Original
Titel: Max
Autor: Silentthunder
Inhalt: Ein kleiner Einblick in das Leben eines Dackelbabys.
Altersfreigabe: keine!
Teile: 1
Beta: Lorias
Storypic: Silentthunder
Hauptcharakter(e): Max
Max/ Ein Dackelbabyleben
So, da bin ich und soll mich vorstellen. Und wie fang ich jetzt an? Hm, ich mach mir das einfach und erzähl mal, wer ich bin. Ich bin der Max. Früher hieß ich mal Rambo, aber das wollte meine neue Mama nicht. Keine Ahnung warum, aber gibt es einen cooleren Namen als Rambo? Nun, jetzt heiße ich Max, werde aber meistens Maxi gerufen. Jedenfalls wenn ich keinen Blödsinn mache. Ich bin ein gutes halbes Jahr alt, schwarz braun mit einem hübschen weißen Fleck auf der Brust. Ich hab krumme Beine und… warum komme ich mir gerade so vor, als wäre ich bei den anonymen Alkoholikern? Egal!
Ich bin der fünfte Kopf einer bisher vierköpfigen Familie. Allerdings ist ein Kopf davon nur sehr selten Zuhause. Macht aber nichts, ich klebe sowieso an der, die sich Mama nennt. Und das bitte wörtlich nehmen, denn ich lass sie nie aus den Augen. Das gefällt ihr gar nicht, wenn sie mal ins Badezimmer muss, aber mir ist das egal. Ich bin treu und folge ihr auch dahin.
Von Mama werde ich verhätschelt, vertätschelt, gestreichelt und gefüttert. Und manchmal steckt sie mir wirklich leckere Dinge zu. Letztens hat sie Milchdrops mitgebracht. Ich gebe es nicht gerne zu, aber für die Dinger mache ich fast alles.
Ich folge diesem Mamawesen auf Schritt und Tritt. Erstens, weil ich nichts verpassen möchte und zweitens, weil ich nichts Besseres zu tun habe. Jedenfalls habe ich diese Mama um den kleinen Finger gewickelt. Oder um die Pfote?
Sie schleppt mich Treppen rauf und runter, damit sich meine kleinen Knochen nicht verbiegen, krault und streichelt mich, wann immer ich das will und ist im Grunde wirklich nett. Na ja, meistens zumindest. Es kommt immer darauf an, in was für Dinge ich meine kleinen spitzen Zähnchen gerade schlage. Ihre Finger schmecken übrigens auch wirklich klasse, aber in die darf ich nicht beißen. Keine Ahnung warum, aber letztens hat sie mich deswegen zurückgebissen. Sie kennt da nichts! Kein Pardon und auch traurige Augen helfen dann nicht.
Ich erzähle euch am besten einfach mal, wie mein Tagesablauf so ist. Oder besser noch, wir fangen mit der Nacht an. Ich darf nämlich mit ins Bett! Ich habe meine Mama weich geklopft. Gleich in der ersten Nacht! Ich habe so lange und so laut geweint, dass sie irgendwann vor mir stand, mich beruhigend gestreichelt und mich dann mitgenommen hat. Seitdem darf ich mit in ihr kuscheliges Nest. Ja, meine Mama ist lieb. Ich darf sogar mit unter die Decke.
So, nun zu meinem üblichen Tagesablauf:
Irgendwann morgens, ich bin immer noch ganz verschlafen, macht so ein furchtbar lautes, viereckiges Ding einen Mörderkrach und reißt mich aus meinen schönsten Träumen. Ich habe keine Chance langsam wach zu werden, ich werde immer gleich hochgenommen und nach draußen auf den Rasen geschleppt. Na gut, manchmal ist es dringend Zeit, aber darüber möchte ich mich hier nicht weiter auslassen.
Im Moment regnet es hier viel und ich hasse Regen! Meistens stakse ich dann mit steifen Beinen über den Rasen und die Mama lacht. Aber so richtig lacht sie erst, wenn ich mir meine kleinen Pfoten an der Fußmatte abputze. Ich weiß nicht, warum sie dann lacht. Immerhin ist eine Fußmatte doch dazu da!
Danach gehen wir die beiden Kinder wecken. Ich helfe immer tatkräftig mit, indem ich mit meiner Zunge über ihre warmen, verschlafenen Gesichter lecke. Das macht immer wieder aufs Neue Spaß. Beide murmeln immer etwas Unverständliches und der Kleine spielt dann auch immer gleich mit mir verstecken. Er zieht sich seine Decke über den Kopf und ich habe Spaß daran, ein Schlupfloch hinein zu finden. Warum er dann immer laut „Mama" schreit, weiß ich noch nicht. Aber das finde ich auch noch heraus.
Das Mamawesen räumt dann auf und ich spiele in der Zwischenzeit mit dem Kind, das gerade nicht am Waschbecken steht. Oben ist außerdem jede Menge Spielzeug und ich finde es äußerst ungerecht, dass ich das nicht haben darf. Ich setzte dann immer meine beste Waffe ein. Den Dackelblick! Das beherrsche ich mächtig gut und meistens bekomme ich dann keine Schimpfe oder zumindest fällt sie dann nicht so heftig aus. Wirklich etwas kaputtgebissen habe ich noch nie und das mach ich auch nicht. Besser ist das. Ich will mein Glück ja nicht überstrapazieren.
Irgendwann geht es dann wieder nach unten und wir alle bekommen unser Frühstück. Ich auch, aber ich bekomme immer etwas anderes, als die anderen. Keine Ahnung warum, aber ich finde das nicht wirklich nett. Ich fühle mich dann immer so ausgegrenzt. Ich habe nicht einmal meinen eigenen Stuhl und muss auf dem Boden sitzen. Sehr gemein!
