
Titel: Fading Lights
Autor: Silentthunder
Inhalt: Spike schleppt Buffy mit auf eine Reise. Spielt in der 5.ten Staffel,
kurz nachdem
er ihr seine Liebe gestanden hat.
Altersfreigabe: ab 18!
Teile: 11
Beta: Indiansummer
Storypic: Indiansummer
Hauptcharakter(e): Buffy/Spike
Fading Lights
Lässig stand Buffy an die Wand in Spikes Gruft gelehnt, betrachtete ihre Fingernägel und ärgerte sich, dass beim Kampf gegen einen Dämon in der letzten Nacht wieder einer abgebrochen war. Ab und zu sah sie auf, beobachtete belustigt Spikes Wanderung durch die Gruft und hörte seinem wütenden Gemecker zu.
Kurz überlegte sie, wie lange es wohl noch dauern würde, bis er endgültig explodieren würde und sie warf einen flüchtigen Blick in seine Augen.
‚Es ist wohl Zeit für den letzten großen Schock!’, überlegte sie und sah ihn an. „ Es findet in Island statt", meinte sie fies grinsend. „Ich hoffe, da warst du noch nicht so oft."
Spike unterbrach seinen Marsch, blieb fassungslos stehen und sah sie kopfschüttelnd an. „Wer zum Teufel ist auf die bekloppte Idee gekommen, ausgerechnet mich dahin schicken zu wollen?", schrie er los. „Wer ist so bescheuert, einen Vampir auf eine beschissene Bibliothekarskonferenz zuschicken?"
„Spike, ich habe doch schon mehrfach…", versuchte Buffy es erneut zu erklären, doch er unterbrach sie rüde.
„Ist euch Idioten mal in den Sinn gekommen, dass ich unter Sonnenallergie leide?", meckerte er. „Bibliothekarskonferenz? Ich…! Verdammt!!" Wütend nahm er seine Wanderschaft wieder auf und schmiss alles, was ihm in die Finger kam, gegen die Wand.
„Spike, so lass dir doch…"
„Ich bin ein Vampir, verdammte Scheiße!", nörgelte er. „Kein Bibliothekar! Und dann auch noch in Island! Am Arsch der Welt…!"
Er griff nach einer Flasche Whiskey, bereit sie gegen die Wand zu werfen, überlegte es sich kurzerhand anders und setzte sie an die Lippen. In großen Zügen trank er die Flasche bis zur Hälfte leer, warf sich in seinen Fernsehsessel und grummelte unablässig wüste Beschimpfungen.
Die Jägerin hatte große Mühe, nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Krampfhaft versuchte sie ihre Mimik unter Kontrolle zu halten und beobachtete interessiert einen Käfer, der an der Wand heraufkrabbelte. Dann atmete sie tief ein, ging langsam auf den Vampir zu und versuchte wieder ihm begreiflich machen, warum die Angelegenheit so wichtig war. Giles hatte sie hier her geschickt und sie fragte sich, ob sie dafür eine gute Wahl gewesen war. Vielleicht hätte der Wächter besser selber herkommen sollen.
„Du brauchst mir gar nichts zu erklären", zischte er. „Verdammt! Ihr könnt mich alle mal! Außerdem funktioniert das nicht. Oder glaubst du, dass ich wegen einem solchen Mist freiwillig verpuffe?!", schimpfte er und aus seinen Augen schossen kleine Blitze.
„Du hörst mir jetzt zu, oder ich bringe die Blutbeutel zurück ins Krankenhaus!", fauchte Buffy. So langsam wurde sie müde immer und immer wieder zu erklären, warum die ganze Angelegenheit so wichtig war.
„Jetzt willst du mich auch noch mit Menschenblut bestechen! Du bist tief gesunken, Slayer!", grinste Spike böse.
„Das war nicht meine Idee", meckerte Buffy aufgebracht. „Und halt jetzt die Klappe, sonst schleppe ich dich eigenhändig hinaus in die Sonne."
„Pffft", machte Spike und drehte demonstrativ den Kopf zur Seite.
Wieder erklärte Buffy ihm, wie bedeutsam es war, dass er mitmachte. Giles musste dringend nach Deutschland fliegen um dort wichtige Unterlagen abzuholen. Diese Papiere enthielten Auskünfte über unsaubere Geschäfte des Rates und Giles könnte sie als Druckmittel bestimmt irgendwann gut gebrauchen.
„Dich brauchen wir als Ablenkung auf der Tagung", endete sie und sah ihn herausfordernd an.
„Das kann nicht funktionieren! Ich bin nicht halb so alt wie dein Wächter!"
„Du bist mehr als doppelt so alt, Engländer und außerdem kennt ihn niemand dort!"
Spike trank den Rest der Flache leer und grinste hämisch. „Du vergisst noch immer die Sonne! Wir brauchen uns also gar nicht weiter darüber unterhalten. Auf Wiedersehen, Slayer!", sagte er und deutete mit der Hand zur Tür.
„Die Sonne lass mal unsere Sorge sein", sagte Buffy, ohne auf seine Andeutung zu achten. „Wir haben da so eine Möglichkeit…"
„Ihr könnt mich vor der Sonne schützen?", unterbrach Spike sofort und riss die Augen auf.
Buffy lächelte zynisch. ‚Hab dich’, dachte sie und ging zur Tür. Dort angekommen drehte sie sich noch einmal um. „Du hast bis heute Abend Zeit dich zu entscheiden. Oh, bevor ich es vergesse, nimm deine Angel mit, die sollen herrliche Ausflüge machen."
Blitzschnell warf Spike die leere Flasche, die er noch immer in der Hand gehalten hatte. Sie zersplitterte in hundert Scherben an der Tür, denn Buffy war noch schneller gewesen. Er konnte ihr schallendes Lachen hören, das nur langsam leiser wurde.
„Gott verdammt!", schrie er die Tür an. „Nimmt mich niemand mehr ernst…? Dieser verdammte Chip hat einen Krüppel aus mir gemacht! Verflucht! Aber immerhin könnte ich in die Sonne! Bibliothekarskonferenz, das ich nicht lache…! Verdammt!"
Spikes Gedanken flogen wild durcheinander, bis sich plötzlich ein diabolisches Grinsen auf sein markantes Gesicht legte. Er hatte einen Plan! Und einen sehr guten noch dazu. Oh ja, er würde sich rächen! Furchtbar rächen, für all die Erniedrigungen und die Abweisungen der Jägerin nach dem er ihr seine Liebe gestanden hatte. Nie wieder würde er den Trottel vom Dienst spielen und ganz bestimmt würde er sich nie wieder so herablassend behandeln lassen.
„Warte es nur ab Slayer! Warte es nur ab!", murmelte er leise vor sich hin und rieb sich voller Vorfreude die Hände.
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Zwei Minuten nach Sonnenuntergang klingelte die kleine Glocke an der Ladentür
der Magic Box und Spike schlenderte gut gelaunt in den Zauberladen.
Giles blickte von seinen Büchern auf, nahm seine Brille ab und polierte sie. „Gut, dass Sie da sind. Ich hoffe, Sie haben sich entschieden den…, nun ja, Auftrag anzunehmen."
„Wo ist der Rest der Truppe?", fragte Spike und blickte sich neugierig um.
„Buffy und die Anderen sind bei einer Schulaufführung in Dawns Schule. Sie kommen später. Es herrscht ja im Moment Ruhe hier am Höllenschlund und sie können eine kleine Abwechslung gut brauchen", erklärte Giles und setzte seine Brille zurück auf seine Nase.
„Okay", meinte der Vampir und lehnte sich lässig gegen ein Regal. „Wenn ich den Scheiß mitmache, kann ich in die Sonne. Richtig?"
„Ja. Willow und ich haben da einen Zauberspruch…"
„Wie lange?", unterbrach Spike ihn und winkte ab. Erklärungen wollte er nicht hören, nur eine Bestätigung.
„Ähm, wir können ihn zeitlich begrenzen" murmelte der Wächter. „Aber maximal zwei Wochen."
„Ich will die kompletten vierzehn Tage!", bestimmte Spike sofort.
Giles überlegte einen Moment und nickte dann zustimmend. „Aber es funktioniert nur ein einziges Mal", meinte er dann und sah den Vampir aufmerksam an.
„Egal", erwiderte Spike grinsend. „Was ist das für eine Möglichkeit, mich vor der Sonne zu schützen? Bekomme ich ein Ganzkörperkondom, oder was?"
„Was…? Ach so, nein", erwiderte der Wächter verwirrt. „Es ist ein komplizierter Zauber. Er wirkt wie eine Schutzschicht, genauer gesagt, wie ein Ölfilm…"
„Dann wasch ich mich nie wieder!", grinste Spike vergnügt.
„Das ist ein Zauber. Das hat mit waschen nichts zu tun", erwiderte Giles irritiert und nahm ein weiteres Mal seine Brille ab.
„Das war ein Witz! Für wie blöd halten Sie mich eigentlich?", nörgelte der Vampir böse. Er schüttelte den Kopf und schritt dann langsam auf den Wächter zu. „Bevor ich es vergesse. Ich stelle da eine klitzekleine Bedingung, bevor ich überhaupt zusage."
Und da der Wächter ihn fragend ansah, erklärte der Vampir grinsend, was er forderte.
Eine Minute später holte Giles tief Luft, blickte vollkommen überrascht und schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht… Das geht nicht…Kommt überhaupt nicht in Frage…Ich wüsste nicht wie…", stammelte er außer sich.
„Lassen Sie sich was einfallen, Wächter. Entweder so, oder überhaupt nicht!" Spike setzte sein liebenswürdigstes Lächeln auf, drehte sich mit wehendem Mantel um und schritt hoch erhobenen Hauptes zur Tür hinaus. „Dir werde ich es schon zeigen, Slayer", murmelte er gut gelaunt.
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„Das kann nicht ihr Ernst sein?", fragte Buffy entsetzt, als sie eine halbe stunde später vor ihrem Mentor stand. „Das geht nicht! Das kann er doch nicht machen!"
Giles nahm seine Brille ab, seufzte leise und zuckte mit den Schultern. „Ich fürchte er kann. Du weißt genau wie wichtig die Dokumente für mich sind."
Xander, Anya und Tara blickten verzweifelt von einem zum Anderen, sagten im Moment jedoch nichts zu den Ankündigungen.
Willow zuckte mit den Schultern. „So schlimm wird es wohl nicht werden!", versuchte sie die Situation herabzusetzen.
Giles polierte wieder seine Brille. „Ähm… ich befürchte noch viel schlimmer!"
„Was kann noch schlimmer sein, als Spike auf der Reise begleiten zu müssen?", fragte Buffy erschrocken.
„Nun, ähm… hm… du fährst als seine Verlobte mit", murmelte der Wächter leise.
Xander sprang auf. „Das geht doch nicht! Dieses widerliche Schwein, was denkt der sich…"
„Halt die Klappe. Xander!", bellte Buffy laut und wandte sich wieder Giles zu. „Als seine Verlobte? Oh mein Gott!"
„Es gibt hässlichere Männer als Spike", warf die Ex-Dämonin ein. „Immerhin sieht er ganz gut aus", schwärmte Anya und da alle anderen sie fassungslos anstarrten sprach sie weiter. „Was ist? Stimmt doch! Er könnte auch klein, rund und ekelig sein!"
Xander starrte seine Freundin entsetzt an und konnte nicht fassen, was sie gerade von sich gegeben hatte. Er schüttelte den Kopf und setzte sich mit grimmiger Miene zurück auf seinen Platz.
„Wer soll denn in der Zeit auf Jagd gehen?", fragte Tara leise. „Die Jägerin ist dann nicht in der Stadt und sie auch nicht!", sagte sie zu Giles.
„Im Moment ist es sehr ruhig", antwortete er. „Außerdem bin ich ja in zwei Tagen wieder da und bis dahin werdet ihr wohl aufpassen müssen", erwiderte Giles und blickte den Anwesenden nacheinander ernst ins Gesicht.
„Das schaffen wir schon!", beeilte sich Willow zu sagen. Tröstend nahm sie die Freundin in den Arm. „Buffy, ich wünschte, ich könnte dir helfen!"
„Dank dir Willow, aber ich denke, da kann mir niemand bei helfen", erwiderte Buffy halb traurig und halb wütend.
„Tatsache ist, er hat uns in der Hand. Wir brauchen ihn und das weiß er sehr genau", erklärte Giles.
„Sie meinen, ich kann gar nicht nein sagen?", fragte Buffy erschrocken. Bisher war ihr noch gar nicht in den Sinn gekommen, dass sie gar nicht absagen konnte. Der Vampir hatte die ganze Angelegenheit gut geplant und ihre Augenbrauen zogen sich wütend zusammen.
„Nein. Mir gefällt der Gedanke auch nicht sonderlich gut, aber immerhin hat er den Chip. Eigentlich kann er nicht viel anstellen", versuchte Giles ihr gut zu zureden.
„Er kann dich nicht anrühren, ich meine, du weißt schon…", murmelte Willow und verzog mitfühlend das Gesicht.
„Das wäre ja auch noch schöner!", erwiderte Xander aufgebracht.
Buffy blickte traurig von Einem zum Anderen. „Ich gehe dann mal packen", murmelte sie leise und wandte sich dann seufzend an ihren Wächter. „Wie kalt ist es im Dezember in Island?"
„Um die null Grad würde ich meinen", antwortete dieser prompt.
„Ich werde ihn umbringen! Jetzt sofort!", rief Buffy böse, als sie ihre Wut nicht mehr länger zügeln konnte.
„Nein!", antwortete Giles schnell. „Zumindest noch nicht jetzt", beeilte er sich zu sagen, nachdem er in Buffys böses Gesicht gesehen hatte. „Nach Island", sagte er und klopfte ihr mitfühlend auf die Schulter. „Erst danach!"
Teil 2
„Du fliegst wohin?", fragte Joyce überrascht. Ihre Tochter war gerade wutentbrannt durch die Haustür hereingestürmt und hatte viel zu schnell und durcheinander geredet. „Jetzt mal etwas langsamer, Schatz. Beruhige dich erst einmal", versuchte Joyce sie aufzumuntern.
„Beruhigen! Ich kann mich nicht beruhigen. Ich muss mit Spike nach Island fliegen. Wie soll ich mich da beruhigen?", fluchte Buffy und sackte dann in sich zusammen.
„Ich verstehe kein Wort. Ich meine, ich habe verstanden, dass du nach Island fliegen willst, aber ich verstehe nicht warum. Könntest du mich bitte aufklären?", fragte Joyce, deutete auf einen Stuhl und sah sie lächelnd an. „Möchtest du eine Tasse heißen Kakao?"
Buffy rollte mit den Augen. „Nein Mom! Ich will keinen Kakao."
„Setz dich schon mal hin, ich mache dir erst mal ein Sandwich. Danach kannst du mir alles erzählen."
„Ich möchte nichts essen. Ich habe keinen Hunger", erwiderte Buffy ungeduldig. Sie hatte keinerlei Lust, jetzt alles noch einmal mit ihrer Mutter durchzukauen. Sie war schon genervt genug und konnte Warmherzigkeit nicht brauchen.
„Du musst doch Hunger haben, du hast seit dem Frühstück nichts mehr gegessen", erwiderte Joyce und ihre Stimme klang besorgt.
„Mom!", maulte Buffy.
„Ist ja schon gut, Kleines. Ich setzte mich jetzt einfach hin und höre dir zu."
Die Jägerin berichtete ihrer Mutter, dass Spike von Giles den Auftrag hatte nach Island zu fliegen um an einer Konferenz teilzunehmen. Allerdings verschwieg sie, das Giles im Gegenzug nach Deutschland flog. Ihre Mutter hätte es nicht verstanden warum er Beweise gegen den Rat sammelte, und ihr die ganze Situation zu erklären, hätte einfach zu lange gedauert.
„Spike will aber nicht alleine fliegen, deshalb soll ich mit!", endete Buffy.
„Wenn Spike mitfliegt, ist doch alles in Ordnung", meinte Joyce und zuckte mit den Schultern. Sie verstand die Aufregung ihrer Tochter einfach nicht und sah sie abwartend an.
„Ich glaube, ich höre nicht richtig", regte diese sich dann auch prompt auf. „Mit Angel hättest du mich niemals nach Island fliegen lassen!"
„Angel konnte ich nie leiden. Meiner Meinung nach ist er böse, das weißt du auch."
„Spike ist auch böse, er ist ein Vampir!", schimpfte Buffy.
„Spike trägt seine Feindseeligkeit vor sich her. Wirklich böse ist er nicht", behauptete Joyce. „Angel war hinterlistig! Das kann ich überhaupt nicht leiden!" Sie lachte, als Buffy sie entsetzt ansah. „Wann fliegt ihr und wie lange bleibt ihr in Island?", erkundigte sie sich nach einer kleinen Pause.
Buffy konnte es nicht glauben. Sie starrte ihre Mutter an und überlegte, ob das alles hier vielleicht einfach nur ein böser Traum war. „Morgen früh um elf. Giles fährt uns zum Flughafen", erklärte sie dann.
„Dann solltest du wohl besser mit Packen anfangen. Ich hoffe du hast noch genügend warme Kleidung. Zeit zum Einkaufen haben wir ja nicht mehr."
Buffy blickte entsetzt ihrer Mutter hinterher, die gut gelaunt in den Keller hinab stieg, um nach geeigneten Koffern zu suchen. ‚Das kann nur ein böser Traum sein!’, dachte sie. ‚Meine Mom würde mich niemals mit Spike irgendwo hinfliegen lassen. Ob Willow vielleicht wieder irgendein Zauber schief gegangen ist?’, überlegte die Jägerin verzweifelt. ‚Ich sollte wohl besser meine Sachen zusammensuchen’, ächzte Buffy, schob ihren Stuhl langsam zurück und stand auf. ‚Hoffentlich habe ich meine warmen Boots noch’, versuchte die Jägerin sich zu erinnern. ‚Dann bekomme ich wenigstens keine kalten Füße.’
