Titel: Dreaming while you sleep
Autor: Silentthunder
Inhalt: Unerwartete Überraschungen am laufenden Meter
Altersfreigabe: keine
Teile: 1
Beta: Indiansummer
Storypic: Indiansummer
Hauptcharakter(e): Buffy/Spike

 

                                                            Dreaming while you sleep

 

„Verdammt! Das brennt wie Feuer!", schimpfte Buffy und zog einen grünen Stachel aus ihrem linken Handgelenk. Nach einem kurzen Blick in Spikes hämisch grinsendes Gesicht meckerte sie munter weiter. „Steh da nicht so dämlich rum, sondern hilf mir lieber die Mistdinger loszuwerden!"

„Wir haben ganz andere Probleme, Jägerin! Schau dich hier mal um und sag mir, wo wir uns befinden."

„Ich sehe nur eine Menge Bäume. Aua… so ein Mist. Überall da wo ich diese Mistviecher rausziehe, bleibt ein kleiner grüner Punkt zurück. Ich sehe bestimmt aus wie ein Streuselkuchen", fluchte Buffy und warf zornig einen der Stachel auf die Erde.

Der Vampir schüttelte genervt den Kopf. „Erde an Jägerin! Verdammt, Buffy! Wo sind wir?"

„Woher soll ich denn das wissen? Du hättest diesen hässlichen Dämon ja fragen können bevor du ihm das Genick gebrochen hast. Vielleicht hättest du dann auch ein paar dieser Stacheln abbekommen", schnauzte Buffy ihn an.

„Eines ist ganz sicher, wir befinden uns definitiv nicht in Sunnydale oder dessen Umgebung", erwiderte der Vampir nachdem er einige Zeit in den wolkenlosen Sternenhimmel geblickt hatte.

„Wie kommst du darauf?", fragte die Jägerin erstaunt.

Der Vampir zeigt hinauf in den Himmel. „Wo immer wir auch sind, es wird bald hell."

„Das kann nicht sein. Wie sollte…?"

„Dein Dämon war so nett uns durch die Weltgeschichte zu teleportieren oder weiß der Henker, wie er das gemacht hat", zischte der Vampir zornig.

„Wieso mein Dämon?", schnauzte Buffy zurück. „Ich habe ihm nicht gesagt, dass er uns hierher bringen soll!"

„Wie auch immer! Ich habe höchstens noch zwanzig Minuten, dann wird es hell. Verflucht! Ich habe keine Lust zu einer Staubwolke zu verpuffen."

„Wie wäre es mit einer Hütte?", meinte die Jägerin scheinbar gelangweilt und zeigte über Spikes linke Schulter.

Spike sah sich um und erkannte ein Holzdach, das zwischen den Bäumen hervorschaute. Er verdrehte kurz die Augen, schlug sich gedanklich vor die Stirn und murmelte lautlos: „Kann ja keiner wissen."

„Nehmen wir den Pinguin auch mit?", fragte Buffy und deutete auf eine leere Stelle direkt vor sich.

Der Vampir zog die Augenbrauen hoch und erwiderte verdattert: „Was denn für ein Pinguin?"

„Na der kleine da, der mit der roten Mütze!"

„Jägerin? Geht es dir gut?"

„Sicher, warum auch nicht. Nehmen wir ihn nun mit, oder nicht?"

„Mir egal", erwiderte Spike schnell und sah misstrauisch auf die am Boden liegenden Stachel. ‚Das kann ja lustig werden! Eine durchgeknallte Jägerin und keine blasse Ahnung, wo wir uns befinden.’

Er fluchte lautlos und folgte Buffy, die sich einen Weg durch das Dickicht bahnte und scheinbar dabei immer wieder auf ihren unsichtbaren Pinguin wartete.