Die Mama geht dann duschen und ich guck ihr jedes Mal zu. Verstehen werde ich das wohl nie! Wie kann man freiwillig nass werden? Bäh! Nee, nicht mit mir!
Dann ist es dann soweit. Das erste Highlight des Tages. Ich werde an so einer blöden Leine festgemacht und wir gehen raus. Endlich geht es spazieren. Am Ende der Straße gehen die Kinder dann in eine andere Richtung. Sie müssen zur Schule. Ich weiß nicht was das ist, aber mir wurde kürzlich mit einer Hundeschule gedroht. Dementsprechend denke ich mal, es ist nichts Gutes.
Meine neue Mama und ich gehen dann jedenfalls in den Stadtpark. Dort gibt es viele Wege, viel zu schnuppern und wenn ich ganz viel Glück habe, dann ist noch ein Kollege da und ich darf mit ihm rumtollen. Nebenbei gibt es dort Enten. Jede Menge Enten!
Hab ich schon erwähnt, dass ich ein Jagdhund bin? Ich liebe Enten! Vor allem, wenn sie ganz aufgeregt schnattern und aus Panik vor mir ins Wasser flüchten. Und ja, du guckst richtig. Ich grinse gerade von einem Ohr zum anderen.
Irgendwann sind wir dann wieder zuhause und meine Mama räumt auf. Sie putzt und fegt und ich liebe diesen Besen! Den kann man herrlich anbellen und reinbeißen macht auch viel Spaß. Nur wenn der Staubsauger zum Einsatz kommt, dann bin ich weg. Das ist übrigens das einzigste Mal, dass ich meine Mama aus den Augen lasse.
Aber irgendwann ist das auch vorbei und Mama geht an den so genannten Rechner. Dann ist erstmal Langeweile angesagt. Außer ich bin so clever und setzte mich auf die Treppe, die direkt neben der Haustür ist. Dann glaubt sie nämlich immer, dass ich dringend raus muss.
Na ja, wenn ich dann fünf bis sechsmal auf dem Rasen gewesen bin, wird mir langweilig und ich geh auf mein Kuschelkissen. Ich schlafe für gewöhnlich bis Mittag und werde erst wieder aktiv, wenn das erste Kind aus der Schule kommt und mit mir spielt. Das macht der Junge übrigens immer. Auf den ist Verlass! Ja! So ein Kind ist prima.
Wenn dann auch der große Junge da ist, gibt es Mittagessen. Auch dieses Mal bekomme ich was anderes und wenn ich irgendwann herausfinde, bei wem ich deswegen beschweren kann, dann werde ich das mit Sicherheit machen. Es muss doch Gesetzte für gegen so etwas geben. Gleichberechtigung finde ich sehr wichtig! Ja! Sehr wichtig. Vor allem für mich!
Der Nachmittag ist meistens kurz. Ich balge mit dem Nachbarshund, Timmy, spiele mit den Kindern und geh der Mama auf die Nerven. Ich finde das Spiel lustig, sie nicht. Ich verstehe gar nicht, wie man sich dabei so aufregen kann. Ich will auf ihren Schoß und spring dann wieder runter. Na ja, und wenn ich das dann zwanzig Mal gemacht habe, dann meckert sie fürchterlich und ich muss auf mein Kuschelkissen. Püh! Ich bin ein Hund! Ich kann immer und überall schlafen! Das ist keine wirkliche Strafe, aber das werde ich ihr bestimmt nicht erzählen. Nee, hinterher denkt sie sich noch was ganz gemeines aus!
Abends kommt dann auch manchmal der nach Hause, der sich selbst Papa nennt. Mit dem kann man herrlich toben. Vor allem ist der nicht so zimperlich. Dem darf man auch mal in die Finger beißen und überhaupt ist es das schönste, wenn wir über die Sofas toben und ich mal so richtig laut knurren und bellen darf. Meistens gehe ich dann noch mit, den Kindern gute Nacht sagen. Es ist fast so wie morgens. Ich springe auf deren Bett und schlackere ihnen noch einmal genüsslich das Gesicht ab. Allerdings schmecken die Kinder morgens besser. Keine Ahnung warum, aber Zahnpasta ist nicht wirklich lecker.
Später habe ich meistens noch das Glück, meinen Nachbarn auf die Nerven gehen zu dürfen. Der Timmy und ich flitzen dann durch deren Haus und bellen alles in Grund und Boden, was unseren Weg kreuzt. Außerdem haben die Eltern von Timmy immer prima Leckerchen für mich. Ich gehe da gerne hin und ja, ich grinse wieder.
Wenn ich mich dann so richtig ausgetobt habe, dann fallen mir meistens die Augen zu und ich döse selig vor mich hin. Irgendwann, meist ist es schon dunkel, werde ich noch einmal auf den Rasen geschleppt und dann… dann geht es endlich wieder in das große kuschelige Bett und mir fallen endgültig die kleinen Dackelaugen zu. Das habe ich mir auch redlich verdient. Immerhin bin ich noch ein Baby und schaffe es trotzdem schon, alle auf Trab zu halten.
Ich liebe mein Leben und ich glaube, ich habe es mit der Familie ganz gut getroffen. Wenn wir das mit dem Essen dann irgendwann noch in den Griff bekommen, dann kann ich mich nicht beschweren. So und jetzt… jetzt gehe ich den Knochen kauen, den der Papa mir gerade gegeben hat.
Tschüss, euer Max!