„Du fliegst wohin?", fragte Dawn und sah ihrer Schwester beim durchwühlen ihres Kleiderschrankes zu. „Und dann auch noch mit Spike? Was hat Mom dazu gesagt?"
Buffy brummte nur unverständliche Worte und achtete gar nicht weiter auf sie.
„Nun sag schon!", erwiderte Dawn neugierig.
„Ich habe es dir doch eben schon einmal erklärt", fauchte Buffy.
„Aber nicht, warum die Tagung ausgerechnet in Island stattfindet. Gab es denn nicht irgendetwas hier in der Nähe?"
„Wir haben extra etwas ausgewählt, was weit weg ist. Dann kann es nicht so einfach kontrolliert werden." ‚Tja’, dachte die Jägerin missgelaunt. ‚Manchmal haben wir echt tolle Ideen!’
„Huch, mit der Mütze siehst du aus wie ein Pinguin!", lachte Dawn und hielt sich die Hand vor den Mund.
Die Jägerin blickte in den Spiegel und musste ihrer kleinen Schwester zustimmen. ‚Warum passiert so was immer mir?’, seufzte sie. „Verschwinde jetzt Dawn, ich muss zu Ende packen."
„Krieg dich wieder ein!", schimpfte Dawn. „Immerhin darfst du verreisen und ich muss in die Schule!"
„Dann geh du jetzt mal schön ins Bett, damit du morgen auch ausgeschlafen bist", sagte Joyce, die gerade einen großen Koffer in Buffys Zimmer bugsierte. „Buffy Schatz, brauchst du meine Hilfe?", wandte sie sich dann an ihre ältere Tochter.
„Nein Mom. Ich denke, ich räume nur noch die Sachen in die Koffer und lege mich dann auch hin."
„Gut, dann werde ich mich auch schlafen legen, es war ein anstrengender Tag heute in der Galerie." Joyce gähnte herzhaft und lächelte dann entschuldigend.
„Okay, schlaf schön. Wir sehen uns ja noch Morgen früh", sagte Buffy kurz angebunden und kramte in ihrer Schublade.
Joyce nickte ihr noch einmal zu und schob Dawn zur Tür. „Komm junge Dame, für dich wird es wirklich Zeit ins Bett zu gehen."
„Och man, es ist doch noch gar nicht so spät", meckerte Dawn.
„Spät genug. Ab ins Bett jetzt und dieses Mal ohne große Diskussion", erwiderte ihre Mutter. „Schlaf schön Buffy."
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Spike hatte so gute Laune wie schon lange nicht mehr. Er hatte dem Wächter am Abend zuvor einen erneuten Besuch abgestattet und sich diabolisch gefreut, als dieser ihm mitteilte, dass Buffy mit flog. Zusätzlich hatte Spike ihm noch fünfhundert Dollar abgeluchst. Als Taschengeld und für warme Kleidung hatte er dem verdutzten Wächter erklärt.
„Ich soll ja wohl nicht besonders auffallen, oder?", hatte er Giles gefragt und dieser hatte zähneknirschend zugestimmt.
Der Zauber war gesprochen worden und Spike hatte im Morgengrauen vorsichtig eine Hand in die ersten Sonnenstrahlen gehalten. Da er nicht in Flammen aufgegangen war, entschied er sich komplett in das Licht zu treten. Doch außer einem leichten Kribbeln hatte er nichts weiter verspürt. Spike hatte hoch in den Himmel geblickt und sofort entschieden, das erste was er kaufen musste, war eine Sonnenbrille.
Augenblicklich schlenderte er durch das Einkaufszentrum, voll bepackt mit Plastiktüten die seine Einkäufe enthielten. ‚Wahrscheinlich wird Buffy mich pfählen’, überlegte er grinsend. ‚Aber erst nach der Tagung`, und bis dahin würde er seine Rache genießen. Oh ja!
Die Zeit verflog und er musste sich beeilen. ‚Jetzt kann ich den ersten Tag in der Sonne nicht einmal genießen’, dachte er genervt. ‚Der Wächter wird schon in einer Stunde vor dem Friedhof warten und ich muss noch meinen gesamten Krempel packen. Shit!’
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Buffy hatte sich schon am Morgen bei allen verabschiedet. Mit Willow hatte sie noch extra lange telefoniert und die Hexe hatte versucht, ihr Mut zu machen. „Aber so ganz war ihr das nicht gelungen", seufzte Buffy. ‚Ach was soll’s, es sind nur vier Tage. Ich werde sie schon irgendwie überleben! Aber ob Spike es überlebt, bleibt abzuwarten’, dachte sie zornig.
Ihre Mutter hatte sie, bevor sie in die Galerie fuhr, noch herzlich gedrückt und Buffy mit einem Zwinkern im Auge zweihundert Dollar zugesteckt. „Vielleicht findest du ja noch was Schönes für dich, ansonsten ist es ein Notgroschen. Dir geschehen ja die merkwürdigsten Dinge", hatte sie lächelnd gesagt. „Ich wünsche dir viel Spaß!"
„Den werde ich bestimmt nicht haben", hatte die Jägerin gestöhnt. „Ich rufe dich an, sobald wir angekommen sind."
„Ist gut, Schatz. Pass auf dich auf!", hatte Joyce gewinkt und sich auf den Weg zur Arbeit gemacht.
Buffy konnte schon von weitem Giles alte Klapperkiste ausmachen und schleppte ihr Gepäck auf den Gehweg. Der Vampir saß auf dem Rücksitz im Wagen und grinste mit hochgezogener Augenbraue, als er ihren genervten Gesichtsausdruck sah.
„Guten Morgen, Luv! Schön, dass du schon wach bist. Dann können wir ja jetzt in die Flitterwochen starten."
Buffy funkelte ihn böse an und warf sich auf den Beifahrersitz. Giles mühte sich indessen ab, ihr Gepäck im Kofferraum unterzubringen. ‚Gott sei Dank muss ich die Koffer nicht tragen’, dachte Giles erleichtert. ‚Waffen kann sie nicht mitgenommen haben, was kann an Kleidung für vier Tage so schwer sein? Unglaublich…’
Die Fahrt zum Flughafen verlief weitestgehend schweigend. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach und nur der Vampir schien gut gelaunt zu sein. Er schaute während der ganzen Fahrt aus dem Fenster und freute sich. „Man sollte nicht glauben, das dass Sonnenlicht so einen Farbunterschied zur Nacht ausmacht. Aber an diese Helligkeit muss ich mich wirklich noch gewöhnen."
„Gewöhn dich nicht zu sehr dran, es ist nur auf Zeit!", zischte Buffy.
„Du gönnst mir auch nicht den geringsten Spaß!", lachte er höhnisch.
„Du könntest jede Menge Spaß haben! Du brauchst nur ohne mich zu fliegen!", versuchte es die Jägerin ein letztes Mal.
„Wie willst du es verantworten, wenn der Chip seinen Dienst aufgibt und ich ein wahres Blutbad anrichte?", fragte Spike hinterlistig.
Die einzigste Antwort auf die Frage war ein giftiger Blick, den Buffy ihm über die Schulter zuwarf.
Am Ziel angekommen lenkte Giles seinen Wagen auf das unterste Parkdeck und der alte Citroen kam auf einem der Parkplätze quietschend zum Stehen.
„Ich habe leider nicht mehr viel Zeit", erklärte der Wächter. „Mein Flieger startet schon in zwanzig Minuten. Pass gut auf dich auf!", sagte er zu seiner Jägerin. „Und Sie… Sie…! Ich warne Sie, sollte mir irgendetwas zu Ohren kommen, dann…"
„Schon klar. Die Drohungen kenne ich alle! Die können Sie sich wirklich sparen!", erwiderte Spike ironisch und verdrehte die Augen.
Giles griff nach seiner altmodischen Reisetasche, nickte Beiden noch einmal zu und machte sich auf den Weg.
Spike warf sich seinen Seesack auf den Rücken und grinste. „So, Luv, ich glaube, wir müssen in die entgegengesetzte Richtung."
„Nenn mich nicht immer Luv!", fauchte Buffy.
„Wie soll ich dich denn nennen? Wäre dir Schatz oder Liebling lieber?"
„Weder das eine, noch das andere. Ich habe einen Namen!"
„Immerhin bist du jetzt meine Verlobte", grinste Spike. „Da kann ich dich schlecht Slayer rufen. Na ja, warum nicht, es gibt eine Menge merkwürdiger Kosenamen."
„Mein Name ist Buffy", schimpfte sie böse. „Hier, trag du mal den großen Koffer. Wir sind ja verlobt und liebende Männer machen so was."
Spike hob den Koffer an und fragte erstaunt: „Transportierst du Backsteine oder was ist da drin?
„Nur das, was Frauen eben so alles brauchen", erwiderte sie spitz. „Du bist doch ein großer starker Vampir. Du schaffst das schon!"
Spike sah ihr hinterher, als sie wütend davon stolzierte. ‚Ich werde einen Höllenspaß haben’, dachte er vergnügt. ‚Oh ja! Ein Riesen Spaß wird das! Wollen wir doch mal sehen, wer dieses Spiel gewinnt!’
Teil 3
Spike schleifte Buffys schweren Koffer über den ebenen Fußboden des Flughafens. Er hatte keine Lust mehr den Gepäckträger zu spielen und murmelte die ganze Zeit irgendetwas über Frauen und deren Gepäck. Allerdings war Buffy davon gänzlich unbeeindruckt und lief einfach weiter.
„Verdammter Mist!", murrte er. „Jetzt kann ich schon mal in die Sonne und wir eiern die ganze Zeit im Halbdunkel rum."
„Stell dich nicht an wie ein kleines Kind!", meckerte Buffy. „Du wirst noch genügend Zeit haben die Sonne anzubeten." ‚Vorausgesetzt, ich pfähle dich nicht schon vorher’, setzte sie in Gedanken hinzu.
Es dauerte nicht lange und die Beiden standen am Schalter der Fluggesellschaft. Willow hatte die Tickets bereits gestern reserviert und so brauchten sie nur ihr Gepäck aufzugeben. Es wurde durch den Metalldetektor weitergeleitet und Buffy sah zu, wie ihre Handtasche durchleuchtet wurde.
Einer der Angestellten stutze, öffnete die Tasche und brachte einen Pflock ans Tageslicht. Er blickte der Jägerin ins Gesicht. „Was bitte schön, ist das für ein Ding?"
Buffy überlegte fieberhaft, was sie dem Wachmann sagen sollte, doch im gleichen Moment sprang Spike ein. „Nun, das ist das Lieblingsspielzeug meiner Verlobten!" Er wackelte anzüglich mit den Augenbrauen und flüsterte verschwörerisch. „Sie mag es gerne ein bisschen härter."
Der Wachmann grinste teuflisch und schaute Buffy unablässig an, während er den Pflock wieder in der Tasche verstaute. „Viel Spaß noch damit, junge Frau!", rief er ihnen hinterher und Buffy hätte sich am liebsten in Luft aufgelöst.
„Rot steht dir wirklich ausgezeichnet, Luv!", flüstere Spike ihr ins Ohr und zog sie zum Terminal.
„Wenn ich könnte, wie ich wollte…", zischte Buffy.
„Ich weiß schon. Immer das gleiche mit euch Frauen."
Buffy sah sich um. Niemand schenkte ihnen besonders viel Aufmerksamkeit und sie fackelte nicht lange und trat dem Vampir heftig gegen das Schienbein. „Ja, ja. Immer das gleiche mit den Frauen!", lachte sie ihm in sein schmerzverzerrtes Gesicht. „Wie gut du dich doch auskennst!"
Spike knurrte und für einen Moment konnte man seine Augen gelb aufblitzen sehen.
„Komm schon, das Flugzeug wartet nicht auf dich!", meckerte Buffy.
Spike setzte sich, ohne groß zu zögern, auf den nächstbesten Fensterplatz und schaute fast ununterbrochen nach draußen. Alles war so bunt und er konnte sich gar nicht mehr darin erinnern, dass einfaches Gras so leuchtend grün war.
Die Jägerin beobachtete die Passagiere, die noch immer in die Maschine einstiegen.
Es war nur eine kleine Maschine, die als Shuttle eingesetzt wurde um sie nach L.A. zu bringen. Von dort hatte Willow einen Direktflug nach Reykjavik buchen können, sodass sie nicht noch öfter umsteigen mussten.
Dieser Flug würde nur knappe 20 Minuten dauern, also blieb nicht genügend Zeit um es sich gemütlich zu machen.
Buffy blickte zu Spike, Irgendwie konnte sie ihn schon verstehen.
‚Wahrscheinlich würde ich auch nur aus dem Fenster schauen, wenn ich 120 Jahre kein Sonnenlicht mehr gesehen hätte. Jedenfalls hält er im Moment die Klappe, das ist auch schon was wert`, überlegte sie und setzte sich neben ihn.
Das Umsteigen in die nächste Maschine verlief erstaunlich ruhig. Sie mussten nur eine erneute, kurze Durchleuchtung über sich ergehen lassen und konnten dann umgehend das neue Flugzeug besteigen.
Dieses Mal war die Jägerin schlauer gewesen. Sie hatte einen Schal um den Pflock gewickelt, damit seine Form nicht sofort wieder jemandem ins Auge fiel. Es konnte nur die Form gewesen sein, die den Wachmann in Sunnydale aufmerksam gemacht hatte, denn aus Metall bestand er ja nicht.
Eine der unzähligen Stewardessen nahm den Beiden die Bordkarten ab und führte sie zu ihren Plätzen. Die Flugbegleiterin fragte höflich, ob sie Spikes Tasche in das Gepäckfach legen sollte, doch dieser lehnte dankend ab.
„Was ist das eigentlich für eine merkwürdige Tasche die du da mit dir rumschleppst?", fragte Buffy neugierig.
„Das ist eine Kühltasche für meine Blutvorräte", grinste Spike mit hochgezogener Augenbraue. „Komplett neue Erfindung. Die kann man sogar an normale Steckdosen anschließen. Ich habe sogar den passenden Adapter für Island!", schwärmte Spike.
„Na dann!", erwiderte die Jägerin. „Hauptsache du hast ein neues Hobby!"
„Wo bitte sollte ich deiner Meinung nach das Blut im Hotel sonst lagern? In der Minibar vielleicht?"
„Ist ja schon gut, schrei am Besten noch lauter!", zischte Buffy leise.
‚Das mache ich bei passender Gelegenheit’, dachte Spike böse. ‚Dir werde ich es schon noch zeigen. Verdammt, das wird ein Spaß!’ Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und schaute schnell aus dem Fenster, bevor Buffy es bemerken würde.
Das Flugzeug startete und Buffy seufzte laut. Der Flug würde fast dreizehn Stunden dauern und sie hatte keine Ahnung, was sie in der ganzen Zeit tun sollte. ‚Vielleicht kann ich ja für ein paar Stunden schlafen’, überlegte sie. ‚Hauptsache ich muss mich nicht die ganze Zeit mit Spike unterhalten.’
„Scheinbar wollen nicht besonders viele Menschen nach Island", meinte Spike dann auch prompt.
Die Jägerin sah sich um und bemerkte, dass der Vampir wohl Recht hatte. Die Maschine war nicht mal halbvoll. „Dann haben wir jedenfalls genug Platz um es uns gemütlich zu machen", meinte Buffy arglos.
„Oh, das liebe ich! Wann fangen wir denn mit gemütlich machen an?", grinste Spike, legte den Kopf schief und schaute sie lüstern an.
„Blödmann!"
Der Vampir lachte laut und einige der Mitreisenden drehten sich neugierig zu den beiden Blonden um.
‚Wir fallen jetzt schon auf’, dachte Buffy böse. ‚Das kann ja noch heiter werden. Besser ich beschäftige mich mit etwas Anderem, bevor der Idiot noch auf die Idee kommt, sich mit mir zu unterhalten.’
Schnell kramte sie aus ihrer Tasche eine der Zeitschriften heraus, die ihre Mutter ihr, fürsorglich wie sie war, noch schnell eingepackt hatte. Zwischendurch warf sie immer wieder kurze Seitenblicke auf Spike. Doch anders als beim ersten Flug, starrte er nicht aus dem Fenster, sondern links an ihr vorbei auf eine dralle Rothaarige.
‚Na toll’, stöhnte Buffy in Gedanken. ‚War ja klar, dass er sofort wieder auf Jagd geht und wenn es sich diesmal auch nur um eine schöne Frau handelt.’
Spike hatte die Blicke der Jägerin durchaus bemerkt und sich noch mehr angestrengt möglichst auffällig die hässliche Frau zu beobachten. Er freute sich königlich. Es würde bedeutend einfacher werden als gedacht. ‚Jetzt endlich kommt meine Zeit’, lächelte er teuflisch. ‚Auch wenn sie nur eine kurze Woche dauert! Ich werde jeden einzelnen Moment genießen!’
Die Stewardess schob den Getränkewagen den schmalen Gang hinab, hielt bei jedem Passagier und fragte höflich nach dessen Wünschen.
Spike bestellte sofort zwei von den kleinen Whiskeyflaschen, die Jägerin wählte Fruchtsaft und fragte nach weiteren Zeitschriften.
Nachdem Buffy alle Magazine durchgeblättert hatte verspürte sie eine leichte Müdigkeit, die sie sofort dankbar annahm. Sie lehnte sich entspannt zurück, schloss die Augen und driftete langsam in den Schlaf.
„Verdammt Slayer! Schieb deinen Kopf in eine andere Richtung", zischte Spike leise.
„Was ist dein Problem?"