Die Hütte schien unbewohnt und die Jägerin trat kurz entschlossen einmal mit voller Wucht gegen die Tür, welche daraufhin sofort knarrend aufsprang. Sie blieb im Türrahmen stehen, blickte kurz in das Holzhäuschen und deutete dann ihrem imaginären Freund an vorzugehen.

Spike blickte noch einmal kurz hinauf in den schnell heller werdenden Nachthimmel und folgte dann Buffy in die schäbige Hütte.

Offensichtlich war die Blockhütte schon seit längerer Zeit unbewohnt. Auf dem wenigen abgenutztem Mobiliar lag eine Zentimeter dicke Staubschicht und die zwei kleinen Fenster, die Spike mit ein paar verfilzten Wolldecken abdunkelte, waren völlig verdreckt.

Buffy unterhielt sich weiterhin angeregt mit ihrem unsichtbaren Freund. „Ach, deswegen bekommt ihr keine kalten Füße, wenn ihr auf dem Eis steht. Wirklich interessant, auf so etwas wäre ich nie gekommen."

Der Vampir starrte die Jägerin sekundenlang an, schüttelte dann wieder den Kopf und verfluchte zum wiederholten Mal sein Unleben. Er kippte einen der abgewetzten Sessel nach vorne, um den Staub leichter abklopfen zu können, als Buffys Gemecker ihn stoppte.

„Was soll denn das? Warum wirfst du Joe von seinem Sitzplatz? Konntest du nicht einfach den anderen nehmen?", fauchte Buffy böse.

„Jägerin, halt die Klappe!", zischte Spike böse zurück. „Setz dich, leg dich hin und schlaf eine Runde, mach irgendwas, aber lass mich in Ruhe!"

Grimmig griff Buffy nach der morschen Holzliege, hob sie an um Spikes Beispiel den Staub loszuwerden zu folgen und schreckte zurück. „Ihh! Ekelig! Eine riesige Spinne!"

„Die kannst du ja deinem kleinen Freund zum Frühstück geben", schlug der Vampir hinterhältig vor.

„Wem?", fragte Buffy erstaunt.

„Deinem verdammten Pinguin!", motze Spike.

„Was denn für ein Pinguin? Also manchmal spinnst du total!", erwiderte Buffy und sah den Vampir mitleidig an.

„Ich? Wer har denn die ganze Zeit… Vergiss es!", schnappte er ein und schloss demonstrativ die Augen.

„Das hilft auch nicht", maulte Buffy. „Wir müssen herausfinden, wo wir sind."

„Irgendwo in Kanada", erwiderte der Vampir, ohne die Augen zu öffnen.

„Kanada? Wie kommst du darauf?" Buffy starrte den Vampir ungläubig an.

„Neben dem alten Ofen da drüben liegen jede Menge alter Zeitungen. Guck drauf, dann siehst du es selber."

„Oh mein Gott! Ontario? Das geht nicht! Wie kommen wir hier wieder weg?"

„Keine verdammte Ahnung!", fauchte der Vampir gereizt. „Und jetzt lass mich endlich schlafen!"

„Vielleicht können wir ja deine Eule mit einem Brief losschicken."

„Meine was…?", fragte Spike plötzlich wieder munter.

„Deine Schneeeule. Wirklich ein schönes Tier. Wie lange hast du sie schon?"

„Du hast nicht zufällig Harry Potter gelesen, oder?" Der Vampir zog die Augenbrauen hoch und blickte der Jägerin abwartend ins Gesicht.

„Doch hab ich. Gutes Buch, etwas unrealistisch aber gar nicht mal schlecht."

„Jägerin, leg dich hin und schlaf einfach!", zischte er böse.

„Was ist mit dem Brief?"

„Wenn du jetzt Ruhe gibst schicke ich die Eule nachher los", gab Spike scheinbar nach.

„Ich bin aber überhaupt nicht müde", erwiderte Buffy trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Dann geh raus und kämpf mit einem Bären. Von mir aus kannst du auch ein paar verdammte Eichhörnchen erschrecken! Nur lass mich endlich in Ruhe", fauchte Spike böse und seine Augen leuchteten einen Moment gelb auf.

