
Titel: It´s hard to be bad
Autor: Silentthunder
Inhalt: Spike langweilt sich und bekommt dann mehr Gesellschaft, als er
gebrauchen kann.
Altersfreigabe: keine
Teile: 1
Beta: Dana
Storypic: Indiansummer
Hauptcharakter(e): Spike
It's hard to be bad
„Verdammte Hölle! Ist das öde hier auf deiner beschissenen Welt!" Spike blickte entrüstet in den schwarzen Nachthimmel und es schien, als wollte er Gott persönlich für seine Langeweile verantwortlich machen. „Ist ja nicht auszuhalten!", er stand vor einem Kino und starrte angewidert auf die dort angeschlagen Filmplakate. „Liebesschnulzen wohin man guckt. Hah…! Titanic…! Verflucht, mir wird schlecht!"
Angewidert wandte er sich ab und schritt mit wehendem Mantel über die menschenleere Straße. „Nicht mal die dämliche Jägerin in der Nähe um für ein bisschen Abwechslung zu sorgen", brummte er genervt vor sich hin als er hinter sich jemand seinen Namen rufen hörte.
„Spike! Blondiebärchen! Was machst du denn hier?" Aufgeregt stürmte Harmony auf ihn zu und warf sich glücklich strahlend in seine Arme.
Der blonde Vampir verdrehte angewidert die Augen und fluchte laut während er die Umklammerung, in der er sich befand löste. „So langweilig ist mir nun auch nicht, als dass ich dich dämliche Ziege auch nur fünf Minuten aushalten könnte", schimpfte er mit der unsichtbaren Macht.
„Ach Bärchen! Immer noch so schlecht gelaunt wie immer. Freust du dich denn gar nicht mich zu sehen?", gurrte sie und strich mit ihrem Zeigefinger langsam seine Brust hinab.
Spike schlug genervt ihre Hand weg und ging einen Schritt zurück. „Nein! Dich habe ich definitiv kein Stück vermisst! Verfluchte Hölle, verschwinde einfach wieder!"
„Spikey, wie kannst du nur so gemein zu mir sein?" Die blonde Vampirin zog beleidigt einen Schmollmund und starrte ihn traurig an.
„Verdammt noch mal! Spar dir diese Scheiße! Mir ist das vollkommen egal wo du so plötzlich hergekommen bist oder was für bescheuerte Gesichter du noch machen kannst! Verschwinde gefälligst wieder und das möglichst so schnell es geht!" Der Vampir wandte sich um und eilte davon.
So leicht wollte die Vampirin es ihm aber nicht machen, sie lief ihm laut rufend hinterher und schließlich drehte er sich genervt um und starrte der Blonden böse in die Augen.
„Harmony, ich weiß du bist dämlich, aber selbst du solltest verstehen was es heißt, wenn jemand … verschwinde… zu dir sagt."
„Spikey, ich bin gerade erst angekommen. Eigentlich wollte ich dich fragen, ob ich für ein paar Tage bei dir in der Gruft übernachten kann", lächelte Harmony naiv.
„Hörst du eigentlich auch mal zu, wenn man mit dir spricht?", Spike schüttelte angewidert den Kopf. „Und nein, du kannst nicht bei mir übernachten!"
„Ich weiß aber doch gar nicht wo ich sonst bleiben soll." Harmony klimperte mit den Wimpern und setzte ihr verführerischstes Lächeln auf.
„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie scheißegal mir das ist. Im Weatherly Park sind bestimmt noch ein paar Parkbänke frei, versuch dein Glück doch da."
„In einem Park? Wie stellst du dir denn das vor? Ich habe doch nicht mal eine Decke dabei", maulte die Untote und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust.
Fassungslos schüttelte Spike den Kopf. ‚So dämlich kann man doch gar nicht sein’, überlegte er und blickte in das jetzt weinerliche Gesicht der Vampirin. „Harmony, verschwinde!! Ich will dich nicht sehen! Keiner will das!! Also, hau ab!!" Der blonde Vampir fauchte sie an, drehte sich dann abrupt um und verschwand in der Menschenmenge.
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An der nächsten Hausecke blieb er stehen, reckte seinen Kopf in den Nacken und schimpfte in den schwarzen Nachthimmel. „Ich weiß nicht, ob es dich da oben gibt! Eigentlich auch scheißegal! Ich bin ein verdammter Vampir! Ich bin böse! Also, lass diese dämlichen Spielchen, so langweilig kann es mir in meinem Unleben gar nicht werden, als das ich solch dämliche Überraschungen brauche!"