„Deine Birne ist mir im Weg, ich kann die Aussicht nicht genießen!"
„Ich habe geschlafen, wie kann ich dir da im Weg sein?"
„Dein dämlicher Kopf fällt immer nach vorne, außerdem schnarchst du."
„Ich schnarche nie!", schimpfte Buffy böse.
„Oh, dann sägt ein paar Reihen hinter uns bestimmt gerade jemand ein paar Bäume um."
„Haha! Das war echt witzig", antwortete die Jägerin lahm. „Störe ich dich etwa beim Anglotzen der Frau da vorne?"
Darauf hatte der Vampir nur gewartet. War ihre Unterhaltung bis jetzt nur im Flüsterton verlaufen, so würde er das jetzt mit Freuden ändern. ‚Es ist fast zu einfach’, dachte er.
„Warum sollte ich mir die hübsche Lady da vorne wohl nicht ansehen?", fragte Spike laut. „Ich bin nicht derjenige, der mit der Flirterei angefangen hat! Soweit ich mich erinnere, warst du ganz scharf auf den Collegebubi der das Taxi zum Flughafen fuhr", ereiferte sich Spike laut.
„Was soll das denn jetzt?", fragte Buffy leise.
„Du brauchst jetzt gar nicht so schamlos zu lügen", rief der Vampir geräuschvoll. „Ich weiß genau, dass du mich nicht mehr liebst."
Buffy bemerkte nach einem Blick durch das Flugzeug, das alle Reisenden gespannt auf die Fortsetzung des Dramas warteten. Die meisten Frauen blickten sie böse an und die Jägerin konnte nicht verhindern, dass sie rot wurde. „Was soll der Mist! Hör auf damit", zischte Buffy leise.
Spike dachte gar nicht daran aufzuhören, jetzt ging der Spaß doch erst richtig los. „Ach ja? Und was war mit John letzte Woche?", schrie er aufgebracht. „Dein Liebhaber hatte nichts Besseres zu tun, als mir die ganze Geschichte auf die Nase zu binden!" Er setzte das traurigste Gesicht der Welt auf und seufzte: „Ich weiß genau, das du mich nicht mehr liebst. Warum also machen wir noch diese Reise?"
Scheinbar völlig mit den Nerven am Ende wandte er sich zum kleinen Fenster und schaute angestrengt in den Himmel. Er biss sich auf die Zunge um nicht laut los zu lachen. ‚Ich hätte Schauspieler werden sollen! Das war doch mal eine grandiose Vorstellung’, dachte er vergnügt. ‚Mal schauen, was mir noch alles einfällt.’
Die Jägerin zappelte unruhig auf ihrem Sitz herum. An den Mienen der Flugreisenden konnte sie erkennen, dass sie Spikes Vorstellung sehr ernst genommen hatten. Viele schüttelten den Kopf und blickten sie böse an. Und ein Pärchen, dass zwei Reihen vor ihr saß, unterhielt sich lautstark über „solche" Frauen.
‚Ob es wohl jemand auffällt, wenn auf dem Sitz neben mir gleich ein Haufen Staub liegt?’, überlegte sie wütend. ‚Was sollte der ganze Mist überhaupt?’
Spike hatte sich wieder vollkommen unter Kontrolle und setzte abermals ein trauriges Gesicht auf. Er klappte den Sitz nach hinten, lehnte sich zurück und schloss demonstrativ die Augen. ‚Wirklich gar nicht schlecht gelaufen’, dachte er vergnügt.
Eine halbe Stunde später wurde das Essen serviert. Die Stewardess bediente Spike sehr höflich und fragte nach seinem Befinden. „Wenn ich noch irgendetwas für Sie tun kann, dann lassen Sie es mich bitte wissen!", erklärte sie dem Vampir hilfsbereit.
Buffy bekam ihre Mahlzeit mit einem giftigen Blick der Flugbegleiterin auf den Tisch geknallt.
„Das wirst du mir büssen", zischte Buffy leise, nachdem die Stewardess gegangen war.
„Ich habe dich nicht verstanden Luv. Was hast du gesagt?", fragte Spike laut.
„Ich habe nur festgestellt, das dass Essen sehr lecker aussieht", lächelte Buffy krampfhaft.
„Ach so. Ja, da stimme ich dir zu!", meinte Spike liebenswürdig.
Die Jägerin stocherte mit ihrer Plastikgabel wütend in ihrem Salat herum. ‚Wenn ich nicht gleich etwas töten kann, platzte ich’, dachte sie. ‚Das wird er mir büssen! Warte es ab, auch ich habe noch eine nette Überraschung für dich.’
Die Flugbegleiterin holte nach geraumer Zeit die Reste des Essens ab und Buffy schaute währenddessen absichtlich in ihre Zeitschrift. ‚Ich werde einfach versuchen zu schlafen’, überlegte sie. ‚Vielleicht kann ich so den ganzen Horror hier ein bisschen vergessen.’ Sie klappte die Rückenlehne ihres Sitzes um und versuchte angestrengt eine bequeme Schlafposition zu finden.
„An deiner Stelle würde ich auch schlafen, Luv. Wir fliegen in der Zeit vor und kommen irgendwann um zwei Uhr in Reykjavik an", erklärte Spike.
„Danke für die Aufklärung!", erwiderte Buffy so nett sie konnte. Sie wollte dem Vampir keine Möglichkeit geben, eine erneute Szene aufzuführen.
„Vielleicht sollte ich dir beim einschlafen helfen?", fragte Spike mit hochgezogener Augenbraue und einem lüsternem Lächeln auf den Lippen.
‚Warum gibt es nie da ein Loch im Boden, wo man es dringend brauchen könnte?’, dachte Buffy angewidert. ‚Hoffentlich schlafe ich bis zur Landung.’
Teil 4
Der Wunsch war Buffy gewährt worden. Sie wachte erst durch die Aufforderung zum Anschnallen wieder auf. Die Jägerin gähnte herzhaft und hörte aus den Lautsprechern die Ansage des Piloten. ‚Warum leiern die den Spruch bloß immer so langweilig und unverständlich runter?’, überlegte Buffy. ‚Ich habe nicht mal die Hälfte verstanden’.
Der Vampir hatte scheinbar ebenfalls den Rest des Fluges verschlafen. Etwas orientierungslos blickte er sich um und knüllte dann die Decke zusammen, die ihm die Flugbegleiterin gebracht hatte.
„Guten Abend, Luv", sagte er fröhlich. „So zerknautscht siehst du wirklich gefährlich aus!"
Buffy grunzte nur und versuchte aus dem Fenster hinaus zu sehen, doch alles was sie sehen konnte war Dunkelheit.
Das Flugzeug landete ohne Probleme und kurze Zeit später wanderten die Passagiere durch den Flughafen. Die Passkontrolle arbeitete schnell und auch das Gepäckband drehte sich bereits im Kreis.
Spike hatte seinen Seesack sofort gefunden, nur Buffys großer Koffer fehlte ihnen jetzt noch. Die Jägerin hatte schon böse Vorahnungen, doch dann purzelte das schwere Gepäck doch noch auf das Laufband.
Spike hatte keine Lust schon wieder den Gepäckträger zu spielen und holte kurzerhand eines der Wägelchen, auf das er ihre gesamte Habe stapelte. Zusammen zuckelten sie zum Ausgang und versuchten dabei krampfhaft, den Gepäckwagen in die richtige Richtung zu schieben. Scheinbar wollte jedes der kleinen Räder in eine andere und die Jägerin verzog genervt das Gesicht. Die Ausgangstür öffnete sich mit einem leisen Zischen und Buffy schauderte.
„Ist das kalt hier!", zitterte Buffy sofort und nach einem raschen Rundblick auf die Umgebung meckerte sie los. „Schnee haben sie jedenfalls auch genug. Mist!" Schnell kramte sie den Schal aus ihrer Tasche und wickelte ihn um den Hals.
„Was hast du erwartet Slayer?", fragte Spike. „Du bist auf Island, hier gibt es wirkliche Winter mit Schnee und Eis."
„Warum muss ein Winter kalt sein?" In Sunnydale ist auch Winter, aber da ist es jedenfalls warm, fügte sie in Gedanken hinzu.
Spike schüttelte den Kopf und hielt Ausschau nach dem Taxistand. „Komm mit, Slayer. Wir müssen da drüben hin", sagte er und zeigte mit ausgestrecktem Arm auf die wartenden Mietwagen.
„Ich wusste gar nicht, dass du Isländisch spricht", sagte Buffy erstaunt, nach dem Spike einen der Fahrer angesprochen hatte.
„Es hat ein wenig Ähnlichkeit mit Norwegisch. Kein Problem!", erwiderte der Vampir großspurig.
Die Fahrt zum Hotel dauerte fast eine Stunde. Spike bezahlte mit Dollar und Buffy schaute an der Hotelfassade hinauf. Es war ein Altbau, doch sehr gepflegt und sauber. Es macht einen guten Eindruck dachte sie, hoffentlich ist es innen auch so ordentlich.’ Die Jägerin schüttelte sich. ‚An die Kälte muss ich aber wirklich noch gewöhnen', überlegte sie schaudernd.
Zusammen gingen sie durch die Eingangshalle auf die Rezeption zu. Irgendwo im Hintergrund klingelte ununterbrochen ein Telefon, aber niemand war zu sehen.
Buffy nutze die Gelegenheit sich umzuschauen. Die Halle und der große Aufenthaltsbereich waren altmodisch, aber sehr gemütlich eingerichtet. An der Decke hingen drei gewaltige Kronleuchter die alles in ein warmes, sanftes Licht tauchten und sie nickte zustimmend. ‚Nicht so übel, wie ich es erwartet hatte.’
Spike machte einen Höllenlärm rief die ganze Zeit laut „Hallo!"
Das Telefon klingelte weiter und im hinteren Bereich der Rezeption schaute ein kleiner blonder Mann aus einer der offenen Türen.
„Oh, entschuldigen Sie bitte, dass sie warten mussten!", erklärte er in gebrochenem Englisch. „Unser Nachtportier ist plötzlich krank geworden und ich versuche verzweifelt die Tagesschicht zu erreichen."
„Rupert Giles mit Begleitung", sagte der Vampir mit bestem britischem Akzent.
„Oh ja, selbstverständlich. Sie waren zur Bibliothekarskonferenz angemeldet", erwiderte der kleine Mann nach einem kurzen Blick in sein Gästebuch. Er tippelte auch das große Schlüsselbrett zu und nahm einen davon herunter.
„Hätten sie etwas dagegen die Formalitäten auf später zu verschieben?", fragte der Mann.
„Nein, kein Problem", sagte der Vampir großzügig.
Der kleine Mann nickte ihm dankbar zu und flitzte durch die Tür durch die er gekommen war. Das Telefon, das die ganze Zeit unaufhörlich geklingelt hatte, verstummte schlagartig.
„Er hat vergessen dir meinen Schlüssel zu geben", meinte Buffy.
„Hier hast du ihn!", erwiderte Spike grinsend und streckte ihr den Schlüssel entgegen.
„Lass den Schei…Ohhh... Nein! Niemals….!", stotterte sie, als sie die Tragweite dieser Aussage begriff.
„Du hast doch nicht wirklich gedacht, meine Verlobte hätte ein eigenes Zimmer? Wo bleibt denn da der Spaß?", grinste Spike hinterlistig.
„Du verdammter Scheißkerl! Deswegen musste ich also mit! Du willst mich zu Tode ärgern!", fauchte die Jägerin böse.
„So etwas in der Art schwebte mir vor!", gestand er grinsend.
„Haben die in diesem verdammten Laden keine Kofferträger?", fragte Buffy wütend. Nun, vielleicht hatte der Vampir diese Runde gewonnen, aber es würden weitere folgen uns sie würde ihm schon zeigen, wer als letztes lachen würde.
„Wenn du mich fragst, haben wir gerade mit ihm gesprochen", antwortete der Vampir lässig und deutete mit dem Kopf nickend auf die Tür, durch die der kleine blonde Mann verschwunden war.
„Ist ja klasse! Noch schlimmer kann es ja kaum noch werden!"
‚Oh, es wird noch bedeutend schlimmer, dafür sorge ich schon’, dachte er böse.
Buffy schleppte ihre Koffer zum Aufzug und schlug mit der flachen Hand auf den Rufknopf. „Welches Stockwerk?"
Spike sah auf den Schlüssel. Er hatte die Nummer 462 und somit war klar, wohin sie mussten. „Ich denke, der Vierte."
Oben angekommen suchten die Beiden ihr Zimmer und Spike öffnete schließlich die Tür. „Zimmer kann man das wohl kaum nennen, wohl eher Suite", meinte er nach einem kurzen Blick überrascht. „Das wird deinen Wächter eine ganze Stange Geld gekostet haben."
Buffy trat in den Raum und das Erste, was sie sah, war ein großes gemütliches Sofa.
Sie zeigte darauf und lächelte höhnisch: „Guck mal, dein Zimmer!"
Zusammen erkundeten sie die Räumlichkeiten. Das Schlafzimmer war riesig und genauso gemütlich eingerichtet, wie der Rest der Suite.
Buffy warf ihre Koffer auf das Bett. „Versuch es erst gar nicht. Hier schlafe ich… und zwar alleine!"
Spike grinste nur. „Ach komm schon Slayer, das Bett ist riesig. Da können wir bequem Beide drin schlafen."
„Überleg dir gut, was du jetzt machst. Du hast mich heute schon genug geärgert!", warnte Buffy ihn böse.
Spike grinste nur, ging zurück in den Wohnbereich und untersuchte die Schränke. Die Minibar war schnell gefunden und er schimpfte, weil die Flaschen mit Whiskey eben so klein waren, wie die im Flugzeug.
Er öffnete den Rest der Schränke und entdeckte einen Fernseher. ‚Immerhin etwas’, grunzte er. ‚Hoffentlich haben die hier Sattelitenempfang’. Er stellte das Gerät an und schaltete die Kanäle rauf und runter. „Na super, fünf Programme und alle auf Isländisch."
‚Dann werde ich wohl erstmal versuchen meinen Krempel hier unter zu bringen’, sagte er zu sich und warf den Seesack gekonnt in eine Ecke. ‚Erledigt’, dachte er vergnügt. ‚Meine Kühltasche muss bestimmt auch so langsam an den Strom und Hunger habe ich auch’.
Er öffnete die Tasche, entnahm einen der Blutbeutel und fühlte dessen Temperatur.
„Immer noch sehr kalt, die Tasche ist echt ihr Geld wert." ‚Zumindest wäre sie es, wenn ich sie tatsächlich gekauft hätte’, grinste er hinterhältig.
„Hey Slayer, ist bei dir im Zimmer zufällig eine Mikrowelle?", schrie er.
Buffy antwortete nicht.
‚Die kann doch nicht schon wieder schlafen’, überlegte er. Er spitze die Ohren und konnte Wasser laufen hören. Er lachte böse und überlegte, ob er nicht mal so ganz zufällig ins Badezimmer stolpern sollte. „Zumindest werde ich es mal versuchen!"
Leise schlich er auf die Schlafzimmertür zu, drehte am Knauf und stellte erfreut fest, das sie nicht verschlossen war. Er lauschte angestrengt, scheinbar hatte es sich Buffy unter der Dusche gemütlich gemacht. Im Moment lief kein Wasser mehr aus dem Hahn, doch er konnte noch immer leichtes Plätschern hören. Vorsichtig schlich er zur Tür, lauschte noch einmal kurz und drehte auch diesen Knauf. ‚Mist! Verschlossen!’, fluchte er lautlos.
„Netter Versuch, Spike!", rief die Jägerin.
Der Vampir zuckte nur mit den Achseln. Von solch kleinen Niederlagen ließ er sich nicht entmutigen. Es würde bestimmt noch genügend Möglichkeiten geben, Buffy gehörig zu nerven. „Hast du eine Mikrowelle in deinem Zimmer?", fragte er erneut.
„Ich habe keine gesehen" antwortete Buffy wahrheitsgemäß.
„Kein Problem, ich durchsuche eben deine Schränke!", rief er Buffy durch die Tür zu.
„Du lässt die Finger von den Sachen", schrie die Jägerin aufgebracht.
„Stell dich nicht so an! Du hast auch keine anderen Sachen, wie jeder normale Mensch."
„Spike! Lass! Es!", drohte Buffy durch die verschlossene Tür.
„Es dauert ja nicht lange und ich habe Hunger!", rief er belustigt.
Er ging mit Vorfreude auf den großen Kleiderschrank zu, doch bevor er die Tür öffnen konnte stand Buffy mit klatschnassen Haaren und in ein großes Badetuch gewickelt hinter ihm.
„Finger weg von meinen Sachen", fauchte sie böse.
„Was willst du dagegen machen? Ich brauche nur einmal an deinem Handtuch zupfen und schon hat sich die Sache erledigt", grinste Spike erwartungsvoll.
„Bitte, Spike…! Ich zieh mich eben an und dann schaue ich nach, okay?"
Nach einem Blick in ihr Gesicht gab er auf und nickte. „Ja. Gut!"
„Danke! Ich beeile mich auch", sagte Buffy und flitze zurück ins Badezimmer.
Der Vampir ging zurück in das Wohnzimmer und schimpfte mit sich selbst. ‚Gott verdammt, bist du ein Weichei! Ein Dackelblick und schon gibst du klein bei! Unglaublich…! Wann zur Hölle bin ich eigentlich so ein Waschlappen geworden? Du bist ja so was von bescheuert, warum ziehst du nicht einfach an dem scheiß Handtuch?’
Buffy hatte sich schnell ihren Trainingsanzug angezogen und wickelte sich ein Handtuch um den Kopf. ‚Manchmal kann er fast nett sein’, dachte sie. Erschrocken über sich selbst zuckte sie zusammen. ‚Er ist ein Vampir! Er ist böse und er nervt furchtbar! Fertig aus...!’