„Kaum zu glauben, aber du benimmst dich noch merkwürdiger als sonst", meinte Buffy und schüttelte den Kopf.

Fauchend sprang Spike auf. „Dein bescheuerter Wächter hätte uns auch sagen können, dass dieses kleine blaue Mistviech von einem Dämon Zeitreisen oder was auch immer machen kann! Wir sind hier irgendwo im Nirgendwo! Und ich benehme mich merkwürdig…? Du hast sie doch nicht mehr alle!"

„Wenn Giles davon gewusst hätte wäre ich die Erste gewesen die es erfahren hätte. Der Dämon war ein Killer, mehr wusste keiner von uns", versuchte Buffy ihren Mentor zu verteidigen. „Du hättest ja nicht mitkommen brauchen!"

„Wenn ich gewusst hätte, dass ich mit dir in dieser Scheiße lande wäre ich bestimmt nicht mitgekommen. Verflucht! Da ist es lustiger Gras beim Wachsen zuzugucken", schrie der Vampir erbost.

„Jetzt reg dich mal ab", motze Buffy zurück. „Ich geh raus, dann hast du deine blöde Ruhe."

Sie öffnete die Tür und Spike sprang fauchend zur Seite um den eindringenden Sonnenstrahlen zu entkommen.

„Verschwinde endlich", zischte er aufgebracht, während die Jägerin die Tür hinter sich zu knallte.

„Verdammte Scheiße", fluchte der Vampir und trat wütend gegen die alte Holzliege, die unter der Wucht des Trittes zusammenbrach. „Jede verdammte Höllendimension ist besser als das hier!"

Er warf sich in den staubfreien Sessel, legte den Kopf in den Nacken und starrte vor sich hinfluchend das moderige Holz an.

Keine halbe Stunde später stürmte Buffy zur Tür herein.

„Spike! Du kannst dir nicht vorstellen wen ich draußen getroffen habe!"

„Muss ich das wissen?", antwortete Spike gelangweilt.

„Bambi", rief die Jägerin freudig strahlend. „Es geht ihm gut, auch ganz ohne Mutter und es…"

„Ein Rehkitz! Lecker! Trag es rein, ich habe Hunger", unterbrach der Vampir ohne jegliches Interesse in der Stimme.

„Pfft…", machte Buffy, drehte sich auf dem Absatz um und verließ beleidigt die Hütte.

 

„Wenn es mal immer so verflucht einfach wäre", grinste Spike hinterhältig und schlummerte langsam ein.

Scheinbar keine zehn Minuten später wurde er durch lautes Rufen wieder geweckt.

„Spike! Spike aufwachen", meckerte Buffy und trat gegen den Sessel.

Knurrend öffnete der Vampir seine Augen und fauchte. „Was zur Hölle willst du jetzt schon wieder?"

Nur ganz langsam nahm er seine Umgebung wahr. Seinen Fernsehsessel, seine Fernbedienung und seine Gruft. „Verflucht! Nur ein beschissener Traum", grinste er breit.

„Ich bin kein Traum, ich bin immer noch hier", holte Buffy ihn unsanft in die Gegenwart zurück.

„Du bist ein verdammter Albtraum! Was willst du hier?", motzte Spike munter.

„Wir haben einen unbekannten Dämon in der Stadt. Klein und blau, Giles lässt fragen, ob du…"

Spike sprang auf, drehte die Jägerin an den Schultern herum und schob sie unsanft zur Tür.

„Kein Interesse", meinte er einfach. „Bevor ich es vergesse, nimm lieber ein Handy mit", strahlte er sie an und knallte ihr die Tür vor der Nase zu.

Gut gelaunt schlenderte er zurück zu seinem Sessel, warf sich hinein und griff nach der Fernbedienung.

„Home sweet home", grinste er breit und schaltete den Fernseher an.