„Ähm… Spike? Ich weiß selbst nicht warum ich dich frage, aber geht es dir gut?" Xander blickte den Vampir mitleidig an und sah dann kurz hinauf in den Wolken verhangenen dunklen Himmel. „Gibt es da oben irgendetwas zu sehen?"
Der Vampir konnte es nicht fassen, er starrte den Dunkelhaarigen angewidert an und sah wieder hinauf in den Himmel. „Das wirst du mir büßen! Ich weiß nicht wie und ich weiß nicht wann, aber dafür werde ich mich furchtbar rächen."
Wie um seine Aussage zu beantworten, begann es Sekunden später in wahren Sturzbächen zu regnen und innerhalb kürzester Zeit war die komplette Straße überschwemmt.
„Komm schon, Spike!", schrie Xander und zupfte an seinem Ärmel. „Giles Karre steht da drüben. Ich fahre dich wohin du willst."
„Was soll’s", überlegte Spike laut. „Noch schlimmer kann es wirklich nicht mehr werden."
Zusammen liefen sie die wenigen Meter zu dem uralten Citroén des Wächters, Xander öffnete eilig die Beifahrertür und gekonnt warf sich Spike auf den schon arg ramponierten Sitz. Trotz seines Ledermantels war er durchnässt bis auf die Haut und seinem Sitznachbarn erging es definitiv nicht sehr viel besser. Xander hatte sich zwar die Pizzaschachteln, die er anscheinend gerade gekauft hatte, über den Kopf gehalten aber auch er triefte vor Nässe.
„Wo soll ich dich absetzten?". fragte der Dunkelhaarige jetzt und warf die durchweichten Kartons auf den Rücksitz.
„Mir völlig Wurscht", brummte der Vampir. „Alles ist besser als hier bleiben."
Xander startete den alten Motor, der würgend und stotternd zu laufen begann. Er schaltete den Scheibenwischer ein, der jedoch gegen den starken Regen kaum etwas ausrichten konnte und fuhr dann langsam los.
Spike hatte die ganze Zeit über sein Unleben verflucht und wenig auf die Straßen oder die Umgebung geachtet. So langsam jedoch begann er sich zu wundern, eigentlich hätten sie schon längst an der Magic Box ankommen müssen. Verwundert sah er den Fahrer des Wagens an, der allerdings nur stur gerade aus blickte.
„Xander, ich habe zwar gesagt, es wäre mir egal wo wir hinfahren, aber wo zur Hölle fahren wir hin?"
Der Dunkelhaarige starrte noch immer gerade aus, trat dann mit voller Wucht auf die Bremse und lies den Citroén langsam an den Straßenrand rollen.
„Spike, kann ich dich mal was fragen?" Xander blickte den Vampir unsicher an und wischte sich nervös die schweißnassen Finger an seiner nassen Jeans ab.
„Was?"
„Es geht um Anya. Ich meine, sie war über 1000 Jahre ein Dämon, du bist ein Dämon also…", begann Xander stotternd zu sprechen.
„Was wird das jetzt?", der blonde Vampir beäugte sein Gegenüber misstrauisch und zog die Augenbrauen fragend hoch.
„Na ja… Du bist immerhin auch ein Mann… zumindest…"
„Verflucht, Welpe! Darf ich dich erinnern? Wir hassen uns abgrundtief! Kannst du nicht den Wächter fragen, was immer du auch wissen willst?"
„Nein. Ich meine… Verdammt! Es geht um Sex und ich denke nicht das Giles der Richtige wäre." Xander schien heilfroh zu sein das Wort über seine Lippen gebracht zu haben und grinste jetzt verlegen.
„Ich bin es definitiv auch nicht!!!"
„Na ja, Anya hat da so eine spezielle Vorliebe und ich weiß nicht…"
„Verfluchte Scheiße!" Spike riss die Autotür auf und sprang wie von einer Tarantel gestochen heraus. „Welpe, such dir jemand anderen, ich will das nicht hören." So schnell er konnte, warf er die verbeulte Tür zu und entfernte sich rasch weit weg von dem Wagen.