Die Jägerin kam aus dem Badezimmer, sah Spike durch die geöffnete Zimmertüre auf dem Sofa sitzen und machte sich auf die Suche nach einer Mikrowelle. ‚Das ist doch völliger Quatsch. Wenn es überhaupt eine gibt, dann ja wohl im Wohnbereich und nicht hier im Schlafzimmer’, überlegte Buffy genervt.
„Spike, hier gibt es anscheinend keine. Vielleicht kannst du das Blut ja auf der Heizung anwärmen!"
„Auf der Heizung?", fragte Spike angewidert. ‚Oh nein, das wirst du nicht tun’, meckerte er mit sich. ‚Und wenn du vor Hunger umfällst…!’
Er stand auf, nahm den Beutel, den er auf dem Tisch liegen lassen hatte und riss ihn auf. ‚Dann eben kalt’, meinte er.
Buffy schaute in die andere Richtung. „Kann man hier wohl etwas zu essen bekommen um die Uhrzeit?"
„Keine Ahnung! Das Telefon steht auf dem Sideboard. Versuch es doch einfach. So klein ist das Hotel ja nun auch nicht." ‚Wo bleib ich denn jetzt mit dem leeren Beutel’, fragte er sich und sah sich nach einer geeigneten Möglichkeit um. ‚Ich kann ihn ja wohl schlecht einfach in den Mülleimer werfen. Verdammt, verdammt, verdammt! Jetzt mache ich mir auch schon über die Putzfrau Gedanken! Wann bin ich eigentlich zum Warmduscher mutiert? Verfluchte Hölle!’
„Zimmerservice dürfen die das eigentlich auch nicht nennen", meinte Buffy traurig, nachdem sie den Telefonhörer wieder aufgelegt hatte.
„Und wieso nicht?", fragte Spike neugierig.
„Weil mich keiner verstanden hat. Englisch spricht doch eigentlich jeder, oder nicht?"
Spike zog die Augenbrauen hoch. „Die typische Arroganz der Amerikaner. Warum sprichst du nicht Isländisch?"
„Oh bitte. Ich möchte heute Abend, beziehungsweise mitten in der Nacht oder was auch immer, nicht mehr mit dir streiten. Der Tag war auch so hart genug", seufzte Buffy. „Ich glaube ich habe noch ein paar Kekse in der Tasche, die müssen für heute reichen." Sie ging in ihr Schlafzimmer, durchwühlte ihre Tasche und kam triumphierend zurück.
„Ich habe nicht nur Kekse, ich habe sogar noch Schokolade gefunden!"
Die Jägerin setzte sich auf das Sofa und öffnete geräuschvoll die Verpackungen.
„Darf ich mit in mein Bett oder muss ich solange auf dem Fußboden sitzen?", fragte Spike gehässig.
„Aber nur, wenn wir für heute Frieden schließen", lächelte Buffy ihn bittend an. „Nur für diesen Abend, Nacht oder was auch immer, ja?"
„Willst du einen Keks oder vielleicht doch lieber Schokolade?", fragte sie freundlich weiter.
„Ist das eine Fangfrage oder hast du die Schokolade vergiftet?", fragte der Vampir missgelaunt. So ganz traute er dem angeblichen Frieden nicht.
„Setz dich hin, dann können wir noch ein bisschen fernsehen." Da Spike nicht sofort reagierte, sprach sie weiter. „Ich beiße nicht!"
Die Jägerin griff nach der Fernbedienung und schaltete hin und her.
„Bist du sicher, dass du nicht irgendwelche komischen Drogen genommen hast?", fragte der Vampir verstört. „ Ich meine, der Satz mit dem Beißen gehört eigentlich mir, auch wenn ich ihn gewöhnlich etwas anders benutze!"
„Ich habe nur keine Lust mehr zu streiten. Setzt dich hin oder lass es. Sag mal, gibt es hier keine anderen Programme?"
Spike zuckte mit den Schultern und setzte sich neben Buffy auf das Sofa. „Ich glaube nicht."
„Bunte Bilder begucken soll jetzt reichen", meinte Buffy und zog die Beine hoch auf die Couch.
„Lass das an, das hat was von einem Aquarium", sagte Spike und legte seine Füße auf den Tisch.
Keine halbe Stunde später sank dem Vampir der Kopf in den Nacken und er schlief seelenruhig ein. Die Jägerin war mittlerer Weile auch tief in die Traumwelt abgetaucht und ihr Kopf sank langsam aber sicher auf Spikes Oberschenkel.
Teil 5
Spike erwachte mit schmerzverzerrtem Gesicht, seine Hand griff in seinen Nacken und massierte die verspannten Muskeln. Langsam kam sein Denkvermögen in Schwung und der fühlte einen leichten Druck auf seinem Oberschenkel. Der Vampir schaute auf den Kopf der Jägerin und er grinste hinterhältig.
Buffy hatte sich im Schlaf gedreht und ihr Gesicht war nun seinem Bauch zugewandt. ‚Die Position ist gar nicht mal schlecht’, dachte er spöttisch. ‚Es fehlen nur ungefähr zwei Zentimeter. Eigentlich hätte ich nichts dagegen ihren Kopf da öfter mal zu sehen’, grinste er böse.
„Hey Slayer! Aufwachen!", stupste er Buffy unsanft an. „Du sabberst mir die ganze Hose ein!"
„Sofort Mom, nur noch zwei…Ah!!!!" Buffy schreckte hoch und blickte Spike verdattert an. Das Handtuch, das sie in der Nacht um ihren Kopf geschlungen hatte, rutschte langsam hinunter und der Vampir brach in schallendes Gelächter aus.
Buffy sprang vom Sofa, holte aus und boxte ihm, ohne lange zu überlegen, auf die Nase. Sie wirbelte herum und stürzte auf die Badezimmertür zu, verriegelte diese und stellte sich an den Waschtisch, um in den Spiegel schauen zu können. Die Jägerin konnte den Vampir noch immer Lachen hören und nach einem Blick auf ihr Spiegelbild, konnte sie es ihm nicht einmal verübeln.
Ihre Haare, wenn man sie denn noch so nennen konnte, hatten sich über Nacht in ein krummes, schief verwinkeltes Vogelnest verwandelt.
‚Da wird keine Bürste der Welt mehr etwas ausrichten können’, überlegte sie genervt und drehte den Wasserhahn der Dusche auf.
Spike beruhigte sich langsam wieder, nur zwischendurch schlich sich noch ein Lächeln in sein Gesicht.‚Das ist das erste Mal in fast 120 Jahren, dass ich mir einen Fotoapparat gewünscht habe. Den Anblick vergesse ich nie! Sie braucht überhaupt keine Waffen für die Dämonenjagd’, dachte er fies, ‚mit der Frisur fallen alle schon bei ihrem Anblick um’.
Er konnte hören, dass die Jägerin duschte und er überlegte, bei welchen Gelegenheiten er ihr den ‚ Durchgeknallten Wischmob’ wohl unter die Nase reiben konnte. „Das wird ein Spaß!"
Eine knappe halbe Stunde später kam die Jägerin mit nassen, glatt gekämmten Haaren auf ihn zu.
„Kann ich mir deinen Adapter ausleihen? Ich kann meinen Fön sonst nicht benutzen", fragte sie leise.
Die ganze Angelegenheit war Buffy furchtbar peinlich, nicht nur die Haare, sondern vor allen Dingen, dass sie sich scheinbar im Schlaf an den Vampir gekuschelt hatte. ‚Gut dass es keiner gesehen hat’, dachte sie. ‚Und wenn er es jemals erwähnt, streite ich alles ab! Jawohl!’
Spike konnte nur mit Mühe einen erneuten Lachanfall niederkämpfen.
„Ich dachte, die Frisur war geplant", sagte er so ernst er konnte. „Irgendwas mit explodierten Hühnern oder wie hieß sie noch?"
Buffy schaute ihn nicht einmal böse an, sondern drehte sich wortlos um und ging zurück in das Schlafzimmer.
„Warte!", rief er ihr nach. „Du kannst ihn haben, aber nur wenn du dir die Haare hier trocknest. Ich möchte auch mal gerne Duschen."
‚Es macht überhaupt keinen Spaß wenn sie gar nicht reagiert’, seufzte er enttäuscht. ‚Dabei hatte ich mir doch schon so tolle Sprüche einfallen lassen’. Der Vampir zog den Stecker aus der Wand und warf ihr den Adapter zu.
„Schließ meine Kühltasche wieder an wenn du fertig bist. Ich möchte nicht, dass mein Essen schlecht wird!", warf er der Jägerin einen Köder vor die Füße, aber Buffy sprang nicht darauf an, nickte nur einmal kurz und lief ins Badezimmer um ihren Fön zu holen.
Spike war enttäuscht, so eine langweilige Jägerin konnte er überhaupt nicht ausstehen. ‚Gott verdammt, wenn das nicht bald besser wird, fange ich eine Schlägerei an. Meine Güte, ist mir langweilig! Außer streiten haben wir hier gar nichts zu tun’, dachte er genervt.
Er kramte neue Anziehsachen aus seinem Seesack, nahm sein Waschzeug und machte sich auf den Weg ins Badezimmer. ‚Typisch! Kein trockenes Handtuch mehr da’, grummelte Spike nach einem Probegriff. ‚Nur noch eins von diesen winzig kleinen, die höchstens für einen Arm reichen’, meckerte er vor sich hin.
Zwanzig Minuten später standen sich Jägerin und Vampir wieder gegenüber.
„Was machen wir jetzt als erstes?", fragte Spike.
„Ich denke, wir sollten erst einmal Frühstücken. Besser gesagt, ich sollte Frühstücken! Außerdem musst du um elf Uhr sowieso zu der Tagung gehen", meinte Buffy listig, scheinbar wieder bester Laune.
„Ich muss da doch nicht wirklich hin, oder?", fragte der Vampir überrascht.
„Natürlich, deswegen sind wir doch hier!", erwiderte sie genervt.
„Ich dachte nur zur Tarnung. Verdammt, ich will mir den Scheiß nicht anhören!", schimpfte Spike aufgebracht.
„Giles würde es aber tun und den spielst du im Moment. Es würde gewaltig auffallen, wenn du dich komplett anders verhältst wie er."
„Verdammter Mist! Ich wollte raus, endlich mal die Sonne sehen!"
„Bevor ich es vergesse, ich habe noch was für dich!", sagte Buffy so liebenswürdig wie sie konnte.
„Was ist das?", fragte der Vampir und deutete auf den Hefter den die Jägerin in der Hand hielt.
„Das, nun ja, das ist der Vortrag, den du heute Nachmittag halten wirst!", grinste Buffy ihn frech an.
„Das kannst du so was von vergessen! Nie im Leben!", erwiderte Spike böse.
„Da du nicht lebst war der Spruch überflüssig. Du bist angemeldet und du wirst es machen!"
„Ich werde den bescheuerten Vortrag nicht halten!!!"
„Wir haben uns eben schon über deine Tarnung unterhalten. Giles würde es tun, also machst du es auch", sagte Buffy entschieden und drückte dem Vampir die kleine Mappe in die Hand, ging zu Tür und fragte: „Bist du soweit? Ich verhungere gleich."
Spike blickte auf den Hefter. ‚Computer Archivierung/ Ablagesystem für Literatur aller Art: Fluch oder Segen des Bibliothekarenstandes?` Stand in großen Buchstaben auf dem Deckblatt. ‚War ja klar und kein Pflock in der Nähe, wenn man dringend einen braucht’, stöhnte er.
Buffy staunte nicht schlecht als sie den Speisesaal betrat. Ein großes Büffet war an der linken Seite des Raumes aufgebaut, mit allem was das Herz begehrte. Verschiedene Sorten Brot und Brötchen, unterschiedliche Marmeladensorten, Wurst, Käse, Fischspezialitäten und eine große Auswahl an Obst. ‚Verhungern werde ich hier definitiv nicht’, dachte die Jägerin. ‚Hauptsache es schmeckt auch alles so gut, wie es aussieht’.
Sie belud ihren Teller, setzte sich an einen der freien Tische direkt am Fenster und schnitt, mit knurrendem Magen, eines der Brötchen auf. Es schneite schon wieder. ‚Vielleicht auch immer noch’, überlegte die Jägerin und zuckte mit den Schultern. ‚Ich hoffe es hört bald auf, sonst kann ich bei dem Schmuddelwetter nicht mal raus’.
Der Vampir kam grinsend in den Speisesaal, nickte Buffy einmal kurz zu und ging dann auf den Buffettisch zu. Es dauerte nicht lange und er stand strahlend neben ihr.
‚Wieso grinst er bloß die ganze Zeit so hinterhältig’, dachte sie irritiert. ‚Das kann nichts Gutes bedeuten’.
Spike stellte eine kleine Schale mit weißem cremigen Inhalt auf den Tisch, eine kleines Kännchen Milch und irgendetwas rotes, das Buffy nicht kannte.
„Schon fertig mit Frühstücken? Das ging ja schnell", lächelte Spike freundlich. „Ich war eben an der Rezeption und habe uns offiziell angemeldet", berichtete er. „Danach war ich bei einer sehr netten Dame, die die Anmeldungen für die Konferenz aufnimmt. Es war nicht besonders viel los und so haben wir ein wenig geplaudert."
„Kann ich mir gut vorstellen!", meinte Buffy sarkastisch. „ Wann willst du sie flachlegen?"
„Wer sagte denn was von flachlegen?", fragte Spike gespielt entrüstet. „Ich versuche lediglich dich in Kenntnis zu setzen…, also hör zu Slayer! Nun, jedenfalls ist die Lady mit einem der Bibliothekare verheiratet und erzählte mir, sie liebe Island, vor allem seine Mythologie."
„Ja und?", fragte Buffy gelangweilt.
„Ich habe gesagt, du würdest dich auch brennend dafür interessieren."
„Du hast was?", fragte Buffy. „Spinnst du?"
„Ich war so nett dich für heute Nachmittag bei einer Elfenschule anzumelden!", grinste er hämisch. „Die nette Lady war schwer begeistert nicht alleine gehen zu müssen."
„Das ist nicht dein Ernst, oder…?"
„Aber sicher ist das mein Ernst, sieh es als Rache für den Vortrag an."
„Ich werde da auf überhaupt gar keinen Fall hingehen!"
„Zu spät, Mary holt dich heute Nachmittag pünktlich ab. Ich habe ihr extra noch deinen Namen und die Zimmernummer aufgeschrieben."
„Was ist das überhaupt? Diese bescheuerte Elfenschule, meine ich?", fragte Buffy wütend.
„Ach, da wird dir dann erklärt, wo Elfen gerne leben, was sie mögen und so Zeugs."
Und da Buffy ihn völlig verdattert ansah setzte er noch einen drauf. „Nach der Einführung kraxelt ihr dann zwei Stunden über Stock und Stein und seht all die wunderbaren Felsen, auf denen eine Menge Moos wächst", lachte er böse. ‚Jetzt habe ich dich!’, dachte er nur nachdem er ihr kurz ins Gesicht geblickt hatte.
„Dafür wirst du mir büssen", zischte Buffy böse.
„Ich freu mich schon drauf!" Spike nahm sein Milchkännchen und goss etwas daraus in die Schale. Er öffnete die Zuckerdose und streute gemächlich die süßen Körnchen auf den Mischmasch und rührte langsam um.
Die Jägerin beobachtete ihn bei seinem Treiben genervt und fragte noch immer wütend: „Was ist das für Zeugs?"
„Das ist eine isländische Spezialität. Es nennt sich Skýr, es ist eine Art Quark und wird mit Fruchtgrütze gegessen. Ist wirklich lecker, willst du mal probieren?", fragte Spike und hielt Buffy seinen Löffel vor die Nase.
Angewidert zog Buffy ihren Kopf zurück. „Nein…danke!"
„Wann musst du deinen Vortrag halten?", fragte Buffy fies und hoffte ihn damit ärgern zu können.
„Habe ich dir das noch nicht erzählt…? Nein, so was aber auch, wie konnte ich das nur vergessen?", grinste Spike. „Ich brauche überhaupt keinen Vortrag halten. Die meisten Teilnehmer der Tagung wollten heute anreisen, aber da es so herrlich viel geschneit hat kann Reykjavik nicht angeflogen werden", erzählte er munter und zeigte nach draußen.
„Dann wird die dämliche Elfenschule wohl auch ausfallen", sagte Buffy hoffnungsvoll.
„Das tut mir ja so Leid, Schatz, aber die Isländer stört das Wetter nicht weiter. Mary wird dich um 3 Uhr von unserem Zimmer abholen", lächelte Spike und stand auf. „Ich werde mir jetzt meinen Mantel holen und dann schaue ich mich mal ein bisschen in der Stadt um."
Er winkte der Jägerin noch einmal, die noch immer völlig verdattert am Tisch saß und vor sich in die Luft starrte.
„Bye, Slayer, einen schönen Tag noch!", rief er ihr zu und verschwand in Richtung Fahrstuhl.
Buffy erwachte aus ihrer Starre, kniff die Augen zusammen und schwor bittere Rache.
Teil 6
Gut gelaunt und leicht angetrunken schlenderte Spike den Flur zu seinem Hotelzimmer entlang. Das war ein Tag ganz noch seinem Geschmack gewesen. Die Sonne hatte er zwar nicht gesehen, dafür jedoch viele tolle Stunden erlebt. Er war in der Altstadt Reykjaviks gewesen, hatte eine nette Schlägerei mit einem Werwolf gehabt und in einer Kneipe im Hafenviertel doch tatsächlich noch eine alte Bekannte getroffen.
Der Vampir, gerade im Begriff die Tür zu öffnen, horchte angestrengt.
