blick zugeworfen und war schnell verschwunden. Er hatte genug gesehen, mehr als genug gesehen. Und für einen kurzen Moment war ihm warm gewesen. Eine Wärme, die sein Herz ausgestrahlt hatte. Sein Herz, das schon solange stillstand. Aber für einen flüchtigen Moment hatte es geschlagen. Für Spike.
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„Wie lange bist du gestern im Kaufhaus gewesen?", fragte Spike leise und kuschelte sich an die Brust des anderen Vampirs.
„Lange genug", brummte Angel leise und zog ihn fest an sich. „Lange genug um zu sehen, dass du etwas ganz Besonderes bist." Abstreiten lohnte sich nicht, er hatte wissen müssen, dass Spike ihn gespürt hatte.
Sie lagen noch immer im Bett und keiner von Beiden machte Anstalten es zu verlassen. Die Weihnachtsfeier am vorherigen Abend war feucht fröhlich gewesen und hatte bis in die frühen Morgenstunden gedauert. Und anders als erwartet hatten Beide viel Spaß gehabt, sich viel unterhalten und noch mehr getrunken. Fred hatte Angel lieb lächelnd ein Flasche teuren irischen Whiskey in die Hand gedrückt und ihm frohe Weihnachten gewünscht. Spike hatte ihn frech angegrinst und zusammen hatten sie den bernsteinfarbenen Alkohol vernichtet.
„Was schenkst du mir?", fragte Angel, von plötzlicher Neugier gepackt.
„Zeit", erwiderte Spike.
„Zeit? Das verstehe ich nicht."
„Wir hatten nicht unbedingt viel davon in den letzten Wochen", erklärte Spike leise. „Die Krasmiyrn Dämonen haben uns lange beschäftigt. Die Prophezeiung, die sich schließlich als Fälschung herausstellte", zählte er auf und fuhr sachte mit dem Finger über Angels Bauch. „Es war ein spezieller Wunsch von mir für dich. Für uns. Zeit. Einfach mal Zeit haben. Wir können sie anhalten. Für zwölf Stunden. Nur wir beide."
Schlagartig wurde Angel munter. „Einen halben Tag nur für uns?", fragte er begeistert.
„Ja", erwiderte Spike und ließ sich auf seinen Rücken fallen.
Augenblicke später war Angel über ihm und küsste ihn stürmisch. „Ich weiß schon genau, was wir damit anfangen werden", flüsterte er sanft, nachdem er den Kuss unterbrochen hatte.
„Frohe Weihnachten", lächelte Spike und seine blauen Augen strahlten verführerisch. „Zeig mir, was wir mit der vielen Zeit machen."
Und genau das würde Angel jetzt tun. Sehr ausführlich und sehr intensiv.
Ende