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Einige wüste Flüche später nahm er langsam seine Umgebung wieder wahr. Der Regen hatte etwas nachgelassen, es nieselte nur noch sachte vor sich hin und Spike fischte eine Zigarette aus der durchweichten Schachtel. Er zündete sie mit einigen Schwierigkeiten an, starrte zornig in den Himmel und knurrte leise. „Verfluchte Scheiße! Was für ein dämliches Spiel hast du dir eigentlich ausgedacht? Mein Dasein ist auch so schon das Allerletzte. Verdammt, ich habe diesen beschissenen Chip im Schädel, kannst du nicht mit irgendwem anderen spielen?"
Scheinbar war Xander kreuz und quer durch Sunnydale gefahren, Spike sah sich um und bemerkte, dass er in einer der vielen neuen Wohnsiedlungen gelandet war, die wie Pilze aus dem Boden schossen. „Gut dass ich diesen Idioten los bin", grinste er fies, schlug dann seinen nassen Mantelkragen hoch und machte sich auf den Weg zum Friedhof.
„Noch irgend so einen Mist und ich beiße den nächst Besten der mir vor die Füße läuft. Und wenn mein Kopf dabei explodiert!!"
„Entschuldigen Sie bitte, Mister. Könnten Sie mir vielleicht helfen?"
Spike war drei Straßen weit gekommen und blickte sich nun verwundert nach der piepsigen Stimme um.
„Mister? Könnten Sie mir bitte helfen?"
Der Vampir sah herunter und erblickte ein kleines Mädchen von kaum sechs Jahren, das ihn nun hoffend anstrahlte.
„So kleine Zwerge wie du sollten längst schlafen und vor allen Dingen nicht mehr in der Dunkelheit alleine draußen auf der Straße sein", schnauzte er die Kleine giftig an.
„Ja, Sir. Aber meine Katze ist auf den Baum da drüben geklettert und kann alleine nicht wieder runter."
Spike starrte wieder einmal hinauf in den Nachthimmel. „Das kann jetzt nicht dein Ernst sein!"
„Wo ist dein Dad?", fragte er nach einem kurzen Blick auf das Mädchen und das hell erleuchtete Haus im Hintergrund.
Die Augen der Kleinen hatten eine gewisse Ähnlichkeit mit den Augen der Ex-Dämonin und angeekelt von dem plötzlichen Gedanken an Sex zwischen Xander und ihr, schüttelte er sich angewidert.
„Mein Dad ist letztes Jahr gestorben und Mum ist auch nicht da. Sie ist noch eben meinen Bruder abholen", erklärte die Kleine und ihre Augen verschleierten sich.
„Oh, das ist ja nicht sehr schön", versuchte sich Spike freundlich aus der Lage zu befreien.
„Können Sie meine Tinkerbell vom Baum holen?", quietschte die Kleine jetzt völlig außer sich und Tränen kullerten aus ihren großen blauen Augen.
„Verdammte Hölle!", fluchte Spike lautlos und schimpfte mit sich selbst. „Du bist wirklich zum Weichei mutiert!"
„Bitte Mister!"
„Okay, ist ja schon gut. Welcher blöde Baum ist es?"
„Der da vorne", meinte die Kleine und zeigte auf eine mindestens zwanzig Meter hohe Eiche.
„War schon irgendwie klar dass es keiner von diesen doofen kleinen Obstbäumen sein konnte", brummte der Vampir leise vor sich hin. „Wäre ja auch viel zu einfach!"
Er blickte nach oben in die Krone des Baumes und konnte auf einem der oberen Äste ein kleines braunes Fellknäuel entdecken. Spike sprang hoch, erwischte den untersten Ast und schwang sich daran hoch. Durch den starken Regen zuvor war die Rinde des Baumes glitschig und er hatte alle Mühe nicht sofort wieder hinab zu fallen.
Langsam arbeitete er sich höher und wenige Minuten später war die Katze zum Greifen nah. Tinkerbell hingegen schien nicht unbedingt angetan von seinen Rettungsversuchen und zog sich immer weiter in die dünner werdenden Äste zurück.
Spike kletterte soweit er konnte hinterher, fluchte ununterbrochen und konnte schließlich seine Wut nicht mehr unter Kontrolle halten, sein Dämon trat für einen Moment hervor und er fauchte die Katze wütend an. „Du selten dämliches Mistvieh! Jetzt lass dich endlich einfangen!"
Die Katze, durch sein wildes Gefauche erschreckt, sprang auf ihn zu und landete mit ausgefahrenen Krallen mitten auf seinem Kopf. Knurrend griff er mit einer Hand zu und segelte im nächsten Moment schon samt Tinkerbell den Baum herunter.