‚Mit wem spricht Buffy denn da?’, fragte er sich, als er ihre leise Stimme hörte. Er drückte ein Ohr an das kalte Holz und lauschte angestrengt. Scheinbar telefonierte die Jägerin mit ihrer Mutter. ‚Das darf ich auf keinen Fall verpassen’, dachte Spike belustigt.
„…Ja Mom, du hast mich richtig verstanden… Ich sagte Elfenschule… keine Ahnung, das war Spikes Idee… Toll findest du das? ...Auf jeden Fall habe ich eine Menge Moos gesehen…Nein, das Hotel ist super...Es schneit den ganzen Tag…Nein, die Boots halten nicht wirklich warm…Grüß zurück…Vielleicht kaufe ich mir morgen neue…Ich friere furchtbar…Wie viele Hosen kann man übereinander tragen? … Mach ich. Bye Mom!"
Der Vampir riss in dem Moment die Tür auf, als Buffy den Telefonhörer auflegte.
„Wunderschönen guten Abend, mein Schatz! Ich hoffe, du hattest einen angenehmen Tag", rief er munter.
Buffy ging mit grimmigem Gesichtausdruck auf ihn zu und der Vampir hielt vorsichtshalber eine Hand vor seine Nase. Sie ging an ihm vorbei und gab der Tür einen leichten Stoss, sodass sie scheppernd ins Schloss fiel und drehte sich dann zu ihm um. Sie lächelte freundlich und versetzte ihm im gleichen Moment einen Schwinger unter das Kinn, der ihn drei Meter weiter in den Raum beförderte.
„Den hast du so was von verdient!", zischte Buffy mit blitzenden Augen. „Eigentlich reicht das nicht mal annährend aus."
Spike stand auf, ging sicherheitshalber ein paar Schritte zurück und fragte scheinheilig: „War dein Tag nicht schön, Luv? Ich habe mir mit der Planung so viel Mühe gegeben."
„Du bist ein mieses Arschloch, Spike!" schrie Buffy ihn an. „Ohh, ich bin so wütend, ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschlagen soll!"
„So schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein! Mary ist wirklich nett!"
„Sie ist fast siebzig, du Miststück von einem Vampir!", schimpfte die Jägerin und ging drohend einen Schritt auf ihn zu.
„Okay, du willst eine Schlägerei! Von mir aus. Aber dann lass uns das nicht hier im Zimmer machen. Ich habe keine Lust, die Rechnung für die Möbel zu bezahlen."
„Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich noch einmal in diese Saukälte da draußen gehe?", schimpfte Buffy. „Ich friere mir noch die Zehen ab."
„Ist dir wirklich so kalt oder stellst du dich nur so an?", fragte Spike ernsthaft.
„Mir ist wirklich so kalt, verdammt! Schau dir mal meine Finger an! Die sind jetzt noch blau. Und ich hatte zwei Paar Handschuhe an!", fauchte Buffy böse.
„Vielleicht solltest du dir dann ein paar warme Sachen kaufen!", schlug der Vampir freundlich vor.
„Du bist ein echter Witzbold. Scheinbar spricht hier kein Mensch Englisch und die Leute die es können, sprechen kein Isländisch", sagte Buffy genervt.
„Zieh deine verdammte Jacke an und komm!", meinte Spike.
„Was willst du mir jetzt schon wieder antun?", zischte Buffy aufgebracht.
„Wir gehen dir jetzt vernünftige Klamotten kaufen", sagte er ernst.
Buffy schaute ihm prüfend ins Gesicht. So, als ob sie ihn bei einer Lüge erwischen wollte. „Mach keine Witze darüber. Vielleicht stelle ich mich ja an, aber ich bin solche Temperaturen nicht gewohnt."
„Dann hol jetzt deine verdammte Jacke und lass uns gehen. Wir haben nur noch eine Stunde Zeit, bevor die Läden schließen!"
„Okay …danke", sagte Buffy und meinte es auch so.
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Ein paar Minuten später traten die beiden Blonden aus der Hoteltür und Buffy schnappte sofort nach Luft. „Hoffentlich ist es nicht so weit", stöhnte sie und zog den Reißverschluss ihrer Jacke höher.
„Nein, nur zwei Straßen weiter. Ich habe die Geschäfte heute Nachmittag schon gesehen."
„Gott sei Dank!", meinte Buffy erleichtert. „Können wir vielleicht ein bisschen schneller laufen?"
Der Vampir nickte nur und beschleunigte seine Schritte. Buffy hielt Schritt und fünf Minuten später standen sie vor dem Geschäft, in das der Vampir sie führen wollte.
Verdutzt sah Buffy sich die Auslagen im Schaufenster an und runzelte die Stirn. „Die haben hier Angeln und solchen Krempel. Ich glaube nicht, dass wir hier richtig sind."
Spike seufzte, packte sie an der Schulter und zog sie in den Laden.
‚Irgendwas muss Spike falsch verstanden haben. Ich will doch keine Bären jagen gehen’, dachte Buffy nachdem sie sich einmal im Kreis gedreht hatte. „Spike, ich glaube wirklich nicht, das…"
„Slayer, nur einmal denkst du jetzt nicht an Schönheit. Die haben hier wunderbar warme Jacken, Hosen und Stiefel", sagte Spike und deutete auf zwei Ständer voller Anziehsachen.
Eine nette Verkäuferin kam auf sie zu und Spike erklärte, warum sie hier waren. Er drückte Buffy in ihre Richtung und schaute sich selbst die Auslagen mit den Waffen an. ‚Das Messer sieht wirklich nett aus. Das hat was von Rambo’, dachte er vergnügt.
„Spike!", rief die Jägerin.
Er drehte sich fragend um, sah sie auf sich zukommen und unterdrückte ein Lachen. Sie sah zwanzig Kilo schwerer aus und auch ihr Gang war alles andere als graziös.
„Ich brauche deine Hilfe. Ich habe keine Ahnung, was das hier in Dollar kostet", meinte sie und zeigte an sich rauf und runter.
Sie hatte sich eine schwarze Thermohose, eine hellblaue, dick gefütterte Daunenjacke und schwere schwarze Stiefel ausgesucht.
„Meinst du nicht, das die Stiefel ein wenig groß sind, Luv?"
„Ja, weiß ich doch. Die Verkäuferin muss erst die richtige Größe aus dem Lager holen", sagte Buffy und wippte gut gelaunt hin und her. „Also, was kostet das hier alles zusammen?"
Spike blickte auf die Preisschilder, rechnete kurz und sagte: „Ungefähr 230 Dollar."
Buffys fröhliches Gesicht war wie weggewischt. „Das kann ich nicht bezahlen. Ich denke, ich muss die Schuhe wohl hier lassen", seufzte sie traurig.
Spike schloss die Augen und haderte mit sich selbst. „Ich werde den ganzen Krempel bezahlen, aber ich will die Kohle wieder haben, wenn wir zu Hause sind!", sagte er dann.
„Danke Spike! Das ist wirklich nett von dir!", sagte die Jägerin mit einem Augenaufschlag.
Spike guckte sie böse an und Buffy lachte. „Ja, ich weiß, du bist ein Vampir. Du bist böse, aber manchmal doch richtig nett. Ich geh mich eben umziehen!"
Spike sah ihr hinterher. ‚Es wird immer schlimmer mit mir. Bald sitze ich bestimmt wie Angel nur noch irgendwo in einer Ecke und grübele vor mich hin.’ Er schüttelte sich. ‚Was für ein widerlicher Gedanke.’
Zehn Minuten später standen die Beiden auf der Strasse. Buffy hatte die neuen Sachen gleich anbehalten und trug ihre alten in einer Tüte vor sich her. Sie hatte großartige Laune. Das erste Mal, seitdem sie hier in Island war, fror sie nicht.
„Können wir irgendwo was essen gehen? Das Abendessen im Hotel haben wir wohl verpasst."
„Von mir aus", meinte Spike. „Sonst müssen wir uns wieder das Aquarium im Fernsehen begucken."
Die Jägerin blickte ihn an, doch scheinbar war es keine Anspielung gewesen. Er schien tatsächlich nur das Fernsehprogramm zu meinen.
Es dauerte nicht lange, bis sie ein kleines Lokal entdeckt hatten. Sie setzten sich an einen gemütlichen Tisch am Kamin und Buffy blickte neugierig in die Speisekarte.
„Willst du gar nichts essen?", fragte die Jägerin den Vampir. „Dieses Mal bezahle ich", grinste sie gut gelaunt.
„Hunger hätte ich schon, allerdings nicht auf etwas was man hier bestellen kann!", lachte Spike ironisch.
„Vielleicht kannst du dir ja ein rohes Steak bestellen" erwiderte Buffy schlagfertig. „Das kannst du ja auslutschen!"
Spike verdrehte die Augen. ‚Das glaubt mir kein Vampir der Welt! Oh verdammt! Das darf kein Vampir der Welt jemals erfahren!’, verbesserte er sich schnell. ‚Verflucht, ich bin schlimmer als Peaches es je war!’
„Ich brauche einen Übersetzter", lachte Buffy. „Nicht dass ich mir noch Kuheuter oder so was bestelle."
Der Vampir brach in schallendes Gelächter aus und Buffy sah ihn an ‚Er sieht wirklich gar nicht mal so übel aus, wenn er wirklich lacht und nicht immer nur fies grinst.’ Wieder rief sie sich ins Gedächtnis, das er ein Vampir war. Sie war die Jägerin. Sie musste ihn hassen, doch das fiel ihr immer schwerer. Im Grunde mochte sie sogar ihre kleinen Kabbeleien. ‚Denk an was zu essen…!’, schimpfte sie mit sich selbst.
Mit Spikes Hilfe hatte sie Fisch ausgewählt und Spike bestellte sich tatsächlich ein Steak, allerdings nicht blutig sondern Medium. Der Vampir fragte nach der Elfenschule und ob es wirklich so furchtbar gewesen war.
„Ich finde es schon merkwürdig, wenn sie Straßen um einen Felsen herum bauen, anstatt ihn zur Seite zu räumen. Aber, wenn es funktioniert, warum nicht. Vielleicht sollten wir so was auch in Sunnydale einführen", überlegte die Jägerin.
„Ich denke nicht, dass Dämonen nach irgendwelchen Straßen fragen."
„Wäre wohl auch zu einfach für mich, oder wie?", fragte Buffy.
„Dann wärst du wohl arbeitslos", grinste Spike.
Buffy seufzte und dachte, dass das zur Abwechslung mal ganz nett wäre. „Spike, ich muss dir noch was beichten!", sagte sie einer Laune folgend.
Erstaunt hielt er mit Essen an und blickte sie überrascht an. „Was kommt jetzt?"
„Na ja, ich war stinksauer heute Nachmittag und da habe ich dich für Morgen zum Eisangeln angemeldet", sagte Buffy kleinlaut.
„Ist nicht so schlimm!" meinte er grinsend. „Da habe ich dich heute Morgen schon für eingetragen."
Buffy lachte und Spike grinste. „Jedenfalls habe ich eine warme Mütze eingepackt. Nicht, dass mir noch die Ohren abfrieren!"
‚Oh Gott, die Mütze’, dachte Buffy. ‚Verflixt, warum habe ich in dem blöden Geschäft keine Mütze gekauft. Das würde wieder großartiges Futter für seine Mühlen werden’, dachte die Jägerin. ‚Gerade dann, wenn es mal einmal ruhig verläuft. Wenn er lacht, bringe ich ihn um…!’
Teil 7
Buffy und Spike standen im Schneegestöber vor dem Hotel und warteten auf den Bus, der sie und die anderen Teilnehmer der Bibliothekarskonferenz zum Hafen bringen sollte. Von dort aus würden sie mit Motorschlitten hinauf aufs Eis fahren, um irgendwo mit einem Fremdenführer Löcher ins Eis zu schlagen.
„Slayer, mit der Mütze siehst du aus wie ein Pingu…"
„Sprich das Wort nicht aus!", unterbrach ihn die Jägerin drohend.
Spike lachte. „Also ist es dir selbst schon aufgefallen…"
Buffy brummte vor sich hin. Ihre Gedanken flogen zurück zum Eisfischen. ‚Hoffentlich kann ich mich vor dem Angeln drücken…. Wieso kann ich einem drei Meter großen Dämonen den Kopf abreißen, aber nicht einem Fisch’, überlegte sie, von sich selbst überrascht.
Mary kam aus dem Hotel und winkte den beiden Blonden schon von weitem zu. Hinter ihr erschien ein Hochgewachsener Mann mit Brille und Vollbart.
Buffy überlegte, ob das wohl ihr Ehemann, John, war. Die Beiden kamen aus Maine und waren furchtbar neugierig auf Island. Mary hatte der Jägerin erzählt, dass sie zwölf verschiedene Bücher über Island gelesen hatte um sich auf die Reise vorzubereiten.
„Nette Mütze!", unterbrach Mary ihre Gedanken. „Erinnert mich irgendwie an einen Pinguin", sagte sie fröhlich.
Buffy schaute zu Spike. Der Vampir war scheinbar gerade kurz davor seine Zunge zu verschlucken, so sehr war er bemüht nicht los zu lachen.
„Hi, ich bin John", stellte sich der Bärtige vor. Er wandte sich dem Vampir zu und fragte: „Waren Sie schon einmal Eisangeln?"
„Nein, noch nie", antwortete er wahrheitsgemäß.
Mary hakte sich bei Buffy unter und schnatterte munter drauf los. „Haben Sie es schon gehört? Die ganze Tagung ist abgesagt worden. In der letzten Nacht hat es wieder soviel geschneit, das der Flughafen gar nicht freigegeben werden konnte."
„Nein, das war mir nicht bekannt", erwiderte Buffy überrascht.
„Normalerweise schneit es hier gar nicht so viel. Ich habe gelesen, dass es immer nur sehr stürmisch sein soll zu dieser Jahreszeit", plapperte Mary munter weiter und kramte ein Hustenbonbon aus ihrer Tasche.
„John ist schwer enttäuscht", flüsterte sie dabei verschwörerisch. „Er hat ein neues Ablagesystem entwickelt und wollte es hier auf der Tagung vorstellen."
„Das tut mir sehr Leid für Ihren Mann", meinte Buffy aufrichtig.
„Ich denke, er wird Ihrem Mann bestimmt davon erzählen", lachte die alte Dame und nickte in die Richtung der Männer.
Anscheinend hatte Mary Recht. Spike wirkte nicht gerade glücklich und Buffy konnte ihn hin und wieder unsicher einen Satz einwerfen hören. Er hatte Giles Vortrag anscheinend gelesen und vertrat jetzt auch dessen Meinung über Computer.
„Sind sie schon lange verheiratet?", fragte Mary. „Sie sehen noch so jung aus."
„Wir sind nicht verheiratet", erklärte Buffy und warf schnell ein „Noch nicht" ein, nachdem sie den finstern Blick der alten Dame gesehen hatte.
„Ach ihr jungen Leute heut zu Tage, so etwas hätte es in meiner Jugend nicht gegeben!", nörgelte Mary.
„Entschuldigen Sie mich bitte einen Moment? Ich möchte meinen Verlobten etwas fragen", entschuldigte Buffy sich und eilte auf Spike zu.
Der Vampir bemerkte ihr Kommen und verabschiedete sich schnell von John. Er blickte ihr dankbar in die Augen und zog sie einige Meter weiter weg.
„Das wird ein verdammt harter Tag", flüsterte er ihr zu. „Ich habe null Ahnung von Karteikarten, Archivierung und sonstigem Mist." Er zeigte dezent auf John und meinte: „Wie soll ich vor dem Schlaumeier dahinten einen ganzen Tag den Bibliothekaren spielen? Der durchschaut mich doch sofort."
„Eisfischen war eine Scheißidee", bestätigte Buffy leise.
„Und wie kommen wir da jetzt wieder raus?", zischte Spike.
Die Jägerin überlegte fieberhaft, dann erhellte sich ihr Gesicht und sie flüsterte Spike etwas ins Ohr. Der Vampir nickte kaum wahrnehmbar und Buffy hoffte, der Plan würde auch so leicht durchführbar sein, wie es ihnen erschien.
Der Platz vor dem Hotel füllte sich langsam. Ein weiteres Pärchen und drei Männer hatten sich zu ihnen gesellt und unterhielten sich über das Eisangeln.
Buffy beobachtete belustigt, wie Spike immer dann die Position wechselte, sobald Bücher zur Sprache kamen.
‚Er macht das ziemlich geschickt', stellte Buffy fest, während sie Mary von ihrer Mutter erzählte.
„Das hört man doch gerne, wenn junge Leute sich mit ihren Eltern vertragen", lächelte diese glücklich.
Endlich hielt der Bus vor dem Hotel und Buffy und Spike ließen alle anderen vorgehen. Die Jägerin blickte Spike noch einmal an, nahm dann die erste Stufe, die zweite… und segelte dann gekonnt rückwärts in einen der großen Schneehaufen.
„Liebling, hast du dich verletzt?", rief Spike scheinbar besorgt.
„Mein Knöchel! Au, ich kann nicht aufstehen!", jammerte die Jägerin täuschend echt.
Mary stieg aufgeregt aus dem Bus und knetete nervös die Hände. „Das arme Kind! Sollen wir einen Arzt anrufen?"
Der Vampir half Buffy auf die Füße, stütze sie und meinte: „Ich werde sie erst einmal hereinbringen. Vielleicht ist der Knöchel nur verstaucht."
„Ach, das tut mir so Leid für sie Beide. Sie wären bestimmt gerne mitgefahren", sagte Mary traurig.
Spike nickte, mimte den Traurigen und seufzte. „Nächstes Mal haben wir bestimmt mehr Glück. Ich wünsche Ihnen viel Spaß!"
Langsam und sehr vorsichtig führte der Vampir die Jägerin den Weg hinauf zum Hotel.
„Du humpelst mit dem falschen Fuß", flüsterte er lachend.
„Uuups, entschuldige!", raunte sie zurück und zog schnell das andere Bein nach.
„Puh, sie sind weg!", seufzte der Vampir einige Minuten später erleichtert. Zusammen standen sie in der Hotelhalle und schautem dem Bus nach, bis er völlig außer Sicht war.
„Gott sei Dank!", sagte Buffy und wischte einen Rest Schnee von der Jacke „So, und was machen wir jetzt?", fügte sie unternehmungslustig hinzu.
„Vielleicht sollten wir dir erst mal eine vernünftige Mütze kaufen", grinste der Vampir spöttisch.
Bevor Buffy dagegen halten konnte, hörten sie eine laute Stimme rufen. „Mr.Giles! Hallo! Warten Sie bitte!"
„Mr. Giles, gut das ich Sie noch erwische!", rief ein junger Mann in Uniform Spike zu. Bei den Beiden angekommen, plapperte er munter weiter „Heute Morgen hat Ihre Mutter angerufen und nach Ihnen gefragt."
„Meine Mutter?", fragte der Vampir verdattert.
„Ich sollte doch Bescheid sagen, wenn jemand sich nach Ihnen erkundigt!", flüsterte der junge Mann verschwörerisch.
„Ach so! Ja… stimmt. Danke schön Páll." Spike kramte aus seiner Manteltasche eine zwanzig Dollarnote heraus und drückte sie dem jungen Mann in die Hand. „Immer schön weiter aufpassen", sagte der Vampir.
Páll blickte auf den Schein in seiner Hand und nickte eifrig. „Immer gerne, Mr. Giles."
‚Ich hätte nicht gedacht, dass der Wächter Recht hatte. Nie im Leben hätte ich geglaubt, das man einen so langweiligen Menschen wie ihn kontrollieren würde’, dachte Spike erstaunt.
„Was war jetzt das?", fragte Buffy nachdem sie wieder alleine waren.
Spike erklärte ihr, dass er Páll darauf angesetzt hatte ihm Bescheid zu geben, sobald sich jemand nach ihm erkundigte.
„Keine schlechte Idee", meinte Buffy. „Wie hast du es begründet?"
„Ich habe ihm erzählt, du wärst die Tochter meines Chefs und dein Vater wäre mit mir als Schwiegersohn nicht so ganz einverstanden", grinste er und legte den Kopf schief.
Buffy lachte. „Stimmt, wer will dich schon als Schwiegersohn!"
Spike knurrte böse. „Danke schön!", sagte er beleidigt.
„Tut mir Leid, es war nicht so gemeint", entschuldigte sich die Jägerin schnell. „Also, was wollen wir jetzt machen? Nach Hause fliegen können wir ja nicht."
„Ich wäre wirklich gerne einen von diesen Motorschlitten gefahren", meinte Spike ein wenig enttäuscht. „Warte mal, ich werde Páll eben fragen, ob man sich die Dinger nicht irgendwo leihen kann", sagte er und verschwand.
‚Wie kann ein Vampir nur so empfindlich sein’, überlegte Buffy. ‚Ist doch logisch, dass ihn keiner als Schwiegersohn will. Außer vielleicht meine Mutter’, überlegte sie. Joyce hatte ihn immer schon gut leiden können. ‚Er ist ja auch wirklich gut aussehend. Wie sich seine Muskeln wohl anfühlen?’, überlegte sie verträumt.
„Hey Slayer! Schläfst du?"
„Huch entschuldige, ich habe gerade an meine Mutter gedacht", sagte sie entschuldigend und hoffte im Stillen, sie würde jetzt nicht rot werden. „Was hast du gesagt?"
„Mein Kumpel Páll hat mir eine Adresse gegeben, wo man die Dinger ausleihen kann. Er ruft vorher an und reserviert uns welche. Das Taxi kommt gleich."
„Du willst jetzt tatsächlich Motorschlitten fahren?", fragte Buffy enttäuscht.
„Nicht nur ich, du auch!"
„Ich kann das nicht, ich habe noch nie auf so etwas gesessen", erwiderte Buffy nervös.
Spike grinste. „Ich auch nicht. Wird wohl nicht so verdammt schwer sein."
„Weißt du, wie ich Auto fahre?", fragte Buffy und blickte den Vampir zweifelnd an.
„Autofahren kann man das nicht nennen" lachte er fies. „Komm schon Slayer! Das macht bestimmt Spaß und außerdem gibt es keine Verkehrsschilder, die du umnieten kannst."
„Nein, aber wahrscheinlich eine Menge Bäume", seufzte Buffy.
„Jedenfalls kann ich da ein bisschen von meiner Energie lassen, ich habe viel zu viel davon."
„Du hast wohl zu lange keine Schlägerei mehr gehabt?", fragte Buffy spöttisch.
„Man kann seine Energie auch auf andere Art ablassen", grinste er diabolisch. „Wir können auch gerne nach oben gehen! Das Taxi kann ich jeder Zeit wieder abbestellen."
„Nein! Ich meine… Nein! Wir gehen Motorschlitten fahren. Jetzt! Sofort!"
Buffy zog den Vampir schnell nach draußen, bevor er noch auf weitere merkwürdige Ideen kommen konnte.
Teil 8
Buffy stand, völlig gelangweilt, an einem der Bäume angelehnt, die auf dem Hof des Motorschlittenverleihs wuchsen. Sie schaute jetzt schon geschlagene zwanzig Minuten dabei zu, wie Spike mit dem Kristjan Jónsson wild gestikulierte, lachte, fachsimpelte und prächtig unterhielt. Zumindest nahm sie es an, denn verstehen konnte sie kein einziges Wort.
‚Die Dinger sind größer als man glaubt, wenn man sie im Fernsehen sieht wirken sie viel kleiner’, überlegte Buffy missmutig. ‚Wahrscheinlich bewege ich das Teil keinen Meter weit’.
„Komm mal her Slayer", rief Spike ihr zu. „Ich werde dir mal eben erklären, wie das Ding funktioniert."
„Kann ich nicht einfach bei dir mitfahren?", nörgelte sie.
„Stell dich nicht an wie eine Memme!", erwiderte Spike böse.
Die Jägerin kam nur sehr langsam näher und Spike verzog genervt das Gesicht, griff ihren Arm und zog sie zu sich.
„Das ist wie Motorradfahren. Total einfach! Du bekommst sogar extra eins mit Automatik. Ich habe Kristjan schon erklärt, das du mit Technik nicht viel am Hut hast."
„Na danke aber auch! Jetzt hält der mich auch noch für einen totalen Trottel!", fauchte Buffy.
„Nein, er denkt, du bist wie seine Freundin", grinste der Vampir. „Die kann das auch nicht, also hat er extra eine Maschine umgebaut und die darfst du jetzt fahren."
Der Motorschlitten Verleiher hatte bis jetzt stumm zugehört, wunderte sich etwas über die rüde Art, die der Mann seiner Verlobten gegenüber an den Tag legte und fragte Spike nun etwas.
„Nein. Sie schafft das schon. Sie traut sich nur nicht", erklärte er ihm und nach einem Blick in dessen Augen, schlug er sich gedanklich vor den Kopf und übersetzte was er gesagt hatte.
Kristjan sagte kurz etwas und ging auf seine Garage zu.
„Wo geht er hin?", fragte Buffy neugierig.
„Er holt noch zwei Benzinkanister", antwortete Spike. „Jetzt komm doch mal her. Sieh mal, du brauchst dich nur drauf setzten und losfahren. Mit der rechten Hand gibst du Gas und die Linke bremst."
„Das ist alles?", fragte Buffy erstaunt.
„Was hast du denn gedacht. Das ist doch kein Raumschiff!", lachte Spike.
„Okay, ich versuche mal", sagte Buffy und setzte sich auf den Schlitten. „Da gibt man Gas? Haahhh… Scheiiiißßßßßeee…!"
Spike hechtete wie ein Irrer los und jagte der davon brausenden Buffy hinterher.
„Wenn du schon nicht bremst, dann lenk wenigstens", schrie er der Jägerin nach.
Buffy kam nur knapp vor einer mächtigen Eiche zum Stehen. „Das war echt lustig", rief sie Spike entgegen.
„Ja, unglaublich witzig", meinte er böse, nachdem er neben ihr zum Stehen kam. „Verdammt! Musst du denn gleich Vollgas geben?"
„Jetzt meckere doch nicht schon wieder, es ist doch nichts passiert!"
„Ich setzt mich jetzt hinten drauf und dann fährst du langsam zum Hof zurück, okay?"
„Okay, kein Problem!", sagte Buffy plötzlich gutgelaunt.
Kristjan schaute ihnen schon entgegen und wirkte etwas verwundert.
Spike erklärte ihm, sie hätten nur kurz eine Probefahrt gemacht und wenn er nichts dagegen hätte, würden sie jetzt los fahren.
Der Motorschlittenverleiher nickte ihm zu und erklärte dem Vampir noch, dass sie bei dem Schneefall nicht zu weit wegfahren sollten. Wenn die beiden ihre eigenen Spuren nicht mehr sehen könnten, wäre es bereits zu spät, lachte er. Aber, setzte er grinsend hinzu, Spike solle sich keine Sorgen machen, sie hätten gut ausgebildete Suchhunde.
Spike lachte einmal kurz und setzte sich auf seinen Schlitten. „Alles klar Slayer?"
„Ja, von mir aus können wir los!"
Zuerst fuhren sie langsam nebeneinander und Buffy fragte, ob Spike überhaupt wüsste, wo sie hinfahren.
„Das ist im Grunde genommen egal", antwortete er. „Irgendwo werden wir wohl wieder rauskommen!"
„Na denn!", rief Buffy gut gelaunt. „Dann wollen wir mal sehen wer schneller ist", grinste sie Spike an und gab Vollgas.
‚Verfluchtes Miststück’, dachte Spike und versuchte Buffy einzuholen. Sie jagten über weites Gelände. Hin und wieder tauchten einzelne Bäume auf, doch hauptsächlich war das Gelände frei einsehbar.
Spike bremste abrupt und sah hinauf in den Himmel.
„Was soll das denn jetzt?", rief Buffy, doch sie erhielt keine Antwort.
Der Vampir reagierte nicht und schaute nach wie vor gebannt in den Himmel. Buffy tat es ihm gleich und bemerkte, das die Sonne sich langsam durch die Wolken kämpfte. Sie drehte ihren Schlitten und fuhr langsam auf ihn zu.
„Ist bestimmt ein komisches Gefühl, oder?", fragte sie ihn.
„Komisch beschreibt es nicht wirklich!", antwortete Spike mit noch immer erhobenem Kopf. ‚Das vergesse ich bestimmt nie wieder’, überlegt er.’ Es ist wirklich seltsam wie anders die Welt im Sonnenlicht aussieht’, sinnierte er in dem Moment, als ihn ein Schneeball mitten im Gesicht traf.
Sein Dämon trat in den Vordergrund, seine Stirn wölbte sich und die Augen glitzerten gefährlich gelb auf. Suchend blickte Spike sich um und bekam den nächsten Schneeball ab. Dieses Mal mitten auf die Stirn.
„Verdammt!", fauchte er und sprang vom Schlitten. „Was soll der Mi…"
Buffy hatte gezielt und getroffen. „Mahlzeit!", rief sie und rannte dann schreiend los, weil Spike, noch immer im Vampirmodus auf sie zu hetzte.
Sie schlug Haken wie ein Kaninchen und konnte Spike hinter sich fluchen hören.
„Wenn ich dich erwische! Das gibt Rache!"
Buffy blieb ruckartig stehen, duckte sich und spürte den Vampir über sich drüber segeln.
„Wie willst du dich denn rächen?", fragte Buffy belustigt und warf ihm den nächsten Schneeball an den Kopf.
Spike knurrte und fauchte böse und Buffy überlegte kurz, das Vampire im Sonnenlicht gar nicht so Furcht einflössend aussahen.
Sie hatte nur einen Moment nicht aufgepasst und schon hatte Spike sich revangiert. Sie wischte den Schnee aus dem Gesicht, schrie auf, als sie ihn auf sich zulaufen sah und rannte im Zickzack den Weg zurück, den sie gekommen war.
Der Vampir blieb ihr dieses Mal dicht auf den Fersen. Die Jägerin versuchte ein erneutes Täuschungsmanöver, doch diesmal hatte Spike sie durchschaut und riss sie im Flug von den Beinen. Zusammen kugelten sie über den gefrorenen Boden und Spike griff sich kurz an den Kopf, verdrängte dann den Schmerz und schaufelte ihr bei jeder Gelegenheit Schnee ins Gesicht.
„Ich habe dir doch gesagt, ich werde mich rächen!", schnaufte er und flog einen Augenblick später im hohen Bogen drei Meter weit durch die Luft.
„Abwarten!", sagte Buffy listig und knallte ihm den nächsten Schneeball an den Kopf.
Spike beobachte Buffys Reaktionen sehr genau. Ohne sie auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, schlug er sich auf die rechte Seite und ging in gebückter Haltung auf einen der Motorschlitten zu, welcher ihm als Deckung dienen sollte.
‚Die Jägerin strahlt gerade zu’, dachte er verwundert. ‚Ich habe sie noch nie so ausgelassen erlebt’, überlegte er und duckte sich unter dem nächsten Schneeball weg. ‚Ob sie wohl auch nur die geringste Ahnung davon hat, was sie mir gerade antut?’, fragte er sich verzweifelt. ‚Sie muss es doch wissen, ich habe es ihr doch deutlich genug gesagt das ich sie liebe’.
Buffy hatte Spaß wie schon lange nicht mehr. ‚Eigentlich seltsam, dass ich ihn ausgerechnet mit Spike habe’, dachte sie irritiert. ‚Warum eigentlich seltsam? Zu mir ist er nett… meistens... manchmal… wenn ich ihn nicht vorher ärgere… Du bist die Jägerin, du darfst ihn nicht mögen!’, versuchte sie sich einzureden, aber es funktionierte immer weniger. ‚Sogar meine Mom mag ihn… Oh Buffy, reiß dich zusammen’.
‚So, jetzt kommt meine Zeit’, dachte Spike und überlegte, ob sein Plan funktionieren würde. In einer Feuerpause hatte er viele Schneebälle vor geformt und warf sie jetzt alle nacheinander auf die Jägerin, die wie geplant auf das freie Feld hinauslief. Der Vampir sprang auf den Schlitten, startete ihn und jagte ihr hinterher. Er grinste hinterhältig. ‚So schnell kannst du nicht laufen, ich krieg dich schon!’
„Das ist so was von unfair!", schimpfte Buffy und versuchte wieder Haken zu schlagen, doch gegen den Motorschlitten hatte sie kaum eine Chance.
Der Schnee war tief und das Laufen fiel ihr immer schwerer. Spike umkreiste sie und grinste Buffy dabei frech an.
„Ich habe dich gewarnt, jetzt wirst du meine Rache zu spüren bekommen", drohte er spielerisch.
Er riss den Lenker des Schlittens herum und fuhr in direkter Linie auf die Jägerin zu, die stehen geblieben war und ihn fast durchgehend mit Schneebällen bewarf.
In voller Fahrt sprang Spike vom Schlitten ab, landete auf der Jägerin und fühlte kurz den stechenden Schmerz. Er drückte sie mit seinem Gewicht flach auf ihren Rücken und konnte sie unter sich schwer atmen hören. Bevor er wusste was er tat, beugte er sich über sie und küsste sie sanft auf den Mund.
Teil 9
„Verdammt!", schrie Spike überrascht von sich selbst und sprang schnell auf. „Verfluchte Scheiße!"
Buffy war völlig verdattert und lag noch immer im Schnee. Was war das denn jetzt? , fragte sie sich verstört. ‚Oh mein Gott… Spike hat mich geküsst... Wie konnte er nur? Hör auf, schimpfte sie mit sich selbst. Du hast ihn immerhin zurückgeküsst’.
Langsam stand sie auf, wischte sich den Schnee von der Kleidung und sah sich nach ihm um. Der Vampir stand mit dem Rücken zu ihr vor seinem Motorschlitten und sie konnte ihn die ganze Zeit laut fluchen hören.
„Spike?!"
„Lass es, ich weiß was du sagen willst! Ich bin ein widerliches Schwein!"
„Spike", versuchte sie es erneut, doch der Vampir winkte ab.
„Lass uns einfach zurückfahren!", sagte er, setzte sich auf seinen Schlitten und fuhr langsam in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
Buffy konnte nicht viel anderes tun, als ebenfalls auf ihren Schlitten zu steigen und ihm nachzufahren.
Sie fuhren schweigend nebeneinander her und sobald die Jägerin den Vampir ansah, drehte dieser den Kopf demonstrativ zur Seite. Er wollte nicht mit ihr sprechen. Spike wusste nur zu genau, was sie ihm an den Kopf werfen würde. ‚Verdammt! Wie kann ich nur so bescheuert sein? Verdammt…, verdammt…, verdammt...!’
Im Grunde war es Buffy ganz Recht, dass sie nicht miteinander sprachen, so hatte sie jedenfalls Gelegenheit ihre Gefühle zu sortieren. Was hatte sich verändert oder besser, hatte sich überhaupt etwas verändert? Die Jägerin war völlig durcheinander. Er ist und bleibt ein Vampir!
Kristjan Jónnson schaute etwas verwirrt, als die Beiden mit den Motorschlitten auf seinen Hof fuhren, so früh hatte er sie nicht zurück erwartet.