Geistesgegenwärtig griff er mit der freien Hand nach einem Ast, konnte sich aber durch die Glätte der Rinde nicht halten und landete eine Sekunde später mit dem Rücken auf der durchgeweichten Erde.
Tinkelbell maunzte einmal laut und rannte schnell durch die offen stehende Haustür in das hell erleuchtete Wohnzimmer des Hauses.
„Danke schön Mister", meinte die Kleine und lächelte den noch immer am Boden liegenden Vampir freundlich an.
„Kein Problem", brachte Spike mühsam hervor. „Jetzt sieh zu, dass du ins Haus kommst. Und immer daran denken, niemals im Dunkeln hinausgehen."
„Ja, Sir! Versprochen!", das Mädchen nickte ihm noch einmal zu und lief dann rasch ihrer Katze hinterher.
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„Wirklich ein tolles Spiel, darf ich jetzt einfach in meine Gruft? Oder hast du noch so tolle Einfälle heute?", Spike lag noch immer flach auf dem Rücken und starrte mal wieder böse in den Himmel. Er bemerkte, dass der Regen endgültig aufgehört hatte und sah einige Sterne durch die Wolken hervor gucken.
Langsam und vorsichtig richtete er sich auf, drehte seinen Kopf von einer Seite zur anderen, hörte es laut Knacken und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Vergeblich versuchte er sich dann einen Teil des Matsches vom Mantel zu wischen und gab schließlich genervt auf. „Das kann alles nicht wahr sein", knurrte er leise vor sich hin. „Vor nicht mal einem Jahr hätte ich die Kleine einfach ausgesaugt und mit Tinkerbell Katzen-Weitwurf geübt! Und Jetzt…? Verflucht!"
Vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzend ging er einige Schritte, stellte fest, dass er sich scheinbar nichts gebrochen hatte und machte sich dann äußerst schlecht gelaunt wieder auf den Weg zum Friedhof.
Die Wohnviertel hatte er bereits hinter sich gelassen und auf den Straßen waren wieder mehr Menschen anzutreffen. Angewidert betrachtete er ein junges Pärchen das auf der anderen Straßenseite vorbeiging. „Die lernen es nie! Eigentlich müsste jeder in Sunnydale wissen, das es nachts auf den Straßen hier nicht sicher genug ist."
Spike kam an einem von Sunnydales vielen grell beleuchteten Drugstores vorbei und sah einen etwa vierzig jährigen Mann mit verräterischer brauner Tüte herauskommen. Der Vampir grinste kurz hämisch, lehnte sich an das nächstbeste Auto und wartete geduldig auf den Fremden, der sich langsam torkelnd näherte.
Der Vampir schüttelte kurz den Kopf und sein dämonisches Äußeres kehrte sich heraus. Er sprang mit einem Satz auf den Gehweg, knurrte den Betrunkenen wild an und seine gelben Augen glitzerten gefährlich, als er dem Fremden die Tüte aus der Hand riss.
Der Mann, viel zu betrunken um sofort zu reagieren, starrte ihn einen Moment wütend an, stutze dann als er begriff was ihm gegenüberstand und seine Augen wurden groß. Sekunden später rannte er, mit einem Schlag wieder nüchtern, laut schreiend um sein Leben.
Spike hingegen lachte laut los. „Geht doch! Immerhin etwas."
Er öffnete die Papiertüte, sah hinein und nickte anerkennend. „Geschmack hatte der Blödmann jedenfalls. Zwei Flaschen Whiskey, gar nicht mal schlecht. Nicht unbedingt der Beste aber zum Besaufen reicht es alle Male!"
Etwas freundlicher gestimmt blickte er hinauf in den Himmel, grinste schelmisch und meinte dann gut gelaunt: „Eine Antwort darauf kannst du dir sparen. Immerhin habe ich gerade eines deiner dummen Schafe vom Suff abgebracht. Ich dagegen gehe mich jetzt sinnlos betrinken! Ich wünsche dir noch viel Spaß mit dem nächsten Idioten!"
Bester Laune schlenderte er den restlichen Weg zu seiner Gruft, blieb kurz davor noch einmal stehen und blickte ein letztes Mal in den jetzt wolkenlosen Nachthimmel. „Bevor ich es vergesse! Du kannst mich mal", rief er und streckte den Mittelfinger fies grinsend in die Luft.