Spike stieg ab, drückte dem Mann die Schlüssel in die Hand und fragte sofort, ob Kristjan so nett wäre ihnen ein Taxi zu bestellen. ‚Am besten gleich zwei’, überlegte Spike. ‚Vielleicht sollte ich versuchen ein zweites Hotelzimmer zu buchen, Buffy wird bestimmt nicht mehr in einem Raum mit mir wohnen wollen. Verdammte Scheiße, bin ich ein Weichei!’
Die Fahrt im Taxi verlief ebenso schweigend wie die Rückfahrt auf den Schlitten. Der Vampir und die Jägerin schauten sich angestrengt die Landschaft und die darauf folgende Stadt an. Keiner von Beiden war dazu bereit, irgendetwas zu sagen.
Vor dem Hotel bezahlte Buffy den Fahrer und die beiden schritten dicht hintereinander auf den Fahrstuhl zu. Sie machten so böse Gesichter, dass ein Pärchen, das vor dem Fahrstuhl gewartet hatte, zur Seite trat und schnell abwinkte, als Buffy sie vorlassen wollte.
Im Hotelzimmer angekommen schmiss Spike seinen Mantel in die nächste Ecke und ging dann eilig zur Minibar. Er nahm jede Flasche mit alkoholischem Inhalt heraus, öffnete eine nach der anderen und kippte sie in seinen Mund.
‚Von diesen Zwergenflaschen werde ich niemals betrunken’, grummelte er böse. ‚Ich sollte in eine Kneipe gehen und mich ordentlich vollaufen lassen’, überlegte er ernsthaft. ‚Nein! Ich werde nicht weglaufen wie ein Feigling! Ich habe schon Schlimmeres durch gestanden! Verdammter Mist… ich bin ja so ein Idiot!!!’
Buffy war gleich ins Schlafzimmer durchgegangen, knallte die Tür zu und warf ihre Jacke über einen Stuhl. Sie riss sich die hässliche Mütze vom Kopf und warf sie wütend gegen die Wand. Dann nahm sie sich ihren Trainingsanzug, ging ins Badezimmer und zog die nassen Sachen aus.
Buffy fror, aber dieses Mal war sie nicht sicher, ob es wirklich an der Temperatur lag. Sie band ihre Haare hoch, die nach der langen Zeit unter der Mütze flach am Kopf anlagen und drehte die Dusche auf. Lange stand sie unter den wärmenden Wasserstrahlen, schlug dann mit Kraft gegen die Wand und schimpfte mit sich. „Das ist doch albern. Du gehst jetzt da raus und klärst das ein für alle Male mit ihm!"
Dir Jägerin trocknete sich eilig ab und schlüpfte in ihren Trainingsanzug. Sie bürstete sich die Haare und schaute ihrem Spiegelbild dabei zu. ‚Bist du wirklich sicher, dass du das tun willst?’, fragte sie sich und schaute sich in die Augen. ‚So geht das jedenfalls nicht weiter!!!’
Buffy hatte sich entschieden, sie knallte die Bürste auf den Waschtisch und ging zurück in den Wohnbereich der Suite. Der Vampir hatte sich auf das Sofa geworfen und den Fernseher angestellt. Wie wild schaltete er ständig die fünf Programme rauf und runter und stieß dabei wütende Flüche gegen den Fernseher aus.
„Spike…"
Der Vampir sprang sofort auf und unterbrach sie. „Na los, Slayer, schrei mich an! Ich bin ein Mistkerl! Alles was dir sonst noch nettes einfällt! Lass…! Es…! Raus…", schrie er aufgebracht.
„Spike, können…!"
Er schritt mit blitzenden Augen auf sie zu. „Was ist? Sonnst bist du auch nicht so zimperlich! Schlag schon zu!!!"
„Jetzt halt doch mal die verdammte Klappe!", schrie Buffy zurück. „Wie soll ich irgendetwas sagen, wenn du mich nicht lässt?"
„Als wenn du je darauf gewartet hast, dass ich dich lasse!", schrie Spike.
„Was war das für ein bescheuerter Satz?", grinste Buffy und lachte dann laut.
„Lach nicht über mich! Das ist etwas, was ich auf den Tod nicht ausstehen kann!", drohte Spike ihr knurrend.
„Du willst eine Schlägerei…? Die kannst du haben…!", sagte Buffy leise und schlug ihm mit der Faust vor die Brust.
Spike kehrte den Dämon raus und fauchte die Jägerin an.
„Soweit ich mich erinnere, bin ich die Einzigste hier, die zuschlagen kann! Also, überleg dir das vorher gut!"
„Verdammte Jägerin! Was ist? Kannst du mich nur fertig machen, wenn deine Freunde dabei sind und sich über mich kaputtlachen?", schrie er wild.
‚Aha, darum geht es hier also’, begriff Buffy plötzlich. „Spike, können wir nicht mal in Ruhe darüber reden, ich…"
Der Vampir hatte zugeschlagen und verfluchte den darauf folgenden Schmerz. Buffy ging kurz in die Knie, schaute ihn dann giftig an, holte aus und boxte ihm zwei Mal hintereinander auf die Nase.
Spike konnte sich mit dem Chip in seinem Kopf kaum zur Wehr setzten. Nach jedem Treffer den er landete, hielt er sich den Kopf und konnte seinen Körper kaum decken. Mit einem letzten Schwinger hob er schließlich vom Boden ab und landete wenige Zentimeter vor dem Fernsehtisch.
Buffy stand über ihm, grinste böse und ließ sich auf ihn fallen. Sie setzte sich auf seine Oberschenkel und hielt Spikes Arme über seinem Kopf, auf den Boden gedrückt fest.
„Du kannst so unglaublich dämlich sein!", sagte sie zu ihm und hielt ihn eisern fest. „Du solltest wirklich lernen zuzuhören!" Dann beugte sie sich über ihn und legte ihre Lippen auf die seinen.
Die Jägerin fühlte wie sein Gesicht sich veränderte und löste die Umklammerung seiner Arme. Langsam und sachte fuhr ihre Zunge über seine Lippen und Spike erwiderte ihren Kuss, erst vorsichtig doch dann immer verlangender.
Völlig unerwartet stieß er sie sanft zurück und blickte ihr fragend in die Augen. „Wenn das eins deiner Spiele ist, dann…"
„Solche Spiele spiele ich nicht, das solltest du eigentlich wissen", antwortete sie sanft.
Spike setzte sich auf. „Buffy, bitte, ich…"
Die Jägerin stoppte ihn, indem sie sanft einen Finger auf seine Lippen presste. Sie stand auf, hielt ihm hilfreich die Hand entgegen und der Vampir zog sich daran hoch. Sie fuhr mit einer Hand über seine Wange und flüsterte schüchtern. „Nicht hier, okay?" Der Vampir nickte, hob sie auf seine Arme und trug sie ins Schlafzimmer, wo er sie vorsichtig auf das Bett gleiten ließ.
Buffy setzte sich auf, zog den Vampir nah an sich heran und fuhr mit den Händen unter sein Shirt. Langsam fuhren ihre Finger seinen Bauch herauf und er schluckte schwer, nachdem er ihren Blick aufgefangen hatte.
Spike beugte sich zu ihr herunter und seine Zunge fuhr federleicht über ihre Lippen. Bereitwillig öffnete Buffy ihren Mund und sie verloren sich in einem leidenschaftlichen Kuss, den die Jägerin nach einigen Minuten schwer atmend löste.
Buffy stand auf, zog sich schüchtern lächelnd den Pullover über den Kopf und ließ ihn dann achtlos fallen. Spike blieb völlig bewegungslos still und sein Blick wanderte über ihren Körper. ‚Verdammt! Sie ist wunderschön… Nein! Sie ist perfekt!’, dachte er bewundernd.
Der Jägerin wurde es langsam mulmig. ‚Warum starrt er mich nur so merkwürdig an?’, fragte sie sich, wurde unsicher und griff nach der Bettdecke.
Der Vampir fing ihre Hand auf. „Nicht!", sagte er heiser und schluckte dann schwer. Seine freie Hand fuhr langsam ihre Brüste entlang und sein Daumen streifte ihre Brustwarze, die sich sofort keck aufrichtete.
Er senkte seinen Kopf und wiederholte das Spiel mit seiner Zunge, während seine Hand sanft ihre andere Brust massierte. Buffy bog ihren Rücken durch und seufzte leise.
Die Hände der Jägerin fuhren wieder unter sein Shirt und schoben es hoch. Sofort half Spike ihr und zog es rasch über seinen Kopf. Langsam kletterte Buffy rückwärts auf das Bett und zog den Vampir hinter sich her.
Ihre Fingerspitzen fuhren sachte seinen Bauch hinunter und Spike fauchte erregt, als ihre Hände seinen Gürtel öffneten. Er stieg aus dem Bett, kickte Schuhe und Hose gleichzeitig aus und kroch dann wie einen Raubkatze auf Buffy zu.
Die Jägerin war von dem Ausdruck in seinen Augen überwältigt. Nie hätte sie gedacht, dass sie soviel Liebe ausstrahlen konnten. Sie schauderte und lehnte sich zurück in die Kissen.
Keine Sekunde später war Spike über ihr, beugte seinen Kopf und ihre Lippen trafen sich hungrig, während er unablässig ihre Brüste massierte. Dann küsste er sich einen Weg über ihren Hals hinab zu ihrem Busen und
Leckte dabei sanft mit der Zunge über ihre Brustwarzen.
Buffy bog sich ihm verlangend entgegen und stöhnte laut auf, als er ihren Nippel in seinen Mund saugte. „Spike!", seufzte sie.
Der Vampir blickte in ihre verklärten Augen und ihm lief ein Schauer über den Rücken. „Ich liebe dich!" flüsterte er kaum hörbar.
Buffy hielt für einen Moment verwirrt inne. ‚Konnte es wirklich wahr sein?
Erneut hatte Spike ihr seine Liebe gestanden, aber wollte sie das eigentlich?’ Doch ebenso schnell wie der zweifelnde Gedanke aufgeflammt war verlosch er wieder.
Sie setzte sich auf und ihre Hände gingen wieder auf Wanderschaft. Sie küsste ihn drängend, während ihre Hand mutig seinen Penis griff und ihn sanft umfasste. Spike fauchte, als sie ihn erst sanft drückte und dann langsam an dem harten Schafft auf und abstrich.
Der Vampir atmete stoßweise ein und aus und versuchte Buffy die Jogginghose abzustreifen. Sie lehnte sich zurück und hob ihren Po leicht an, um ihm die Aufgabe zu erleichtern.
Sekunden später war er über ihr und seine Knie drängten zwischen ihre Beine, die sie bereitwillig spreizte. Mit nur einem Stoß versenkte er sich tief in ihr und hielt für einen Moment still um sich an die Enge, die ihn umschloss, zu gewöhnen.
Buffy schlang ihre Beine um seine Hüften, um ihm ein tieferes Eindringen zu ermöglichen und er nahm die Gelegenheit wahr, begann sich zu bewegen und vergrub sich mit jedem Stoß tiefer in ihr.
Die Jägerin stöhnte und ihre Finger hinterließen rote Striemen auf seinem Rücken. „Spike! Oh…", stammelte die Jägerin und nach einem Blick in ihre verschleierten Augen vergaß er jede Vorsicht und stieß immer schneller in sie. Sie bäumte sich auf und explodierte mit einem leisen Aufschrei. Spike folgte ihr Übergangslos.
Zufrieden und komplett ermattet kuschelte sich Buffy in die Arme des Vampirs und schlief seelenruhig ein. Spike lag noch lange wach, streichelte bedächtig über ihren Rücken und dachte an das, was am nächsten Morgen unweigerlich folgen würde.
Teil 10
Spike sprang aus dem Bett, kaum das er erwacht war. Er spürte Sonnenstrahlen auf seiner Haut, die sich durch einen Schlitz in den Vorhängen geschlichen hatten. Schnell untersuchte er sich nach Brandspuren und seufzte erleichtert, als ihm einfiel, dass er sich darum, zumindest im Moment, keine Sorgen machen brauchte.
Seine Gedanken flogen zu den Geschehnissen der letzten Nacht und er blickte hoffnungsvoll zum Bett. „Verdammt! Ich habe es ja vorher gewusst! Verfluchte Hölle!", rief er enttäuscht.
Das Bett war leer. Von Buffy gab es nicht die geringste Spur.
Er sammelte seine Sachen vom Boden auf, ging ins Badezimmer und stellte sich unter die Dusche. ‚Verfluchte Scheiße! Wie kommst du Volltrottel auf die Idee, sie könnte noch da sein?’, überlegte er wütend. Seine Faust krachte gegen die Fliesen und er sah dabei zu, wie das Blut aus den aufgeplatzten Hautstellen in den Abfluss tropfte.
Er schüttelte den Kopf und stellte das Wasser ab. Er griff nach einem Handtuch und schimpfte. „Schon wieder nass, war ja klar! Verfluchtes Miststück!" Er strubbelte sich mit den Fingern durch die Haare und schlang das Handtuch um seine Hüften. Er ging in das Wohnzimmer, um sich aus dem Seesack saubere Sachen zu holen und schreckte auf, als sich die Zimmertür öffnete.
Buffy kam auf Zehenspitzen schleichend in die Suite, erblickte ihn und lächelte.
„Oh, ich dachte du schläfst noch", sagte sie sanft und ging langsam auf den Vampir zu.
Spike hatte eigentlich sofort los brüllen wollen, doch ihr Gesichtsausdruck ließ ihn zögern. ‚Es kann nicht sein! Oder vielleicht doch?’, hoffte er.
Buffy blieb vor ihm stehen, stellte sich auf die Zehen und küsste ihn sanft auf den Mund.
„Guten Morgen!", strahlte sie ihn an. ‚Mit verstrubbelten Haaren ist er wirklich zum Anbeißen’, überlegte sie schelmisch. ‚Vielleicht sollte ich ihm einfach das Handtuch wegnehmen’.
„Wo warst du?", fragte der Vampir und seine Stimme klang härter wie geplant.
Die Jägerin blickte ihn erstaunt an und wunderte sich über die Schärfe in seiner Frage. „Ich bin heute Morgen schon sehr früh aufgewacht und bin spazieren gegangen", erklärte sie ihm.
Buffy hatte allein sein müssen, um ihre Gedanken zu ordnen. Ihre Mom, Giles und ihre Freunde waren ihr eingefallen und sie hatte sich vorgestellt, was sie zu ihrer Beziehung zu Spike sagen würden. Allerdings wollte sie diese Gedanken nicht mit ihm teilen. Sie seufzte lautlos. ‚Ich bin mir selbst noch nicht einmal sicher, ob das überhaupt funktionieren kann’.
„Warum bist du böse?"
„Tut mir Leid", sagte Spike geknickt. „Ich wollte dich nicht anfahren, aber ich hatte nicht damit gerechnet, dich wieder zu sehen."
„Oh, ich… Spike, ich wollte nicht weglaufen", antwortete sie durcheinander. Dann blickte sie ihm fest in die Augen. „Ich bereue nicht eine Minute, von dem was wir getan haben."
Spike blickte ihr erleichtert ins Gesicht, näherte sich dann und zog sie in einen stürmischen Kuss. Wieder hob er sie auf seine Arme und wollte sie ins Schlafzimmer zurücktragen, als sie ihn bremste und von seinen Armen sprang
„Nein! Das geht nicht", rief sie und setzte nach einem Blick in sein verstörtes Gesicht schnell hinzu. „Jetzt nicht."
Spike blickte sie fragend an und Buffy erklärte ihm grinsend die Situation.
„Ich habe uns für einen Ausflug angemeldet!"
„Das hast du nicht!", sagte er böse.
„Doch, habe ich. Ich habe dir sogar etwas mitgebracht." Sie zog eine kleine Tüte aus ihrer Jackentasche und überreichte sie dem Vampir.
Er schaute hinein und blickte sie total entgeistert an. „ Das kann nicht dein Ernst sein? Was zum Teufel hast du vor?"
„Wir fahren zur blauen Lagune!", rief sie triumphierend.
„Ist das nicht so ein bescheuerter Film?"
„Was? Ähm… Keine Ahnung. Aber das meine ich nicht."
Sie zog einen kleinen Prospekt aus der Tasche und hielt ihn dem Vampir vor die Nase. „Hier, guck mal. Endlich mal was Schönes!"
Spike überflog den Prospekt. Blue Lagoon Geothermal Spa stand darauf. Umgeben von Lavafeldern... Halbinsel Reykjanes... 37/39Grad warmes Lagunenwasser.
„Du willst baden? Das hättest du auch hier tun können", brummte er und zeigte in Richtung des Badezimmers. „Da wären mir bestimmt noch einige nette Sachen eingefallen", grinste er lüstern.
Buffy gab ihm einen Klaps auf den Arm und nörgelte. „Ach, komm schon. Das macht bestimmt viel Spaß!"
„Darf ich mich noch anziehen?", fragte er. „Oder soll ich so mitkommen?"
„Ich hätte nichts dagegen, aber Mary würde wahrscheinlich vor Schreck tot umfallen."
„So hässlich bin ich auch nicht!", erwiderte Spike genervt.
„Das habe ich damit auch nicht gemeint…", lachte Buffy und ging ins Schlafzimmer um ihre Badesachen zu suchen.
Spike blickte wieder in die kleine Tüte, jedenfalls ist die Badehose schwarz und nicht lila grün gepunktet. Er kramte eine neues schwarzes Shirt aus seinem Seesack und grübelte. ‚Ich bin ein furchtbares Weichei, jetzt gehe ich auch noch in einem Planschbecken baden!’
Eine halbe Stunde später standen sie wieder vor dem Hotel und warteten auf den Bus. Doch anders als zum Eisfischen, stand diesmal nur ein weiteres Pärchen neben ihnen, das sie jedoch nicht kannten. Als dann noch ein kleiner Transporter vor dem Hotel hielt, besserte sich Spikes Laune schlagartig. ‚Wenn in dem Laden genauso wenig los ist, bekomme ich vielleicht doch noch meinen Willen’, grinste er anzüglich. ‚Warten wir es mal ab.’
„Och, man", nörgelte Buffy, die eine Stunde später im Bikini vor der Lagune stand. „Bei dem Dampf und Nebel kann man ja überhaupt nichts sehen!"
Der Vampir hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Seine Laune besserte sich mit jeder Minute, die verstrich. Er hatte sich aufmerksam umgesehen, alle Autos gezählt, die auf dem Parkplatz standen und überschaute so gut es ging das Gelände. Scheinbar war es an diesem Tag nicht besonders voll hier. ‚Kein Mensch zu sehen’, dachte er fröhlich. ‚Sobald wir im Wasser sind, verschwinden wir sowieso im Dampf’.
„Ist doch nicht schlimm", meinte er und grinste Buffy an. „Ich werde dich schon nicht verlieren.
Die Jägerin tauchte einen Zeh ins Wasser und schloss einen Moment genießerisch die Augen. Langsam und vorsichtig suchte sie sich über die glitschigen Steine einen Weg ins Wasser.
Der Vampir blickte sich noch einmal um und lachte zufrieden, es war noch immer kein Mensch zu sehen. Er ging hinter Buffy her und verschwand mit jedem Schritt tiefer im Wasser.
„Spike? Wo bist… ach da. Man kann ja keine drei Meter weit gucken", schimpfte Buffy.
Zusammen durchquerten sie schwimmend die Lagune, bis sie auf der anderen Seite wieder Steine unter seinen Füßen spürten.
Spike schwamm auf sie zu, zog sie in seine Arme und küsste sie stürmisch. „Das wollte ich schon die ganze Zeit", lachte er der schwer atmenden Jägerin ins Gesicht.
„Du willst wohl, dass ich absaufe?", fragte sie gespielt böse. „Im Gegensatz zu dir, könnte mir das nämlich passieren."
„Slayer, du brauchst nur deine Füße auf den Grund stellen. Du kannst hier auch stehen!"
„Oh, habe ich gar nicht gemerkt."
Buffy schritt sachte etwas höher ans Ufer uns setzte sich auf einen Stein, der nicht so tief im Wasser lag.
Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen. „So was sollten wir in Sunnydale auch haben."
Der Vampir zog sie an den Beinen zurück in das Wasser und hielt sie so, dass sie nicht untertauchen konnte. Geschickt wechselte er mit ihr den Platz und zog sie dann auf seinen Schoß.
Buffy sah ihn erschrocken an, als sie die Härte seiner Erregung unter sich spürte. Im nächsten Augenblick hatte er sie schon in einen Atemraubenden Kuss verwickelt.
„Nicht Spike, uns könnte jemand sehen", versuchte die Jägerin ihn zu bremsen.
„Slayer, du hast es selbst gesagt, man kann keine drei Meter weit sehen!"
„Nenn mich nicht immer Slayer!", fauchte sie ihn an.
Spike lächelte belustigt. „Das ist es aber, was du bist."
„Ich weiß, aber es ist auch das, was ich heute am wenigsten sein möchte."
Der Vampir nickte verstehend, streichelte ihren Rücken herauf und löste, wie zufällig den Verschluss ihres Oberteils.
„Spike!", quietschte sie erschrocken.
„Zu spät, Liebes", flüsterte er ihr sanft ins Ohr und befreite sie vollends von dem kleinen Stückchen Stoff.
Seine Hände wanderten über ihren Körper und stoppten auf ihren Brüsten. Langsam umrundeten seine Daumen ihre Nippel und er drückte sanft zu. Buffy warf ihren Kopf in den Nacken und genoss das Gefühl, dass er in ihr auslöste. Es schien durch ihren gesamten Körper zu laufen und endete schließlich tief in ihrem Unterleib. Erregt rieb sie sich an seiner Härte.
Spike verstärkte den Druck seiner Finger und Buffy stöhnte auf. Er löste eine Hand von ihrer Brust und einen Augenblick später schoben seine Finger das kleine Stück Stoff ihres Höschens zur Seite. Sanft rieb er seinen Daumen über ihre geschwollene Klitoris, um dann schnell den Druck zu erhöhen.
„Spike…", wimmerte die Jägerin, rieb sich an seinen Fingern und küsste ihn atemlos. Der Vampir stieß einen Finger tief in sie hinein, bewegte ihn dann quälend langsam auf und ab, während sein Daumen weiterhin ihre Knospe drückte.
„Spike, bitte…", bettelte Buffy. Nach einem Blick in ihre von Lust verklärten Augen, verlor er den letzten Rest an Selbstbeherrschung.
Er entfernte seinen Finger, hob sie leicht an und drückte sie dann an den Hüften hinab auf seinen harten Schwanz.
Buffy biss sich auf die Lippen um nicht laut aufzustöhnen, begann sich dann immer schneller auf und ab zu bewegen und klammerte sich dabei an seinen Schultern fest. Spike schloss überwältigt von ihrer Intensität die Augen und kam ihren Bewegungen entgegen.
Seine Hand schnellte vor an ihre Brust, um sanft an ihren harten Nippel zu ziehen. Sekunden später fühlte er, wie sich ihre Muskeln anspannten und seinen Schaft erbarmungslos quetschten. „Gott, Buffy…", stöhnte er heißer. Er ließ seine zweite Hand an ihrem Bauch herunterwandern und rieb ihre geschwollene Perle.
Augenblicke später explodierte die Jägerin, bog ihren Rücken durch und krampfte um seinen harten Schaft. Der Vampir drückte ihre Hüften hinunter, stieß noch einige Mal wild in sie und folgte ihr mit über die Klippen.
Erschöpft lehnte sich Buffy gegen ihn und atmete schwer. „ Wow,… das war…Wow", brachte sie mühsam heraus und versuchte ihr Oberteil von einem der Steine zu fischen, schaffte es aber nicht und wollte aufstehen um es zu holen.
„Was denkst du, wo du hingehst?", fragte Spike und hielt sie an der Hand fest. „Ich bin noch lange nicht mit dir fertig", meinte er grinsend und zog sie zurück auf seinen Schoss.
Teil 11
Spike saß in dem bequemen Sofa der Hotel Suite, hatte wie immer die Füße auf dem Tisch liegen und schaltete gelangweilt die Programme rauf und runter. „Verdammter Mist! Gibt es hier nur Sendungen über Fische, Fischfang und Angeln?", schimpfte er fast lautlos.
Er sah auf die Jägerin die friedlich an seinem Oberschenkel angekuschelt vor sich hin schlummerte. ‚Schwimmen macht müde’, grinste er vor sich hin. Sachte strich er ihr eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht und bekam schlechte Laune, als er an ihre Abreise dachte.
‚Was wohl in Sunnydale mit uns geschieht?’, fragt er sich. ‚Gibt es überhaupt ein Uns? Gott bist du bescheuert! Spätestens am Flughafen ist alles vorbei!’
Der Vampir überlegte, ob er sie zur Rede stellen sollte. Sollte er sie zu einer Entscheidung zwingen? ‚Du kannst nur verlieren, bemerkte er schwermütig. Nein! Du hast schon verloren!’
Er blickte wieder auf die schlummernde Jägerin. Sie lächelte im Schlaf, ab und zu zuckte ihr Mundwinkel hoch und Spike fragte sich, von wem sie wohl gerade träumte. ‚Bestimmt nicht von mir! Ach verdammt! Ich werde die letzten Stunden mit ihr genießen! Nein! Wir werden sie genießen, schwor er sich’.
Behutsam und ganz sachte ersetzte er ein Kissen für sein Bein. „Bin gleich wieder bei dir, Luv. Habe nur kurz etwas zu erledigen", flüsterte er leise und ging lautlos aus dem Zimmer.
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„Warum willst du mir nicht sagen, wo wir hinfahren?", fragte Buffy zwei Stunden später in einem Taxi. „Du hast uns doch nicht wieder bei irgendeinem Ausflug angemeldet, oder doch?"
„Okay, erwischt! Wir machen einen Troll Abendkurs! Ich fand die Idee ganz witzig!"
„Erst die Elfenschule und jetzt einen Trollkurs! Du bist komplett übergeschnappt!", schimpfte die Jägerin los. „Sag dem Fahrer, er soll sofort anhalten! Sofort!"
„War doch nur Spaß, Luv", grinste Spike verschmitzt. „Wart es doch einfach ab!"
„Bitte, Spike, das ist mein letzter Abend ohne Dämonenjagd…"
„Ist schon gut, Liebes. Wir machen nichts Abgedrehtes. Ehrlich nicht!
„Dauert es noch lange, bis wir ankommen?", fragte Buffy fünfzehn Minuten später.
„Ich weiß nicht genau, aber weit kann es nicht mehr sein."
Ein paar Minuten später bog der Taxifahrer auf einen Schotterweg und hielt wenig später vor einer Blockhütte.
Spike bezahlte den Fahrer, unterhielt sich kurz mit ihm und nickte dann zustimmend.
„Was wollen wir hier?", fragte Buffy erstaunt. „Wir gehen aber nicht in den Wald um irgendwelche Monster zu jagen, oder?"
„Nein, Luv", lachte Spike und fischte einen Schlüssel aus seiner Manteltasche. Er ging auf die Blockhütte zu und öffnete die Tür. „Wenn ich bitten darf, Mylady."
Buffy blickte ihn überrascht an, folgte ihm an die Tür und sah in die Hütte. Ein brennender Kamin erhellte die Dunkelheit und Buffy sah einen festlich gedeckten Tisch für zwei Personen. Überwältigt sah sie dem Vampir in die Augen, alles was sie sagen konnte war ein geflüstertes ‚Danke’.
„Wollen wir denn jetzt hineingehen?", fragte Spike die bewegungslos dastehende Jägerin.
Buffy strahlte ihn an, nahm seine Hand und zog ihn hinein. „Es ist wunderschön hier", meinte sie und blickte sich staunend um. „So etwas hätte ich in Sunnydale auch gerne."
„Das beste hast du noch gar nicht gesehen" erklärte der Vampir und führte sie zur Terrassentür. Er suchte den Lichtschalter, öffnete die Tür und Buffy sah auf einen geräumigen Whirlpool, der in einer Ecke der Holzterrasse munter vor sich hin blubberte.
„Wie lange haben wir Zeit?", fragte Buffy neugierig.
„Der Fahrer von eben holt uns Morgen früh pünktlich um 8 Uhr von hier ab. Dann haben wir noch genügend Zeit zum Packen und für die Fahrt zum Flughafen." Spike zog sie in seine Arme, strich mit dem Daumen sanft über ihre Lippen und küsste sie dann fordernd.
„Wir haben noch genug Zeit", murmelte er heiser. „Und die werden wir auch ausnutzen!"
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„Ich hatte meine Sachen doch vorher auch alle in dem Koffer", meckerte Buffy drauf los. „Warum bekomme ich ihn den jetzt nicht zu?"
„Weil du jetzt mehr Klamotten hast!", erwiderte Spike genervt.
Sein Seesack und die Kühltasche standen bereits seit dreißig Minuten fertig gepackt an der Zimmertür. Er war in der Zwischenzeit schon an der Rezeption gewesen und hatte die Suite mit Giles Kreditkarte bezahlt. Buffy hatte sie ihm in die Hand gedrückt, weil sie mit Packen nicht nachkam. Páll hatte für die Unterstützung mit dem Blockhaus weitere zwanzig Dollar bekommen und der junge Mann hatte sich herzlichst bei ihm bedankt. Jetzt stand er gelangweilt an der Schlafzimmertür und sah zu, wie die Jägerin sich abmühte.
„Jetzt pack endlich was in eine Tüte um, das Flugzeug wartet nicht auf uns!"
Der Vampir war wütend, enttäuscht und auch ein wenig beleidigt. Er hatte nach der letzten Nacht irgendeine Entscheidung von Buffy erwartet, aber sie hatte noch immer nicht gesagt, ob und wenn ja, wie es mit ihnen beiden weitergehen sollte. ‚Es ist so wie gedacht! In Sunnydale bin ich wieder nur der widerliche Vampir! Verfluchte Hölle, bin ich doch dämlich!’
„Komm jetzt, sonst fliege ich alleine!", schimpfte Spike grantig.
„Warum hast du bloß so schlechte Laune?", fragte Buffy erstaunt. „Ich komme ja schon!"
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„Möchtest du wieder am Fenster sitzen?", fragte Buffy zwei Stunden später im Flugzeug.
„Mir Scheißegal!", knurrte Spike.
„Kannst du dich mal wieder normal benehmen? Du hast mich den ganzen Morgen schon angemeckert, was ist denn los?"
„Was soll schon los sein? Nichts ist los! In ein paar Stunden bist du wieder die Jägerin und ich ein verdammter Dämon! Alles so wie immer! Kein Problem!", schrie er fast.
‚Darum geht es hier also’, begriff Buffy. ‚Ich weiß doch selber nicht, wie es weitergehen soll’. Xander würde ausrasten, soviel war schon mal klar. Ihr Wächter würde schimpfen. Schon wieder ein Vampir? Er hat keine Seele! Du bist die Jägerin bla bla… Willow würde sie unterstützen, das wusste sie genau, auch wenn es der Hexe erst komisch vorkommen würde.
‚Warum muss ich mich nur immer in Vampire verlieben?’, überlegte sie genervt. Zwei Sekunden später gab sie sich selbst die Antwort: ‚Weil kein normaler Mann mit mir mithalten kann!’
Buffy warf einen kurzen Seitenblick auf Spike. ‚Entweder schläft er tatsächlich, oder er tut nur so, damit er sich nicht mit mir unterhalten muss. Verdammt Spike! So einfach ist das nicht!’
‚Wäre ich zu Hause, würde ich mich jetzt heulend auf mein Bett werfen’, überlegte Buffy und dachte an die Worte ihrer Mutter. Wirklich böse ist er nicht, hatte sie gesagt und jetzt verstand Buffy auch was sie damit gemeint hatte.
‚Oh man, Buffy! schimpfte sie mit sich selbst. ‚Hör endlich auf, dir darüber Gedanken zu machen!’
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„Puh, ist das warm hier!", stöhnte die Jägerin und zog sich ihren Pullover über den Kopf.
Der Vampir antwortete nicht und starrte weiter hinaus in die Dunkelheit.
‚Die Hölle hat mich wieder’, überlegte er wütend. ‚In ein paar Minuten landen wir und dann war es das! Verdammte Scheiße!’
„Spike, könnten wir vielleicht jetzt miteinander reden?", fragte Buffy leise.
„Lass! Mich! In! Ruhe!", zischte er böse.
„Wir müssen doch…"
Der Vampir hob die Hand, um sie zu unterbrechen und sah ihr dann fest in die Augen. „Ich kann das nicht! Ich kann nicht so tun, als wäre nichts gewesen! Ich liebe dich und das weißt du auch! Sobald ich meinen Krempel zusammen habe, werde ich von hier verschwinden!"
„Ich…", versuchte es Buffy erneut.
„Ich will es nicht hören!", unterbrach der Vampir sie sofort.
„Spike?...Spike?" Niedergeschlagen gab die Jägerin auf.
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Buffy konnte ihre Mutter, ihre Schwester, den Wächter und alle ihre Freunde durch die Glasscheibe winken sehen. Jetzt trennte sie nur noch die Passkontrolle von ihrem Dasein als Jägerin.
Spike hatte die Eskorte ebenfalls bemerkt und sich vorgenommen, einen anderen Ausgang zu benutzen. Er nickte dem Wächter kurz zu und stoppte den Gepäckwagen. „Hey Slayer, ich verschwinde jetzt!"
Der Vampir nahm seinen Seesack und die Kühltasche vom Wagen und wollte auf den nächsten Ausgang zusteuern.
Buffy griff seinen Arm. „Was denkst du, wo du hin gehst?", fragte Buffy leise und lächelte ihn strahlend an. „Ich bin noch lange nicht fertig mit dir!"
Ganz bewusst hatte sie die gleichen Worte gewählt, wie die, die er in der Lagune zu ihr gesagt hatte. Sie machte einen Schritt auf ihn zu, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste den völlig verblüfften Vampir.
In die Zuschauer vor der Glaswand kam Bewegung. Xander fing an zu schreien. „Verdammt noch mal, was tut sie da?"
Anya stieß ihn in die Seite, doch er ließ sich nicht aufhalten und meckerte weiter.
Giles nahm seine Brille ab und polierte sie heftig. ‚Schon wieder ein Vampir', dachte der Wächter erschrocken. ‚Warum nur immer ein Vampir?’
Dawn war hin und her gerissen. Sollte sie sich für ihre Schwester freuen oder sollte sie eingeschnappt sein. Sie blickte zu ihrer Mutter und dann wieder auf das sich noch immer küssende Paar. ‚Okay’, seufzte sie, ‚Dann freue ich mich mal’.
Die beiden Hexen waren im ersten Moment sprachlos, doch dann lächelten beide. Tara flüsterte ihrer Geliebten etwas ins Ohr und Willow nickte bedächtig.
Joyce stand vor der Scheibe und lächelte unablässig.
„Dieses Verfluchte Schwein! Was hat er nur mit Buffy gemacht?", schimpfte Xander wieder los.
„Nur das, was sie auch wollte!", antwortete Joyce sanft. „Also halt die Klappe!"
Buffy unterbrach den Kuss und blickte Spike fest in die Augen. „Du wirst nirgendwo hingehen. Zumindest nicht ohne mich!"
„Ganz wie du es wünschst!", lächelte der Vampir sanft. Er deutete mit dem Kopf auf die wartende Menge. „Bereit für den Kampf, Slayer?"
Sie nahm seine Hand und strahlte ihn an. „Wenn du auf meiner Seite stehst? Immer!"